Gast-Artikel: Hybrid-Elektro-Fahrzeuge für die Steckdose (Teil 2)
David Fessler in Investoren Wissen
vom 9. Februar 2009, 16:00 Uhr
ENL5462
(Fortsetzung des Gast-Artikels vom Freitag)
Die Vorteile der PHEVs sind überaus offensichtlich:
- Sie verringern - bzw. sie beenden fast - unsere Abhängigkeit von fremdem Öl.
Es ist völlig klar, dass die amerikanischen Autobauer PHEVs zu lange nicht beachtet haben. Hätten sie vor drei oder vier Jahren ihr Augenmerk langfristig auf PHEVs gerichtet anstatt auf das kurzlebige Gewinnstreben durch den Verkauf von SUVs (Special Utility Vehicles), wären wir möglicherweise schon dort.
Nun befinden sie sich aber in der schwierigen Situation, gleichermaßen die gegenwärtige Kreditkrise und den Nachfrage-Rückgang, der leicht weitere zwölf Monate anhalten kann, zu überleben. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht ersichtlich, welcher Hersteller - sofern überhaupt einer - lange genug durchhalten wird, um in der Lage zu sein, ein lebensfähiges PHEV-Modell auf den Markt zu bringen; gleichwohl haben alle drei angekündigt, innerhalb der nächsten zwei Jahre mit der Produktion von Elektrofahrzeugen zu beginnen.
General Motors scheint mit dem Chevy Volt am weitesten mit einem tatsächlichen Produktionsmodell zu sein, ist aber wahrscheinlich finanziell in der schlechtesten Verfassung der drei. So haben im Moment wohl GM, Ford und Chrysler die gleichen Chancen.
Die wahren Gewinner im PHEV-Spiel - Die Batterien-Hersteller
Die wahren Gewinner beim Thema PHEV werden die Hersteller von Batterien sein. Sie werden mit der Herstellung der Hochleistungs-Batterien beauftragt sein, die nötig sein werden, um eine angemessen große Flotte von PHEVs über die Straßen des Landes rollen zu lassen.
Zur Zeit sind Lithium-Ionen die aussichtsreichste Technologie, bei der es den Anschein hat, dass sie über die für das Reichweitenziel von 100 oder 200 Meilen nötige Speicherdichte verfügt. Die Autohersteller betreiben bereits Testfahrzeuge, die Lithium-Batterien verwenden - aber die Kosten sind natürlich ebenfalls ein Thema und kommen bei der Betrachtung schlecht weg.Aber sie werden auch da weiterkommen: Ich glaube, dass das Problem der Speicherdichte innerhalb der nächsten zwölf bis achtzehn Monate gelöst werden wird und dass die Herstellungskosten durch verbesserte, noch zu entwickelnde Verfahren für die Massenproduktion deutlich reduziert werden.
Nun, wer ist im Batterien-Geschäft ?
EnerSys ist einer der größten Hersteller, Vermarkter und Vertreiber von Industrie-Batterien. Von U-Booten bis zu Raumschiffen - und für alles dazwischen: EnerSys verfügt über die passende Batterie-Technologie für die jeweilige Anwendung. Dies gilt genauso auch für Lade-Einrichtungen und Antriebsaggregate.
Im letzten Herbst führte die Gesellschaft ihre Batterien-Produktlinie EcoSafe ein, die speziell für Anwendungen zum Speichern erneuerbarer Energien entwickelt wurde. Im Hinblick auf die Märkte zur Energiegewinnung aus Sonne und Wind ist davon auszugehen, dass diese Produktlinie unter Präsident Obamas Energie-Initiativen ein deutliches Wachstum erfahren wird.
Enersys arbeitet auch mit einer Reihe von Nischen-Herstellern zusammen, um eine speziell auf den PHEV-Transport-Markt ausgerichtete Produktlinie von Lithium-Ionen-Batterien zu entwickeln.
Nach den Äußerungen, die er vergangenen Montag machte, scheint Obama vollständig auf unser Energie-Thema eingestellt zu sein: „In einer Zeit derart großer Veränderungen für Amerika ist kein einzelnes Thema von derart grundlegender Bedeutung für unsere Zukunft wie die Energie. Es obliegt uns zu entscheiden, entweder die Gefahr zu riskieren, die in unserem gegenwärtigen Kurs liegt, oder das Versprechen der Energie-Unabhängigkeit anzupacken. Und zum Wohle unserer Sicherheit, unserer Wirtschaft und unseres Planeten müssen wir den Mut und die Verpflichtung für eine Veränderung haben. Ich kann keine kurzfristige Lösung versprechen."
Ich stimme ihm zu. Aber wenn wir nicht aufbrechen, werden wir nie ankommen. Wir werden aufmerksam beobachten.
Erfolgreiches Anlegen,
David Fessler
KOMMENTAR ZUM ARTIKEL VON HERRN FESSLER:
Ich finde Herrn Fesslers Artikel sehr interessant und verfolge diese Thematik auch bereits länger schon selbst. Sorge macht mir nur zur Zeit die Situation der amerikanischen Staatsfinanzen und die der US Autobauer. Das könnte möglicherweise zum Hindernis für diese Entwicklung werden. In anderen Worten: Das Thema PHEVs ist auf jeden Fall verfolgenswert und hat zukünftiges Potential, doch würde ich noch nicht soweit gehen, dies als eine Investmentgelegenheit mit "grünem Licht" zu betrachten. Das erscheint mir noch etwas verfrüht und gewagt.
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