Ganz, ganz schlechter Zeitpunkt
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 5. Januar 2011, 08:30 Uhr
jetzt habe ich den Salat! Der Akku war gut aufgeladen und ich war nach meinem Urlaub höchst motiviert, doch der Wiedereinstieg verläuft alles andere als zufrieden stellend. Eine kleine Verlustserie muss zwar immer mal wieder einkalkuliert werden, doch der Zeitpunkt könnte nicht schlechter gewählt sein. Neben den oben genannten Gründen ist natürlich auch ein derartiger Start in ein neues Börsen- und damit Arbeitsjahr aus psychologischer Sicht alles andere als glücklich. Man hat sich schließlich einiges vorgenommen.
Ist ein Trader in seinem Tun und Handeln nicht gefestigt und vertraut nicht seiner Herangehensweise, seinem Plan und seinem Gespür, dann hat er ein großes Problem, das den Stresspegel in ungeahnte Höhen steigen lässt. Entweder lähmt die Angst vor dem nächsten Trade, dem möglichen, nächsten Fehltritt den Trader, oder, und dies ist noch schlimmer zu werten, er versucht in Windeseile die erlittenen Verluste wieder wettzumachen. Er geht dann Positionen ein, zu dem er sonst nicht einsteigen würde, oder versucht mit größeren Positionen und damit größeren Risiken die Wunden zu heilen. Glücklicherweise zähle ich mich zu den gefestigten Tradern, was nicht arrogant klingen soll, denn jeder Trader, egal wie gut und/oder erfahren er auch sein mag, ist nicht vor Fehler gefeit!
Besonders unter die Räder kam gestern der Rohstoffsektor, der sich die Wochen und Monate zuvor noch so stark zeigte. Mit dem kräftigen Rückgang bei Gold und Öl verzeichnen insbesondere Aktien des Rohstoffsektors an den Börsen in Fernost Verluste.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,21% |
| Dow Jones: | +0,18% |
| S&P 500: | -0,13% |
| Nasdaq: | -0,12% |
| EUR/USD: | -0,32% |
| Gold: | -2,37% |
| Silber: | -3,66% |
| Öl (Sorte Brent): | -1,58% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): Chancen wurden vergeben
Nicht nur ich hatte mir vom Jahresanfang mehr erwartet. Die Zeichen beim Dax standen auf Grün, doch die Chancen, die durchaus da waren, wurden von den Bullen bislang allesamt nicht genutzt. Auch gestern wurde der Sprung über die 7.000er-Marke nicht mit Anschlusskäufen untermauert. Mein Long-Einstieg den ich mit dem Bruch des Widerstands bei 7.008 Punkten einging, hatte somit keine Chance. Long oder short? Die Marktteilnehmer sind sich noch nicht einig, der Dax schwankt daher zwischen 6.950 und 7.025 Punkten hin und her.
Die kleinen Gewinnmitnahmen an den Börsen in Fernost ziehen den Dax am Morgen ein wenig nach unten. Er liegt nun exakt auf der Unterstützungslinie bei 6.950 Punkten. Diese sollte auch unbedingt gehalten werden, sonst ist ein Rückgang bis 6.900 Punkte zu erwarten - ich gehe also short, sofern die Unterstützung nicht hält. An der runden Marke bin ich bereit long zu gehen, wenn dort der Abwärtsdruck endet und der deutsche Leitindex wieder nach oben strebt. Ansonsten gilt es, short zu bleiben und auf eine Ausweitung der dann eingetretenen Korrekturbewegung zu setzen. Der Kursbereich um 6.840 Zähler ist dann das nächstliegende Ziel der Bären.
Kommt der Dax nach der offiziellen Handelseröffnung wieder an die 6.950 Punkte-Zone heran und kann sich, wie schon gestern, dort abstoßen, eröffne ich eine Long-Position.
Nach deutlich höheren Notierungen quittiere ich einen Rückfall unter die 7.000er-Marke mit einem Short-Einstieg. Gelingt es den bullisch eingestellten Marktteilnehmern aber, den Widerstand um 7.040 Punkte zu knacken, gehe ich long (bzw. bleibe long investiert).
Gestriges Ergebnis: Verlust 22 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Die Marktteilnehmer sind noch unentschlossen: Long oder short?
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
