Ganz einfache Trading-Techniken: Deutsche Börse
Tom Firley in Investors Daily
vom 5. August 2009, 18:00 Uhr
ENL5462
heute Morgen besprach ich kurz die aktuellen Börsen-Nachrichten zu Henkel und der Deutschen Börse AG. Jetzt schauen wir uns anhand der Deutschen Börse AG-Aktie ganz einfache Trading-Techniken an.
Wie ich im März beschrieb, war es damals recht interessant, sich die Einzelwerte (aus der Dax-Familie als auch bei den amerikanischen Blue Chips) anzugucken, welche die Tiefs aus 2008 überbieten. Schauen wir uns dies zunächst einmal bei der Deutschen Börse AG an:
Chart Deutsche Börse AG
Am 31. März hat die Aktie der Deutschen Börsen das 2008er Tief bei 45 Euro überbieten können. Zweifellos: Der Einstieg wäre damals recht spekulativ gewesen. Hier sei ein kleiner Einschub gestattet:
Ich selbst sprach immer wieder von einer „Hoffnungs"-Rally und „traute dem Börsenbraten nicht" (das tue ich übrigens nach wie vor nicht...). Allerdings betonte ich auch immer wieder, dass sich „nichts länger hält als ein Provisorium". Das sind aber so gesehen nur Mutmaßungen aufgrund fundamentaler Überlegungen; das Entscheidende sagt uns der Chart selbst - auch wenn die Luft immer dünner wird. Spekulativeren Naturen habe ich auch immer wieder die Einstiegsmöglichkeiten anhand des 20-Tage-GDs ans Herz gelegt. Essentiell ist in dieser Börsenphase das Setzen von Stopps. Das ist (fast) alles. Weiter im Text:
Ein erster vorsichtiger Einstieg bei der Deutsche Börse-Aktie erfolgte also bei 45 Euro (schwarzer Kreis), nach Überschreiten des 2008er Tiefs. Ein sinnvoller Stopp wäre etwas unterhalb des letzten Tiefs bei 39,60 Euro gelegen. Der Stopp wäre dann nach Erreichen markanter Hochpunkte sukzessive nachgezogen worden.
Ein Aufstocken der Position (oder auch nur der Hinweis, dass die Aktie auf dem richtigen Wege ist...) wäre nach Überschreiten des 256-Tage-GD erfolgt (blauer Kreis) am 15. Mai. Damals lag der Kurs bei 59 Euro.
Ganz wichtig ist jetzt die grüne Linie. Der Aktie ist es nicht gelungen diese zu überschreiten und prallt ziemlich genau an dem letzten Hochpunkt ab. Hier spätestens wäre also ein Nachziehen des Stopps vonnöten gewesen. Dieses Zwischenhoch lag bei 64,86 Euro. In diesem Falle ließe ich der Aktie noch etwas Platz bis unter 60 Euro, etwa bis zu 58,50 Euro. Auf gar keinen Fall sollte diese Position noch ins Minus laufen.
Einen weiteren Warnhinweis erhielten wir mit dem Unterbieten der 20-Tage-Linie (roter Kreis). Wie gesagt, es war ein Hinweis. Kriegsentscheidend war dann das Erreichen des Stopps auf Schlusskursbasis bei 58,50 Euro am 12.Juni.
Rechnen wir zusammen: Einstieg bei 45 Euro, Aufstocken bei 59 Euro. Ergibt einen Mittelkurs von 52 Euro. Ausstieg erfolgte bei ca. 58,50 Euro. Summa summarum ergibt dies einen Gewinn von 12,50% (hinzu kommt übrigens noch eine Dividenden-Zahlung von 2,10 Euro).
Fazit: Freilich, 12,50% sind kein Hammer-Ergebnis. Aber das soll auch nicht Sinn der Darstellung gewesen sein (ich hätte auch die Deutsche-Bank-Aktie nehmen können, bei der Sie Ihren Einsatz mehr als verdoppelt hätten...).
Ich möchte Ihnen lediglich zeigen, wie Sie mit solchen Börsenphasen umgehen können. Und natürlich weise ich darauf hin, dass diese Vorgehensweise eine sehr simple ist und nur dann funktioniert, wenn Sie gleichzeitig Ihr Glück auf mehrere Werte streuen, alle Index-Werte (z.B. aus dem Dax) im Blickfeld haben und weitere technische Instrumente ins Kalkül ziehen.
Das Essentielle an der ganzen Sache ist ganz einfach, dass Sie Ihre Stopps im Blick haben. Dabei ist es Geschmackssache, ob Sie den Stopp mental setzen (also nicht in Ihr online-System eingeben) und mehr oder weniger auf Schlusskursbasis agieren. Oder ob Sie den Stopp direkt ins System eingeben und mögliche Tageserholungen damit nicht abwarten.
Ich bevorzuge die erste Variante. Allerdings klebe ich auch den ganzen Tag vorm Kurs-Monitor... und kann ggf. die Reißleine ziehen. Morgen zeige ich Ihnen diese einfache Vorgehensweise an einem weiteren Beispiel.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
PS: Wie Sie im Chart erkennen, hätte sich bis Mitte Juli u.a. wegen eines fallenden 20-Tage-GD und eines MACD auf Verkauf kein weiterer Einstieg angeboten.
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