G20 Gipfel
Tom Firley in Investors Daily Update
vom 2. April 2009, 10:30 Uhr
Liebe Leser,
heute ist es also soweit, der G20-Gipfel tagt in London. In meinen Augen kann dieser Tag einer der wichtigsten Meilensteine der (Finanz-)Geschichte in diesem noch jungen Jahrhundert werden.
Zwei Lager beim G20 Gipfel
Allerdings macht sich zumindest bei mir bereits im Vorfeld etwas Skepsis breit. Schon jetzt, ein paar Stunden vor Beginn des Gipfels, ist eines relativ klar: Es geht nicht (mehr) um globale Lösungen; es geht vielmehr um einen Kompromiss zwischen den Hauptlagern Obama / Brown und Merkel / Sarkozy.
US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister Gordon Brown sprechen sich für die Ausweitung der Konjunkturprogramme aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert einhellig mit Frankreichs Staatspräsident Nicola Sarkozy „konkrete Ergebnisse" und Regulierung.
Ich bin sehr gespannt auf die konkreten Ergebnisse.
Es gibt etwas, was nicht passieren darf, aber ein (ganz) klein wenig zu befürchten ist... hier der Gedanke:
G20-Gipfel ist kein Wahlkampf
US-Präsident Obama kommt quasi als Gast in die „alte Welt" (also Europa). Obama hat einen langen US-Wahlkampf hinter sich, der ihn schließlich zum Sieger machte. Es ist wohl jedem klar, dass zu einem Wahlkampf (gerade in den USA...) eine große Portion schauspielerisches Talent gehört. Erinnern sich an den Wahlspruch „Yes, we can!"? Was vor ein paar Monaten noch im deutschen Farbfernsehen sogar bei vielen von uns für mitfühlenden Enthusiasmus gesorgt hat, funktioniert aber eben nur in den USA. Aber:
Falls Barack nach stundenlangen Debatten mit einem charming-boy-Lächeln unserer Angie mit den Worten: „Können wir das schaffen?" den Ball zuwirft, und Angie dann mit einem Bob-der-Baumeister-Grinsen antworten würde: „Yes, we can.", dann ... ja dann, würden wir wissen, wer das Tauziehen gewonnen hat. Und dann würden alle, sich gegenseitig auf die Schulter klopfend, nach Hause gehen / fliegen.
Nun, so wird es vermutlich nicht kommen. Zu ernst ist das Thema und zu weitgreifend die Folgen der möglichen „Beschlüsse". Außerdem hätte da Sarkozy etwas dagegen. Der drohte nämlich laut Medien schon damit, den Gipfel zu verlassen, wenn nicht tatsächliche konkrete Ergebnisse das Ziel seien. Was wird also passieren?
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