FX Market: Bank of England schwächt die eigene Währung
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 12. August 2009, 12:00 Uhr
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*** Jetzt ist dieser Schwachsinn doch spürbar auf Europa übergeschwappt.
Thema „quanitative easing" oder „Assetkaufprogramm". Bedeutet im Klartext: Die Zentralbank eines Landes kauft Staatsanleihen mit selbst gedrucktem Geld.
Beziehungsweise: Das Geld wird noch nicht mal gedruckt. Per Tastendruck werden ein paar Zahlen und sehr viele Nullen dahinter erschaffen, nachdem zuvor eine Null diese Entscheidung getroffen hat.
Finde ich äußerst fragwürdig, so eine Vorgehensweise - sie findet allerdings derzeit den Applaus sehr vieler Wirtschaftswissenschaftler und auch eines großen Teils der Mainstream-Presse.
So hat die Fed in den USA für bis zu 300 Mrd. Dollar Staatsanleihen kaufen können. Bequeme Methode, so sind die USA weniger davon abhängig, dass Chinesen und Japaner und Araber US-Staatsanleihen kaufen.
Doch um welchen Preis! Wer anfängt, Staatsschulden mit selbst gedrucktem Geld zu finanzieren, der schädigt früher oder später die eigene Währung. In Deutschland musste das die Bevölkerung z.B. nach dem Ersten Weltkrieg schmerzhaft spüren, es kam zu einer Hyperinflation.
*** Und jetzt auch Großbritannien: Die Bank of England (BoE) hatte bereits im Juni/Juli für 125 Milliarden britische Pfund (125.000.000.000 Pfund) eigene Anleihen/"Giftpapiere" von Banken gekauft.
Vor wenigen Tagen die Ankündigung: Dieses „Programm" stocken wir um weitere 50 Milliarden britische Pfund auf. (Mit anderen Worten: Es drückt jemand auf ein paar Tasten, dann sind virtuelle 50.000.000.000 Pfund da.)
Wenigstens am FX-Market (Devisenmarkt) gibt es klar sehende Trader:
Konsequenterweise verlor das britische Pfund nach dieser Ankündigung gegenüber dem Euro umgehend rund 0,8 pence.
*** Übrigens:
Da ich von pauschaler Politikerschelte nichts halte, hier nochmals der Hinweis auf den Regierungschef eines europäischen Staates, welcher diese auch moralisch fragwürdige Praxis (Schulden mit selbstgedrucktem Geld bezahlen) öffentlich anprangerte:
„Die Dinge, die andere Notenbanken jetzt machen, müssen wieder zurückgefahren werden." (Bezogen auf den Ankauf von Staatsanleihen mit selbst gedrucktem Geld.)
Und weiter: „Ich sehe mit großer Skepsis, welche Vollmachten zum Beispiel die Fed hat und wie sich im europäischen Bereich auch die Bank of England ihre kleinen Linien erarbeitet hat."
Diese Kritik schon im Juni - als die Bank of England mit dieser Praxis begann. Die Skepsis war mehr als berechtigt, denn aus den „kleinen Linien" (nicht Kokain, sondern Erlaubnis zum Kauf von Staatsanleihen) wurden breite Streifen, Volumen wie gesagt aktuell auf 175.000.000.000 Pfund erhöht.
Pardon, Korrektur. Es war kein „er", der dies kritisierte (und sich damit außerhalb der Trader´s Daily-Gemeinde harte Kritik einstecken musste), sondern eine „sie": Die deutsche Bundeskanzlerin.
Hat mich sehr gefreut! Noch ist Polen/Deutschland/Europa nicht verloren.
Ihr
Michael Vaupel