Fundamentalanalyse vs. Technische Analyse 1/3

in Devisen-Monitor zum Thema Chartanalyse
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Wer regelmäßig Börsenberichte liest, stößt häufig auf zwei Methoden, die einer Analyse zugrunde liegen: Fundamental- oder technische Analyse. Auch im Devisen-Monitor sprechen wir häufig von Resultaten der technischen Analyse oder Hinweise, die sich aus der Fundamentalanalyse ergeben. In diesem und den folgenden Beiträgen wollen wir die Unterschiede der beiden Ansätze genauer betrachten, dabei liegt unser Fokus natürlich auf Analysen des Devisenmarktes.


Marko-ökonomische Faktoren geben den Takt an

Die Fundamentalanalyse beschäftigt sich vor allem mit den makro-ökonomischen (gesamtwirtschaftlichen) Indikatoren und den politischen Risiken eines Währungsraumes gegenüber einem anderen Währungsraum. Im Mittelpunkt steht hier die Ergründung der Einflussfaktoren auf den Wechselkurs, die schlussendlich den aktuellen Wechselkurs erklären sollen.

Die technische Analyse befasst sich dagegen mit der historischen Kursentwicklung des Wechselkurses und versucht auf Grundlage des vergangenen Kursverlaufs möglichst zuverlässige Prognosen zu erstellen. Während sich also die technische Analyse mit der tatsächlich eingetretenen Wechselkursänderung als Resultat der Einflussfaktoren beschäftigt, untersucht die Fundamentalanalyse die Ursachen der Veränderungen der Einflussfaktoren.

Sicherheit eines Währungsraumes von großer Bedeutung

In der Fundamentalanalyse werden beispielsweise die Inflationsraten, die Zinsentwicklung, die Geldmenge, die Wachstumsraten und die Arbeitsmarktdaten untersucht. Neben diesen makroökonomischen Faktoren fließen auch politische Indikatoren in die Betrachtung ein. Hierzu zählen die Stabilität und das Vertrauen in die aktuelle Regierung, der wirtschaftspolitische Kurs und die damit verbundenen Zukunftsaussichten auf Wachstum und Beschäftigung. Der Sicherheitsgedanke eines Währungsraums hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dazu zählt auch die Ausprägung des Rechtsstaats und die damit verbundene Unabhängigkeit der Justiz sowie die Vertragstreue bilateraler und internationaler Abkommen.

Die wichtigsten makroökonomischen Faktoren, die in der Fundamentalanalyse untersucht werden sind die Außenhandelsbilanz, die Inflationsrate, das Zinsniveau und die Kaufkraftparität.

Die Außenhandelsbilanz: Der Saldo zwischen Im- und Exporten lässt einen direkten Rückschluss auf die Nachfrage der Landeswährung zu. Eine negative Außenhandelsbilanz bedeutet, dass die monetäre Summe der Importe größer war als die monetäre Summe der Exporte. Folglich mussten in der Größenordnung des Defizits Devisen nachgefragt werden, was nichts anderes bedeutet, als dass die Landeswährung gegen Fremdwährungen eingetauscht werden musste. Dieser Vorgang wirkt sich meist negativ auf den Wechselkurs der inländischen Währung aus. Erzielt ein Land dagegen Außenhandelsüberschüsse, zieht dies in der Regel eine Aufwertung der inländischen Währung nach sich.

In der nächsten Ausgabe betrachten wir weitere Indikatoren der Fundamentalanalyse, bevor ich auf die Grundlagen der technischen Analyse zu sprechen kommen.

 

von
Thomas Kallwass
Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert und langfristig erfolgreicher als der Gesamtmarkt.


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