Für Einsteiger: Lösungsvorschlag zum Mittwoch
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 10. April 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
kurz und knapp mein Lösungsvorschlag zu den Fragen vom Mittwoch:
- Fundamentale Analyse: Die fundamentale Analyse gibt an, was wir kaufen sollten. Für welche Anlageklassen / Unternehmen / Rohstoffe etc. ist die Situation besonders gut? Wo sieht es eher schlecht aus? Die Antwort hierauf liefert uns die fundamentale Analyse. Hierunter fällt z.B. das Betrachten von Wirtschaftsdaten, Unternehmensdaten, Rohstoffberichten und vieles mehr.
- Technische Analyse: Die technische Analyse gibt an, wann wir etwas kaufen sollten. Idealerweise spielen also fundamentale und technische Analyse zusammen, um unsere Chancen, richtig zu liegen, zu erhöhen. Natürlich hängt dies auch davon ab, wie unser Zeithorizont ist (je kurzfristiger gehandelt wird, desto wichtiger ist die technische Analyse, je langfristiger gehandelt wird, desto wichtiger die fundamentale Betrachtung), jedoch würde ich niemals ganz auf eine der beiden Formen verzichten. Varianten der technischen Analyse gibt es sehr viele; manche muten gar stark nach unseriöser "Kaffeesatzleserei" an und die technische Analyse wird nicht von jedem Analysten akzeptiert. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die technische Analyse durchaus Sinn macht. Meine bevorzugte Variante der technischen Analyse ist die sog. Point&Figure Methodik. Hierbei handelt es sich um die älteste Charttechnik in der Finanzmarktgeschichte. Die Point&Figure Technik wurde über die Jahrzehnte jedoch stets modernisiert und erweitert und wird heute von vielen institutionellen Investoren besonders in den USA gerne verwendet. Ich werde Ihnen die nächsten Wochen aber auch andere Charttechnik-Methoden vorstellen, so dass Sie sich einen besseren Eindruck machen können.
- Finanzmedien: Die Finanzmedien sind Geschäftsbranchen wie andere Industrien auch. Immer wieder erlebe ich bei Anfängern, dass sie sich sehr auf die Finanzmedien verlassen. Bitte bedenken Sie stets, dass das Ziel der Finanzmedien nicht ist, Sie aufzuklären (ich spreche hier von den Massenmedien, also nicht von Eilbriefen oder unabhängigen Börsenbriefen) sondern eine möglichst hohe Auflage bzw. Einschaltquote zu erzielen. Ich würde mich niemals auf Finanzmedien verlassen, wenn es darum geht, Fragen zur eigenen Geldanlage zu klären. Das führt meist direkt in die Katastrophe. Mehr hierzu werde ich in zukünftigen Artikeln noch erläutern.
- Finanzmarktgeschichte: Die Finanzmarktgeschichte ist etwas, was von vielen Akteuren am Markt und von vielen Politikern gerne ausgeblendet wird (Aktuelles Beispiel: Die "Rettungspakete" und die Situation etwa in Japan, wo nämlich genau dieser Kurs sich seit über 10 Jahren als wirkungslos herausgestellt hat). Aus ihr lassen sich jedoch wertvolle Rückschlüsse ziehen.
Ab nächster Woche werden wir beginnen, uns die einzelnen, hier genannten Punkte einmal ausführlicher und intensiver anzusehen...
Beste Grüße
Alexander Hahn