Fünf Jahre "Große Korrektur"

in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


Oh ja, liebe Leser, wir sind seit fünf Jahren in dieser Großen Korrektur" Krise und wieder einmal wendet die Welt (allen voran Barack Obama) ihre müden Augen auf Dr. Bernanke.

Berühre uns... heile uns... nimm den Schmerz von uns. Trage uns ins Paradies."

Oder bring uns zumindest zurück ins Weiße Haus! Und es wird gemunkelt, Ben Bernanke macht sich bereit.


Die Fed kündigen mehr Aktion an...", sagt das Wall Street Journal.

Aktien steigen, in der Hoffnung auf weitere Anreize", berichtet die Financial Times.

Aber nicht das ganze Fed-Team ist derselben Ansicht. Richard Fisher, von der Fed-Bank in Dallas ist es sicherlich nicht:

Ich glaube daran, dass wenn wir diesen Weg zu weiteren Gefälligkeiten weiter gehen an dieser Stelle, würden wir uns nicht einfach einen Strick basteln, sondern als Komplizen für diesen Unfug gesehen werden, der synonym mit Washington geworden ist."

Meine Vermutung ist, dass Mr. Fisher irgendwann auf der Strecke bleibt. Früher oder später.

Matthew O Brien, der für The Atlantic" schreibt, erklärt wieso: "Rette uns Ben Bernanke, du bist unsere einzige Hoffnung" von Matthew O Brien. Ich zitiere:

Dies ist vielleicht nicht unsere dunkelste Stunde, doch der enttäuschende Arbeitsmarktbericht für Mai zeigte, dass die amerikanische Wirtschaft mal wieder in die Mindestgeschwindigkeit abdriftet. Es sind nicht nur die anämischen 69.000 Jobs, die in der Wirtschaft hinzugefügt wurden. Noch beunruhigender waren die scharfen Abwärtskorrekturen zu den Vormonaten. Es sieht aus, als würde uns wieder eine unwillkommene Sommerflaute erwarten, die wir aus den Jahren 2010 und 2011 bereits allzu gut kennen."

"Die Märkte haben ein schlechtes Gefühl, was das angeht. Es geht nicht nur im den verschlechterten Ausblick der USA. Auch Europa und China winden sich auf der dunklen Seite des Wachstums. Der Euro spielt seine Version von Schrödingers Experiment: im gleichen Moment ist er sowohl gerettet, als auch totgeweiht. Im Moment scheint er mehr und mehr todgeweiht."

"Dann ist da dieser slowdown in China, einhergehend mit Indien und Brasilien. Diese Wirtschaften imponierten mit globalem Wachstum in den dunklen Jahren 2008 und 2009, doch scheinen jetzt auf wackligen Beinen zu stehen. Die Fed ist unsere letzte Hoffnung, und nun, es gibt keine andere. Die Republikaner im Kongress blockieren weiterhin Konjunkturmaßnahmen, trotz historisch niedriger Finanzierungskosten und einem eindeutigen Bedarf an einer besseren Infrastruktur. So bleiben nun Ben Bernanke und Co als einzige Linie zur Verteidigung."

Werden die Politiker Komplizen des Washingtoner Unfuges sein? Darauf können Sie wetten, weil es eine Wirtschaft ist, die über 30 Jahre von mehr Krediten und Cash abhing. Das kann jetzt nicht aufhören.

von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von rolf bichsel

wenn etwas schon 10 oder eher 20 jahre dauert,,..so kann man es doch sicher die neue normalität nennen,und nicht als krise,hoch reden,es ist einfach so wie es ist, und die 1% reichen sind einfach reich geworden weil sie den 99% die produkte verkaufen,.. meist mit geliehenem geld, die diese reichen anbieten,also wieder normalität,..und keine verschörung des fed

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Kommentar von Albert Karl

Ihr Zitat oben über Mr. Matthew O Brien, der für The Atlantic schreibt, erinnert mich ein wenig an die Zeit der damaligen Hohenpriester. Diese wussten aus ihren astronomischen Berechnungen, wann eine Mond- oder Sonnenfinsternis zu erwarten war. Damit hatten sie Macht; das Volk hatte nicht hinterfragt, sonst wäre man evtl. dahinter gekommen, dass sich eine Sonnenfinsternis natürlich nicht anhalten lässt. Womit ich jetzt wieder bei Mr. O Bien bin "Rette uns Ben Bernanke, du bist unsere einzige Hoffnung". Ja, da wird doch tatsächlich erwartet, dass der "Hubschrauber Ben" den großen Zauberstab herausholt und damit alle Krisen wie Schulden, das schrumpfende Wachstum, die steigende Arbeitslosigkeit und warum nicht gleich den Welthunger usw. mit beseitigt. Und dies, wohl wissend, dass es Business Cycles gibt, gegen die Notenbanken und Finanz- und Geldpolitik einfach machtlos sind, wie eben der oben zitierte "Hohenprister gegen die Sonnenfinsternis. Natürlich können Notenbanken (allerdings nicht in einer extrem überschuldeten Wirtschaft) nach einem Abschwungzyklus mit einer gelockerten Geldpolitik den nächsten Aufschwung verstärken und weiter anschieben. Aber sie können keine Rezession, verhindern, auch wenn sie es gern sehen, dass die Bürger das glauben. Herr Bernanke sorgt sich wegen der Krise im Euroraum. Klar, weil die USA in dieser Finanzkrise kaum eingreifen kann und zum Zuschauen verurteilt ist. Und wenn Herr Bernanke seine Bereitschaft zum Handeln signalisiert hat, sind das leere Worte. Das eigentliche Problem der US-Regierung mit der Euro-Krise ist doch die eigene Hilflosigkeit. Heute kann Washington Hilfen wie damals mit dem Marshall-Plan in den 1947er Jahren nicht mehr leisten. Aber abgesehen davon: Wir haben doch bereits die lockerste Geldpolitik aller Zeiten, in der weitere Lockerungen keinen Effekt mehr haben, da mehr günstigere Kredite in einem überschuldeten Kreislauf nicht mehr greifen. Also, den Notenbanken sind leider die Hände gebunden. Es gibt keinen Königsweg, weder für die EZB, noch für die Fed, um die Krisen zu bewältigen. Unsere europäischen Politiker müssen weitere Maßnahmen ergreifen, um die Währungsunion auf eine solidere Grundlage zu stellen. Letztlich sind eine solide Finanzunion nötig mit einer einheitlichen Bankenaufsicht und der Möglichkeit, Banken zu schließen (in Analogie USA), und eine einheitliche Einlagensicherung.

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