FTSE 100: Aktienmarkt ignoriert politische Krise
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 06. Mai 2008 08:30 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
der britische Aktienmarkt müßte gemessen an der politischen Entwicklung auf der Insel eigentlich im freien Fall begriffen sein. Die Wechsel vom am Ende ungeliebten Tony Blair zum Magier der Finanzen, Gordon Brown, im Amt des Premierminsters sollte der Regierungspartei Labour eigentlich neuen Schwung und neue Wähler bringen. Stattdessen hat sich seit dem Amtsantritt von Brown die Situation für die Opposition wesentlich verbessert. Neben der einsetzenden Rezession in den USA ist der britischen Wirtschaft die zu starke Abhängigkeit von Finanzsektor nicht gut bekommen. Die Krise am Häusermarkt und ein überstrapazierter Staatshaushalt engen den Bewegungsspielraum der Regierung stark ein. All das scheint der Stimmung am Aktienmarkt aber keinen Abbruch zu tun, denn der FTSE 100 hat ein neues Kaufsignal geliefert.
Dahinter verbirgt sich die Hoffnung, dass die Krise im Bankenbereich bald ausgestanden und die depressive Stimmung in der City, wie der Finanzdistrict in London genannt wird, bald Schnee von gestern sein könnte . Betrachtet man allein die Entwicklung des britischen Aktienindex , so ergibt sich zumindest kurzfristig ein positives Bild. Das Überschreiten eines seit November 2007 gültigen, untergeordneten Abwärtstrends am vergangenen Freitag verschaft dem FTSE 100 Kurspotenzial bis an die vorherrschende Abwärtstrendgeraden bei rund 6.450 Punkten.
Insbesondere die Finanzaktien gehören zu den Treibern dieser Aufwärtsentwicklung. Wie in fast allen europäischen Indizes ist das aktuelle Geschehen aber zunächst als eine Erholung im besteheden Abwärtstrend zu bewerten. Zwar haben manche Sub-Indizes ihre Abwärtsbewegung schon nachhaltig beendet. Für alle anderen gilt es aber bevorstehende Signale auf jeden Fall abzuwarten.
