Früher oder später ...
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 03. Januar 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Die Asiaten produzieren.
Die Amerikaner konsumieren.
Die Asiaten sparen.
Die Amerikaner geben aus.
Die Asiaten verleihen Geld.
Die Amerikaner leihen sich Geld.
Die Asiaten verkaufen.
Die Amerikaner kaufen.
Die meisten Beobachter sehen in diesem Arrangement eine Art Symbiose. Aber was ich sehe, ist Parasitismus.
Wir (die Amerikaner – ich bin ja selber einer) kaufen, ... aber wir haben kein Geld. Die Amerikaner haben keine Ersparnisse. Und die realen Stundenlöhne fallen sogar! Das ist der Grund dafür, dass die amerikanische Währung unter Druck steht. Der Dollar ist eine Währung geworden, die mit fast jedem Tag weniger wert wird. Ein europäischer Investor, der am Tag der Wiederwahl von George W. Bush zum Beispiel eine lang laufende US-Staatsanleihe gekauft hätte, der hätte bereits die Zinsen für ein ganzes Jahr verloren – allein durch den Währungseffekt.
Diese merkwürdige Situation dauert nun schon so lange an, und sie ist so merkwürdig geworden, ... dass die Ausländer nun US-Vermögensanlagen im Volumen von 10 Billionen Dollar halten – und jeden einzelnen Tag steigt dieser Betrag um rund 2 Milliarden Dollar!
Aber die Ausländer schienen nicht zu bemerken, dass sie Geld verlieren. Mr. Asakawa hat einen Währungs-Monitor neben seinem Bett, der ihn nachts aufweckt. Ich kann nicht verstehen, warum er sich wecken lässt – denn obwohl er jeden Tag Milliarden verlor, tat er dennoch nichts dagegen.
Aber früher oder später werden die Ausländer reagieren. Ein weiterer Rückgang des Dollarkurses um 10 % würde sie eine Billion kosten. Und was wäre, wenn der Dollar um 20 % fiele? Man sollte doch damit rechnen, dass die Ausländer ihre Dollarbestände verkaufen, um das zu vermeiden. Oder zumindest sollten sie aufhören, weitere Dollar zu kaufen.
Und wenn sie das täten, dann würde der amerikanische Anleihenmarkt das sofort spüren. Dann würden die Glocken wirklich läuten, – wenn die Anleihenkurse fallen und die Renditen steigen würden.
Aber noch scheint die Sonne.
Was kann man mehr verlangen?