Frohe Botschaften
Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 20. Dezember 2007 07:30 Uhr
ENL5454
Liebe Leserin, lieber Leser!
Pünktlich zum Weihnachtsfest werden wir mit frohen Botschaften geradezu überschüttet.
„Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin in einem soliden Aufschwung“, diagnostiziert die Deutsche Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht. Auch in den Jahren 2008 und 2009 werde sich der „Aufschwung“ fortsetzen. Gleichzeitig räumen die Notenbanker aber ein, daß sich das Wachstumstempo deutlich abschwäche.
Auch 2008 hohe Teuerungsrate erwartet
Äußerst aufschlussreich ist auch, daß die „Herren des Geldes“ auch für das Jahr 2008 einen starken Anstieg der Verbraucherpreise erwarten. Die EZB sieht auch für das kommende Jahr eine offizielle Inflationsrate von über zwei Prozent vorher.
Eher unwahrscheinlich ist, daß 2008 der Referenzwert für das Geldmengenwachstum in Höhe von 4,5 Prozent erreicht wird. Im Oktober 2007 betrug die Jahreswachstumsrate der Geldmenge M3 stolze 12,3 Prozent.
Unbegrenzte Liquidität
Sehr interessant ist auch, daß die Zentralbank den Banken nunmehr unbegrenzt Liquidität zur Verfügung stellen will. Für einen Mindestzinssatz in Höhe von 4,21 Prozent können sich die Geschäftsbanken in den kommenden beiden Wochen unbegrenzt refinanzieren.
In den Massenmedien ist eine solche Meldung über die „große Geldpumpe“ eher schwerlich zu finden.
700 Euro mehr?
Im Gegensatz zu den „Liquiditätsoperationen“ der Notenbank werden die Schlagzeilen mit der „frohen Botschaft“ einer steigenden Kaufkraft im neuen Jahr geradezu überflutet. Die Deutschen werden laut GfK im Schnitt 700 Euro mehr zum Leben haben. Die Kaufkraft soll um stolze 3,8 Prozent zunehmen. Auf den ersten Blick erscheint dies wahrlich fast schon zu schön um wahr zu sein.
Nominale Täuschung?
Abgesehen von der Frage, ob bspw. auch Rentner oder Empfänger von Sozialleistungen mit solchen Zuwächsen beglückt werden, ist es wahrlich zweifelhaft, ob die Menschen wirklich real 700 Euro mehr in der Tasche haben. Zu bezweifeln ist auch, ob die Inflationsrate wirklich nur zwei Prozent beträgt. Bei den überlebensnotwendigen Ausgaben zeichnen sich schon jetzt deutlich höhere Anstiege ab. Die Verteuerung von Nahrungsmitteln, Energie und co. geht auch in 2008 weiter. Einzig erfreulich wäre vielleicht, wenn sich der Anstiegswinkel etwas abflachen würde.
Wohin mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel?
Zweifelsohne ist zu hoffen, daß Ihnen am Ende des Tages tatsächlich 700 Euro mehr im nächsten Jahr zur Verfügung stehen. Wenn dies wirklich der Fall ist, dann stellt sich in der Tat die Frage, wohin mit dem „Papiergeld“.
Für 700 Euro kann man gegenwärtig ungefähr ein kg Silber und drei 20 CHF Vreneli-Goldmünzen kaufen. Ob dies Ende 2008 auch noch möglich sein wird?
In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen und Ihren Liebsten von Herzen eine besinnliche und ruhige Weihnachtszeit und alles erdenklich Gute im Neuen Jahr!