Heizölpreis und Preissicherung?
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 19. Februar 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
vor einigen Wochen erreichte mich eine Zuschrift mit der Frage, ob es denn möglich sei, sich den gegenwärtig niedrigen Heizölpreis (z.B. mittels Derivaten) zu sichern. Der Leser möchte anscheinend den doch recht niedrigen Einkaufspreis „mit in den nächsten Winter nehmen“.
Betrachten wir erst einmal den Wochenchart für Heizöl (Continuous Future Kontrakt):
Abb.: Wochenchart Heizöl
Wie Sie dem Chart entnehmen können, befindet sich der Heizölpreis tatsächlich auf recht niedrigem Niveau. Eine zukünftige Preissicherung könnte sich somit lohnen.
Doch welche Absicherungsmöglichkeiten hat ein Privatanleger? Future Kontrakte auf Heizöl will ich an dieser Stelle einmal ausschließen. Schließlich steht ein Kontrakt für 42.0000 Gallonen (1 Gallone sind etwa 3,8 Liter...). Wenn Sie also keine Fabrik zu heizen haben, sollten Sie lieber die Finger von Heizöl-Futures lassen.
Bleiben da noch die guten alten Derivate. Laut z.B. www.onvista.de gibt es keine Optionsscheine auf Heizöl. Allerdigs finden Sie unter diesem Link 14 verschiedene Knock Out Zertifikate mit unterschiedlichen Hebeln (von 1,8 bis 8,6). Je näher die Knock Out Schwelle, desto höher der Hebel des Zertifikats.
Vergleichen wir einmal z.B. den Verlauf eines Commerzbank Unlimited Turbo Bull Zertifikats (WKN CM8HVE) mit dem Heizölpreis in den vergangenen 12 Monaten (zum Chart des Zertifikats geht es hier):
Abb.: Tageschart Heizöl
Wie Sie sehen, konnte das Zertifkat die Bewegungen des Basispreis sehr gut nachbilden. Immer wenn Heizöl ein neues Tageshoch erreichte, zog das Knock-Out Zertifikat nach.
Falls Sie ein Knock-Out Zertifikat wie dieses (Unlimites Turbo Bull) zum Hedgen nutzen möchten, sollten Sie jedoch ein paar Dinge beachten:
- Der Stop-Kurs des Knock Out Zertifkats wird monatlich neu angepasst
- Sollte der zugrundeliegende Basispreis die Stop-Schwelle berühren, wird nur der Restwert zurückgezahlt.
- Die Laufzeit des Zertifikats ist unbegrenzt, solange die Knock-Out-Schwelle nicht berührt wird.
Doch bedenken Sie bei der ganzen "Hedge-Geschichte" eines:
Wir haben in Berlin einen Finanzminister sitzen, welcher den ganzen Tag damit verbringt sich zu überlegen, wie er Ihnen das Geld aus der Tasche ziehen kann. Ein Instrument, das er nutzt, ist die sog. „Abgeltungssteuer“. Selbst wenn Sie es also schaffen, mit einer Hedgestrategie einen Preisaufschlag bei Heizöl abzufangen, würde ein Viertel Ihres Gewinns + Soli + Kirchensteuer direkt nach Berlin und von dort aus wohl weiter nach Griechenland fließen.
Mein Kollege Martin Stephan befürwortet diese Zahlungen übrigens. Warum, lesen Sie weiter unten...
Beste Grüße
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