Freie Fahrt für Bullen
Till Kleinlein in Devisen-Monitor
vom 18. Januar 2012, 08:30 Uhr
ENL5454
glaubt man den Konjunkturdaten, dann gesundet die Weltwirtschaft schneller als noch vor Wochen vermutet wurde. Allein gestern belegten dies Daten aus China, den USA und das heimische ZEW-Konjunkturbarometer. Statt der erwarteten geringen Verbesserung um wenige Punkte, kam es zum größten Sprung, den es je bei der ZEW-Umfrage gab. Im vergangenen Monat hat sich die Meinung der Finanzexperten zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland extrem stark zum Positiven verändert. Die Euro-Krise und die zahllosen Abstufungen rückten dadurch in den Hintergrund, die Bullen hatten freie Fahrt. Der Aktienmarkt nahm diese Einladung dankend an, doch der Euro traut dem Frieden noch nicht so recht. Ein kurzer Ausflug über die 1,28er-Marke gelang zwar, doch die Fesseln sitzen noch zu fest.
Es bleibt dabei: Die Marktteilnehmer blicken wieder optimistischer in die Zukunft. Ob die aktuelle Bullen-Phase aber auch stabil genug ist, um Störfeuer zu ignorieren, wird sich noch zeigen müssen. Es bleibt spannend!
Exkurs: Jeden Monat veröffentlicht das Zentrum für Europäische Wirtschaft (ZEW) einen Indikator auf Basis der Antworten von 350 Finanzexperten. Der ZEW-Indikator soll die wirtschaftliche Lage in Deutschland aufzeigen. Er ist neben dem ifo-Index der einzige deutsche Indikator von Bedeutung.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | +1,82% |
| Dow Jones: | +0,48% |
| EuroStoxx50 | +1,49% |
| EUR/USD: | +0,17% |
| Gold: | +0,51% |
| Silber: | +0,70% |
| Öl (Sorte Brent): | +0,09% |