Freenet: Permira sagt „Auf Wiedersehen“
Cindy Bach in Insider Daily
vom 24. September 2009, 14:30 Uhr
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bei Freenet mehren sich die Anzeichen für einen Komplettverkauf des Mobilfunkers. Dow Jones Newswire meldete gestern den geplanten Verkauf eines großen Aktienpakets. Die Permira-Gesellschaft Telco, mit 32 Mio. Freenet-Aktien bislang größter Anteilseigner, soll demnach 19,1 Mio. Aktien abgeben und nimmt dabei knapp 180 Mio. Euro ein. Permira hat einige potenziell kostspielige Sorgenkinder im Portfolio wie die hoch verschuldete Senderkette ProSiebenSat.1. Experten zufolge steht die Beteiligungsfirma daher unter dem Druck ihrer Geldgeber, rasch Mittel auszuschütten.
Die Platzierung der Freenet-Anteile soll dem Vernehmen nach Goldman Sachs übernommen haben. Nach der Transaktion sinkt der Anteil von Telco an Freenet auf 10,1 Prozent.
Die Freenet-Aktie rauschte daraufhin zeitweise um mehr als 9 Prozent in die Tiefe. Unmittelbar nach Handelsbeginn notierten Freenet-Papiere nur noch bei 9,30 Euro. Die Reaktion der Anleger ist einerseits verständlich - aber auch übertrieben, denn die Platzierung ist lediglich ein weiteres Anzeichen für die schon seit geraumer Zeit erwartete Komplettübernahme des TecDAX-Konzerns. Dementsprechend gemäßigt fallen auch die Reaktionen der Analysten aus.
Sal. Oppenheim: Freenet bleibt ein "Kauf"
Sal. Oppenheim beispielsweise hat die Einstufung für Freenet auf "Buy" belassen und behält ihr Kursziel von 11,50 Euro bei. Der Verkauf des Anteils durch den britischen Finanzinvestor und Großaktionär dürfte zwar kurzfristig negativ wirken, ändere aber nichts an der positiven mittel- und langfristigen Perspektive von Freenet, schrieb Analyst Frank Rothauge am Mittwoch.
Die starke Entwicklung des Cash Flow dürfte sich trotz des Rückgangs der Umsätze fortsetzen. Außerdem sei das Unternehmen sei weiterhin in der Lage, eine attraktive Dividende zu zahlen. Rothauge rechnet mit mindestens 0,30 Euro je Aktie für 2009 und 0,60 Euro für 2010. Auf Basis dieser Betrachtungen gehen die Experten von Sal. Oppenheim davon aus, dass die Freenet Aktie in den kommenden sechs bis zwölf Monaten um mindestens 10 Prozent zulegen wird.
Die Freenet-Aktie verliert heute im frühen Handel noch einmal leicht und notiert am späten Vormittag bei 9,34 Euro. So mancher dürfte die wieder einstelligen Kurse zum Zukauf bzw. zum Neueinstieg nutzen.
Werfen wir zum Abschluss gemeinsam noch einmal kurz einen Blick zurück: Permira hatte seine Mobilfunkfirma Debitel vergangenes Jahr bei Freenet eingebracht und dafür unter anderem neue Aktien erhalten. Mit der Debitel-Übernahme hatte der damalige Freenet-Chef Eckhard Spoerr die von seinen Hauptaktionären Drillisch und United Internet (UI) geplante Zerschlagung Freenets verhindert.
Drillisch hatte ein Auge auf das Freenet-Mobilfunkgeschäft geworfen. UI wollte das Breitband-Internetgeschäft haben - und hat es mittlerweile auch billig bekommen. Ende Mai verkaufte Freenet seine defizitäre Breitbandsparte für 125 Mio. Euro. Noch Anfang 2009 hatten Analysten mit dem Zwei- bis Dreifachen gerechnet.
Ich wünsche Ihnen einen guten Handelstag.
Ihre
Cindy Bach