Freenet AG mit Rückenwind
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 12. August 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
Letzte Woche berichtete ich Ihnen an dieser Stelle über die positiven Anzeichen beim Telekommunikationsdienstleister "Drillisch".
Heute möchte ich nochmals den Blick auf ein Unternehmen aus der Mobilfunkbranche richten: Freenet.
Die Freenet AG ist mit mehr als 17 Millionen Mobilfunkkunden der größte netzunabhängige Telekommunikationsanbieter der Bundesrepublik. Den Kern der Aktivitäten von Freenet bilden die Geschäftsbereiche Mobilfunk und mobiles Internet.
Das Unternehmen vermarktet als Mobilfunk-Service-Provider unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung Mobilfunkdienstleistungen aller Mobilfunknetzbetreiber. Neben den eigenen netzunabhängigen Diensten und Tarifen im Bereich Postpaid, Prepaid und No-frills bietet das Unternehmen auch die Tarife der Netzbetreiber an. Im Fokus steht hier vor allem das Endkundengeschäft mit Privathaushalten. Darüber hinaus vertreibt freenet Mobilfunk-Endgeräte und zusätzliche Dienste im Bereich der mobilen Datenkommunikation.
Die freenet Group erwirtschaftete in 2009 Umsätze von insgesamt 3,65 Milliarden Euro, wovon knapp 96 Prozent auf das Mobilfunksegment entfielen.
Der Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2009 am Hauptsitz in Büdelsdorf und seinen zehn weiteren Standorten in Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, Bonn, Erfurt, Kaiserslautern, Kiel, Oberkrämer, Elmshorn und Velten insgesamt zirka 4.400 Mitarbeiter.
Fortschritte beim Konzernumbau von Freenet
Wie zahlreiche andere Firmen im Sektor momentan ist auch Freenet dabei, einige Bereiche und Aktivitäten des Konzerns erfolgreich umzubauen. Diese Fortschritte führten nun dazu, dass es Freenet gelang, im zweiten Quartal den Gewinn mehr als zu verdoppeln, worauf die Aktie gestern um 3,7% anzog - gegen den schwachen Gesamtmarkt.
Die Financial Times Deutschland etwa schreibt aktuell zu Freenet:
Der Überschuss stieg binnen Jahresfrist von 9,5 Mio. auf 23,6 Mio. Euro. Experten waren von 20,2 Mio. Euro ausgegangen. Ein Hauptgrund für das Plus sei, dass der Konzern im abgelaufenen Quartal nur noch etwa sieben Mio. Euro für die Unternehmenssanierung ausgeben musste. Vor einem Jahr waren es noch mehr als 21 Mio. Euro gewesen. Der Umsatz fiel von 891,9 Mio. auf 838,2 Mio. Euro und übertraf ebenfalls die Erwartungen von Analysten. Für 2010 rechnet Freenet weiterhin mit einem operativen Gewinn in Höhe von rund 350 Mio. Euro.
Die technische Seite der Freenet-Aktie zeigt übrigens ebenfalls interessante Lebenszeichen:
Auch der Chart zeigt sich interessant
Wie Sie im unteren Chart sehen können, befindet sich die Aktie seit Juni in einer Seitwärtsbewegung. Diese verdichtete sich seit Juli jedoch immer weiter und führte in eine Konsolidierungsformation:
Quelle: tradesignalonline
Wird Freenet angesichts der fundamentalen Verbesserung der Ausbruch nach oben aus dieser Formation gelingen? Falls ja, dürfte sicher bald etwas Bewegung in die Aktie kommen.
Ein Restrisiko bleibt natürlich in der Verfassung der Gesamtmärkte, doch mittelfristig zeigen sich diese trotz des gestrigen Tages nach wie vor bullisch.
Aus dieser Ecke sehe ich daher aktuell noch kein rotes Licht für Neuengagements im Markt..
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl

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