Frau vor Wal-Mart tot getrampelt

unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily zum Thema Dow Jones
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von unserem Korrespondenten Bill Bonner

Die Idioten stürmen los ... passen Sie auf. Lache ich, liebe(r) Leser(in)? Oder weine ich?

Heute Morgen habe ich gelesen, dass eine Frau in Orange City, Florida, zu Tode getrampelt wurde, als sie vor einem Wal-Mart auf einen 5stündigen "Blitz-Sale" wartete. Das ist vergleichbar mit dem früheren deutschen Sommer- oder Winterschlussverkauf. Es gibt so viele Idioten, die in so viele Fallen stürmen ... dass man riskiert, von diesen Leuten zerstampft zu werden.


Auch die Investoren stürmen los, um Aktien zu kaufen, mit kaum einen Gebet auf den Lippen, dass sie ihr Geld auch wieder sehen mögen.

Die ausländischen Zentralbanken stürmen los, um US-Anleihen zu kaufen – obwohl der Dollar selbst fast jeden Tag weiter an Wert verliert.

Und die US-Konsumenten halten die Illusion von Reichtum am Leben ... indem sie Dinge kaufen, die sie nicht brauchen, mit Geld, das sie nicht haben ... und sie setzen auf die Freundlichkeit der Ausländer, die bei der Bezahlung einspringen sollen.

Ich sage weiterhin, dass es für alles Grenzen gibt ... auch für die Freundlichkeit dieser Ausländer. Aber wer hört mir schon zu? Und wer kümmert sich schon darum?

Natürlich lache ich herzhaft, wenn ich sehe, wie sich Zentralbanker selbst in die Luft sprengen ... und ich habe eine gewisse Schadenfreude gegenüber den Investoren allgemein. (Geht es bei der Idee des Aktienmarktes denn nicht überhaupt darum, die Idioten von ihrem Geld zu trennen?) Aber die US-Konsumenten? Ah ... die sind arme kleine Idioten, kein Zweifel daran. Aber sie sind so liebenswerte Idioten ... die müssen einem einfach ein bisschen leid tun.

"Es geht nicht um Leute, die nach ihrer Kündigung in den Kaufhäusern Kauforgien feiern", erklärt Elizabeth Arden. "Es geht um Leute, die kurzfristige, hochverzinsliche Schulden nutzen, um ihre Hypothekenzahlungen und die allgemeine Lebenshaltung finanzieren zu können."

"Das bedeutet, dass die Zahl der persönlichen Pleiten weiter steigen wird, auch die Zwangsversteigerungen werden zunehmen. Die Zeichen von wirtschaftlichem Kummer sind überall in den USA zu sehen. Das bricht mein Herz und macht mich wütend."

Raten Sie mal, welche Gruppe von Amerikaner am schnellsten Pleite geht? Leute über 65, so sagt Elizabeth Arden. Und am zweitschnellsten die zwischen 55 und 65.

Das sind keine unerfahrenen Kinder, die es nicht besser wissen. Das sind Leute, die von Volkswirten und der Kreditindustrie verleitet worden sind. "Gehen Sie und kaufen Sie sich einen neuen Geländewagen", so ermunterte der Fed-Gouverneur Robert McTeer die Konsumenten. Und warum auch nicht? Wenn man seine Finanzen schon in die Luft sprengen will, dann kann man doch auch wenigstens den Luxus eines Geländewagens genießen.

Wer fühlt nicht ein bisschen Sympathie für diese Leute? Die kleinen Lämmern, die von ihren eigenen Hirten der Zentralbank zum Schlachter geführt worden sind.

Niemals zuvor waren die Umstände so perfekt, um Konsumenten in Schlachtfleisch zu verwandeln. Als die Zinsen fielen, konnten die Konsumenten die Hypotheken auf ihre Häuser erhöhen. Die Autoverkäufer boten bessere Autos zu höheren Preisen – gleichzeitig konnten sie die monatliche Rate senken, wegen der gesunkenen Zinsen.

Und dann kam die Bush-Administration mit ihrem eigenen Beitrag zur Insolvenz der Konsumenten: Kriege und Steuersenkungen. Die Kriege haben die konservativen Kritiker ruhig gestellt, sie haben die Öffentlichkeit von den Staatsfinanzen abgelenkt und der Nation einen Sinn des kollektiven Zweckes gegeben. Zu den Steuersenkungen: Nun, ich habe noch nie eine Steuersenkung gesehen, die mir persönlich nicht gefallen hätte, aber ich habe meine Zweifel über die derzeitige. Die jüngsten Daten zeigen, dass die Konsumenten das Geld, das sie durch die Steuersenkungen erhielten, so nahmen, als ob es ein Geschenk des Himmels war. Sie haben dieses Geld komplett ausgegeben ... und sich sogar noch mehr geliehen! Wenn man den Effekt der Steuersenkungen und der außergewöhnlichen Kaufanreize im Auto-Sektor herausrechnet, dann ist das US-BIP im dritten Quartal nur um 2,2 % gewachsen, so kam es vorgestern über die Ticker. Aber die Konsumentenschulden sind um ungefähr 10 % gewachsen – oder 4 Mal so schnell.

Warum müssen die Amerikaner immer mehr Geld ausgeben? Weil Sie immer mehr Dinge haben wollen. Und weil die Wirtschaft von ihnen abhängt.

"Die Leute in der Hölle wollen Eiswasser", sagte mein Vater öfters. "Aber das bedeutet nicht, dass sie das auch bekommen werden."

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