Frankreich und die USA
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. Januar 2012, 07:30 Uhr
ENL5454
Frankreich hat ungefähr dasselbe finanzielle Profil wie die USA. In diesem Aspekt stehen die beiden im Zentrum der entwickelten Welt - mit Staatsschulden von rund 100% des BIP. Keines der beiden Länder kann erwarten, sich aus den Schulden herauszuarbeiten, solange die Neuverschuldung über dem Wirtschaftswachstum liegt. Und es wird fast unmöglich, das zu ändern.
Europa scheint in eine Rezession zuzusteuern...und die USA sind nicht weit davon entfernt. Trotz des erneuten Geredes einer "Erholung" in den USA kämpft das Land mit einem Haushaltsdefizit von fast 10%....und es wird wahrscheinlich später im Jahr in eine Rezession fallen. In jedem Fall ist kein Ende in Sicht für die hohen Haushaltsdefizite Amerikas. Und keine Chance, dass das Wirtschaftswachstum hoch genug sein wird, um das auszugleichen.
Es wird schlecht enden, liebe Leser...
Ein Freund von mir, ein Arzt bei der Armee, kam gerade aus Afghanistan zurück und erzählte mir:
"Es ist so eine Verschendung. Es war so teuer, uns alle dort zu haben. Die meiste Zeit taten wir nichts. Dann gingen wir auf Patrouille. Die Afghanen wollten uns töten; wir wollten dann sie töten. Und sie waren eigentlich einfach Drogenhändler und Schafshirten; was soll das alles?"
"Ich hatte zwei Arten von Patienten...diejenigen, die auf eine Mine getreten waren und ein Bein verloren hatten...und diejenigen, die sich beim Football-Spielen im Camp verletzt hatten. Beides war unnötig..."
In den USA hat sich die Presse auf die Marines eingeschossen; die zeigen angeblich, dass Amerikas Krieg in Afghanistan falsch sei. Die Marines sind weit entfernt von kuscheligem "nation building" - sie handeln wie Soldaten immer handeln, wenn sie solche hässlichen Aufgaben erhalten. Sie kämpfen nicht den Krieg von Helden. Sie verteidigen nicht ihr Land. Stattdessen kämpfen sie einen gemeinen, schmutzigen Krieg...wie die Franzosen in Algerien oder die Russen von ihnen in Afghanistan.
Meiner Ansicht nach ist das kein ehrenwerter Krieg. Es ist kein vernünftiger Krieg; kein Krieg, in den gute Männer geschickt werden sollten. Es ist ein Zombie-Krieg. Es ist die Sorte Krieg, vor der die beiden am meisten gefeierten Generäle Amerikas - Washington und Eisenhower - warnten. Der einzige Grund für diesen Krieg ist das Vermehren von Macht, Reichtum und Status der Militärindustrie.
General Washington warnte in seiner Abschiedsrede vor dem Engagement in militärischen Abenteuern im Ausland. General Eisenhower sagte, man solle aufpassen vor dem "militärisch-industriellen Komplex".
Und ja, hier sind wir. Engagiert...zum Vorteil des militärisch-industriellen-Komplexes.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Pinco Pallino (19.01. 2012 09:17 Uhr):
Die Aussage dass US mit Frankreich vergleichbar ist hinkt. US ist mir Griechenland vergleichbar und weil es so ist werden US Papiere auch um 70% an wert verlieren. Der Mittelstand wird einmal mehr dort getroffen wo es schmerzt durch Plünderung der Vorsorgesysteme (mit der Komplizität von Solvency II--> US Papiere = keine Risiko Belastung in Modelle). Es wird schrecklich, aber am Ende wird wieder Equilibrium zwischen Armen und Reichen hergestellt.
Antworten - Kommentar von Pinco Pallino (19.01. 2012 09:24 Uhr):
80% vom Heroin kommt aus Afghanistan. Es war historisch schon immer ein lukrativen Markt, sogar besser als Waffenhandel (margen sind höcher). Der normale US Bürger hat keine Ahnung wo sich diese Land befindet, 20% davon weiss nicht einmal wo sich USA auf die Landkarte befindet. Wer soll wen bitte stoppen?
Antworten - Kommentar von Alban (19.01. 2012 13:39 Uhr):
Eben das lässt sich überall beobachten: Mittel haben sich in Zwecke verwandelt, und krampfhaft muss für das Sinnlose ein Sinn oder eine Rechtfertigung herbeigeschafft werden, damit es doch wenigstens den Anschein einer Berechtigung hat. So etwa auch in unseren Schulen, wenn Lehrer den Unterrichtsstoff schon von Anfang an so aus- und zurechtlegen, dass er später leicht zu unterrichten und abzuprüfen ist, statt sich einmal auf die Sache selbst und ihre umfassende Problematik einzulassen. Es gibt übrigens einen Roman, der die Zombifizierung unserer Schulen sehr anschaulich und eindringlich beschreibt: Hermann Burger, Schilten.
Antworten - Kommentar von Franz Steinbauer (19.01. 2012 16:31 Uhr):
Angeblich wird der Opium- bzw. Heroinhandel ín Afghanistan ja von den amerikanischen Geheimdiensten selbst betrieben. Geldbeschaffung für Zwecke der US-Innenpolitik sozusagen.
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