Fragwürdiger Notenbank-Twist(er)
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 23. September 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Die Maßnahme hat ein historisches Vorbild, daher auch der Name: Ein vergleichbare Aktion war schon 1961 während der Präsidentschaft von John F. Kennedy probiert worden - damals übrigens mit bescheidenem Erfolg. Der Name Twist geht auf den Modetanz zurück, der bei der Jugend damals populär war. Angesichts der Reaktionen am Aktienmarkt fühle ich mich eher an den Katastrophen-Film von 1996 erinnert, in dem es um einen desaströsen Wirbelsturm geht: Twister!
Es ist kein Wunder, dass die Börsen so enttäuscht reagierten, und plötzlich die Jahrestiefs wieder in den Blickpunkt rücken. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe:
1) Die Börsianer hatten erhofft, dass bereits zu dieser Sitzung Quantitative Easing III verkündet wird, also ein neuer Netto-Aufkauf von US-Staatsanleihen.
2) Es gebe erhebliche Abwärtsrisiken im Konjunkturausblick, einschließlich der Anspannungen in den weltweiten Finanzmärkten - diese Aussage der Fed erschreckt die Märkte natürlich im besonderen Ausmaße!
Wegen 2) besteht aber zumindest gute Hoffnung, dass 1) bei der nächsten Fed-Sitzung im November verkündet wird. Das würde den großen Knall zwar auch nur weiter in die Zukunft schieben - könnte uns aber wenigstens einige mehr als passable Börsenmonate bescheren.Zumindest am Rentenmarkt haben die Twist-Aktionen bereits durchgeschlagen: Die deutsche Umlaufrendite fiel auf ein neues Rekordtief, ebenso die zehnjährigen US-Zinsen.
Zum zweiten Teil von: Der Langfrist-Chart vom Bauholz