Fortsetzung (Marktanalyse)

in Investor Gurus
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(Fortsetzung der obigen Marktanalyse)

 

Abb.: Nasdaq McClellan Summation Index

Wie Sie sich sicherlich noch erinnern können, stellte ich Ihnen vor ca. vier Wochen den NYSE Summation Index vor. Dieser sog. „Breadth“-Indikator (ein Indikator, welcher den Gesundheitszustand eines Marktes beschreibt) des Nasdaq Composite Index zeigt, genauso wie der Bullish Percent Index, eine bärische Divergenz. Obwohl die letzten beiden Handelswochen gem. dem Nasdaq-Composite-Index bullisch waren, zeigt der Summation Index kein Anzeichen von Stärke... Ein starker Markt sieht definitiv anders aus.

Abb.: Candlestick-Tages-Chart des S&P 500 Index

Abb.: Candlestick-Tages-Chart des S&P 500 Equal Weighted Index

Auch für mich war es überraschend, dass der „wichtigste“ Leitindex der Welt, der S&P 500, seine bisherigen Tops durchbrechen und ein neues Jahreshoch erreichen konnte. Doch Ausbruch ist nicht gleich Ausbruch. Werfen Sie einen Blick auf die schwachen Volumina. Und was viel interessanter ist: Vergleichen Sie den S&P 500 mit seinem Pendant, dem S&P 500 Equal Weighted (EW) Index. Wie der Name schon sagt, sind im S&P 500 EW-Index alle Aktien gleich hoch gewichtet. Keine Aktie wird „bevorzugt“ und der Index ist somit wirklich für 500 Aktien repräsentativ. Ein gesunder Ausbruch, sei er nun bullisch oder bärisch, wird generell immer von beiden Indizes bestätigt. Das ist bei dem jüngsten Ausbruch des S&P 500 nach oben nicht der Fall. Der EW-Index konnte sein Top nicht brechen, sondern scheiterte an diesem Widerstand.

Seit ca. 2 Monaten warne ich hier bei Investoren Wissen vor einer längst überfälligen Marktkorrektur. Ich habe Ihnen gerade in den letzten Wochen zahlreiche Indikatoren gezeigt, welche für mich ein Absinken der Märkte weitaus wahrscheinlicher machen als eine Jahresendrallye.

Doch wie komme ich zu solchen Feststellungen? Gibt es historische Beipiele bzw. ähnliche Marktlagen in der Vergangenheit, welche Erfahrungswerte mit sich bringen? Lohnt sich der Blick in die Börsengeschichte und trifft der Slogan "Aus der Geschichte lernen..." auch für das Trading mit Indikatoren zu? Ich denke ja. Doch sehen Sie selbst:

Abb.: Chart des S&P 500 vom Mai 2007 bis September 2007

Abb.: Chart des S&P 500 Equal Weighted Index vom Mai 2007 bis September 2007

Abb.: Chart des Russell 2000 Index vom Mai 2007 bis September 2007

Die eingefärbten Charts zeigen alle den Marktverlauf von Juni 2007 bis September 2007. Grün eingefärbt sehen Sie den Zeitraum, in dem der NYSE BP Index noch in einer X-Spalte notierte. Rot hinterlegt ist die Periode, in welcher der Index in einer O-Spalte stand und damit zu erhöhter Vorsicht mahnte. Bitte betrachten Sie die drei obigen Charts des S&P 500, des S&P EW-Index sowie des Russell 2000-Index.

Zuerst einmal fällt auf, dass der S&P 500 im Juli 2007 ein neues Hoch erklimmen konnte, obwohl der NYSE BPI in einer O-Spalte notierte.



Weiterhin wurde dieses Top von extrem schwachen Umsätzen begleitet. Kommen Ihnen die beiden ersten Punkte bekannt vor? Und wie Sie in den Charts eingezeichnet sehen können, wurde der Ausbruch des S&P 500 weder vom Equal Weighted, noch vom Russell 2000 Index bestätigt.

Sollte es in den nächsten Tagen, wie von mir angenommen, zu einer breiten Marktkorrektur kommen, bestätigt sich wieder einmal der englische Satz: „Those who forget history are doomed to repeat it“ (etwa: Wer die Geschichte vergisst, ist verflucht, sie zu wiederholen).

Es scheint wirklich so, als ob der Markt kurz vor einem Wendepunkt steht: Jahresendrallye oder Korrektur. Knallende Korken oder Blut auf den Straßen...

Meine Meinung, in welche Richtung sich der Markt mit größerer Wahrscheinlichkeit bewegen wird, kennen Sie. Doch rufe ich gleichzeitig zur Vernunft auf. Auch wenn viele Indikatoren bärische Divergenzen zeigen und "Herr Hahn seit Wochen von dieser Korrektur schreibt", so besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich dieses trübe Bild innerhalb der nächsten paar Handelstage in Luft auflöst und wir doch noch eine Jahresendrallye bekommen. Die Wahrscheinlichkeit liegt in meinen Augen bei 30% pro Rallye und 70% bei pro Korrektur. Falls Sie den Markt per Leeverkäufen oder Put-Optionen (Optionsscheinen) shorten, vergessen Sie dabei nicht die grundlegenden Money Management, Risiko- und Diverzifizierungsregeln. Denn sicher im Leben ist bekanntlich nur der...

 

Beste Grüße


von
Alexander Hahn
Alexander Hahn

Alexander Hahn ist Mathematiker, stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefredakteur des kostenlosen Newsletters Value Daily.


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