Fortsetzung des Sklavenbriefs

in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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Was meine Freiheit betrifft - von der Sie sagen, dass ich Sie haben kann: Diesbezüglich kann ich nichts gewinnen, da ich meine Freilassungspapiere 1864 vom Provost-Marshal-General des Departments of Nashville erhalten habe.

Mandy sagt, sie hätte Angst, zurückzugehen, ohne Sicherheit dafür, dass Sie uns wirklich gerecht und freundlich behandeln würden; und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir Ihre Ehrlichkeit testen wollen, indem wir Sie darum bitten, uns unsere Löhne für die Zeit zu schicken, die wir für Sie arbeiteten. Dies wird dazu führen, dass wir alte Rechnungen vergeben und vergessen, und wir können uns auf Ihre Gerechtigkeit und Freundschaft in der Zukunft verlassen. Ich habe Ihnen loyal 32 Jahre gedient, und Mandy 20 Jahre.


Zu 25 Dollar je Monat für mich und 2 Dollar je Woche für Mandy kommen wir auf eine Lohnsumme von 11.680 Dollar. Wenn Sie dazu die Zinsen hinzufügen für die Zeit, die unsere Löhne zurückgehalten worden sind, und davon abziehen, was Sie für unsere Kleidung bezahlt haben und drei Arztbesuche für mich, und das Ziehen eines Zahns bei Mandy, dann erhalten Sie die Summe, die uns gerechterweise zusteht.

Bitte senden Sie das Geld durch Adams Express, zu Händen von V. Winters, Esq., Dayton, Ohio. Wenn Sie unsere loyale Arbeit der Vergangenheit nicht zahlen, dann können wir wenig Vertrauen in Ihre Versprechen für die Zukunft haben. Wir vertrauen darauf, dass der gute Gott Ihre Augen geöffnet hat für die Fehler, welche Sie und Ihre Väter gegenüber mir und meinen Vätern getan haben, indem wir ohne Bezahlung für Sie arbeiteten. Hier bekomme ich jeden Samstagabend meinen Lohn; aber in Tennessee gab es niemals einen Zahltag für die Neger, genauso wenig wie für die Pferde und Kühe.

Sicherlich wird es einen Zahltag für die geben, welche ihren Arbeitern den Lohn vorenthalten haben. In Antwort auf Ihren Brief möchte ich Sie bitten, klarzustellen, ob es irgendeine Sicherheit für Milly und Jane geben würde, welche noch nicht erwachsen sind und beide gut aussehende Mädchen sind. Sie wissen, wie es mit der armen Matilda und Catherine war. Ich würde lieber hier bleiben und verhungern - und sterben, wenn es sein muss - als zu sehen, dass meine Mädchen der Gewalt und der Gemeinheit ihrer jungen Master unterworfen werden.

Sie mögen bitte auch klarstellen, ob in Ihrer Nachbarschaft eine Schule für farbige Kinder eröffnet hat. Das große Verlangen meines Lebens ist es jetzt, meinen Kindern Bildung zu geben, und Ihnen eine gute Erziehung zu bieten.

Richten Sie George Carter meine Grüße aus, und danken Sie ihm dafür, dass er Ihnen die Pistole abnahm, als Sie auf mich schossen.

Von Ihrem alten Knecht,

Jourdon Anderson

Zum ersten Teil von: Brief eines ehemaligen Sklaven
von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Michael Krause

Sehr geehrter Herr Bonner, vielen Dank für die Weitergabe dieses Briefes, der mich ebenso beeindruckt hat. Das zeugt von echtem Mitgefühl und gewährt diesem Menschen die Achtung und den Respekt, den er ohne Zweifel verdient. Um so mehr verwundert es mich, wenn in Ihren Kapitalschutzakte-Newslettern oft die Rede von Zombies und Zombifizierung die Rede ist, was ich vielfach als unangemessene Diffamierung empfinde. Denn viele dieser Menschen, die dieser Klassifizierung zuzuordnen sind, verdienen einen ebensolchen Respekt. Denn auch sie tun nichts anderes, als sich als fleißige und verlässliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach getaner Arbeit liebevoll und fürsorglich um das Wohl ihrer Familien zu kümmern und sind sich dabei ihrer systemischen Funktion und Rolle überhaupt nicht bewußt. Sicher entspringt diese aggressive Wortwahl einem gewissen Grad an Verärgerung, ja vielleicht sogar etwas Verbitterung über dieses menschenverachtende Wirtschafts- und Währungssystem, in dem wir alle zur Zeit noch gefangen sind - was ich durchaus nachvollziehen kann. Aber mit Stigmatisierungen werden wir diese Menschen nicht aufklären und überzeugen können, im Rahmen ihrer Möglichkeiten sich die Tücken dieses System bewußt zu machen und sich einer der kritischen Bewegungen anzuschließen, um Widerstand zu leisten und nach echten Alternativen zu suchen. Auch ich gehöre im Grunde als freier Mitarbeiter im deutschen Gesundheitswesen einer zombifizierten Gruppierung an, bemühe mich aber darum, wo ich nur kann, ob bei der Arbeit oder auch als ehrenamtlich aktiver Kommunalpolitiker die Menschen in meinem Umfeld für die Probleme und die dahinter verborgenen Ursachen zu sensibilisieren und mich abseits vom Mainstream sachkundig zu machen, weshalb ich unter anderem auch diesen Newsletter zu schätzen weiss. Ich stelle aber auch immer wieder fest, wir schwer sich die Menschen tun, aus ihren gewohnten Denkweisen auszubrechen und sich von verinnerlichten Doktrinen zu lösen, weil es ihnen Gewissenskonflikte und Unbehagen bereitet. Mir ist klar, dass von Zeit zu Zeit eine Überzeichnung notwendig ist, um Sachverhalte erkennbar zu machen und sie in der notwendigen Deutlichkeit zu charakterisieren. Ich halte es jedoch für ebenso geboten, derartige Aussagen von Zeit zu Zeit zu relativieren, um diejenigen, die unwissentlich und im guten Glauben und aus durchaus edlen Motiven dem System dienen, zu rehabilitieren. Auch ein geändertes, menschenfreundlicheres und sozialeres System, das den evolutionäreren und natürlicheren Wirtschaftsmechanismen in ethisch akzeptablem Rahmen Rechnung trägt, braucht diese Menschen, die sich ein gesundes, natürliches Gefühl für gut und Böse erhalten haben und über ein hohes Maß an verborgener, viel zu wenig beachteter Intelligenz verfügen. Und sie verfügen über die Gabe der Vergebung und der Aufgeschlossenheit. Das Postulat der zweiten Chance ist für diese Menschen keine daher gesagte Phrase sondern Empfindung, ohne dabei den Aspekt der Reue und Wiedergutmachung aus dem Auge zu verlieren. Deshalb danke ich Ihnen nochmals für diesen Beitrag, der mich sehr zum Nachdenken und zu diesem Kommentar angeregt hat. Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen und verbleibe Mit freundlichen Grüßen Michael Krause

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Kommentar von Peter Seitz

Wirklich zum Nachdenken geeignet. Ob dies allerdings in der heutigen Zeit etwas bewirkt, ist wohl fraglich, da "nur" noch der "Tanz um das goldene Kalb" stattfindet. Es täte uns allen gut, einmal ein wenig inne zu halten und über das, was wir tun, nachzudenken. elbst wenn dieser Artikel in der Kapitalschtzakte geschrieben wurde.

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Kommentar von Thomas

Sehr schön geschrieben, mich würde aber interessieren, ob dieser Brief wirklich mal so geschrieben wurde. Noch brenneder wär für mich zu erfahren, ob eine Antwort gekommen ist, und wenn ja, welche.

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Kommentar von bernard

Ich hätte gern die Antwort des Sklave Meistern lesen wollen. In der Brief, obwohl der Mann nach vielen Hartes Sklaverei Arbeitsjahren Schimpfereien und Bedrohungen, gibt es kein Ressentiment oder Hass, das ist Groß. Mandela war Jahr lang im Gefangniss, nach die Befreiung, kein Ressentiment, das ist Groß. Adam SMITH im Jahr 1865 sagte dass alle Ländern die die Sklaverei vertrieben haben, werden das eines Tages zahlen. Was heute beginnen von USA bis die andere Westlichen Ländern geschieht, ist der beginn diese Bezahlung. Heute beginnen wir der Fastenzeit, ich bete für die ländern die die Afrikanern und anderen Racen verkauft oder Schlecht behandeln haben, dass, Gott sie vergibt. In mein Schreiben gibt es kein Ressentiment, ich bin ein Afrikaner.

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Kommentar von rolf bichsel

dieser sklave hatte das potenzial für dasUS presidentenamt

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Börsenberichterstattung und Marktbeobachtung abseits des Mainstream von DEN amerikanischen Börsenexperten Dr. Martin Weiss und Bill Bonner.

Kommentar von Ritter

Danke für die Veröffentlichung des Briefes.Er macht mich betroffen und gleichzeitig froh. Die Sklaven von heute sind Hartz 4 und 1Euro-Jobber.

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Antwort von Rainer Seifert:

Was waren dann die Menschen früher, die mit viel weniger als Hartz4 auskommen mussten? Die keinen Fernseher und noch nicht mal ein Radio haben durften, um in den 50er Jahren Sozialhilfe zu erhalten? Was sind die Menschen im ehemaligen Ostblock, die keine Arbeit finden oder nur extrem schlecht bezahlte? Kindergeld in Tschechien ist 20€ umgerechnet. Lebenshatungskosten sind fast wie bei uns. Diese Menschen würden über Hartz4 jubeln. Wer unverschuldet in Not geriet, dem würde ich auch gerne mehr gönnen, aber es muss halt auch alles bezahlt werden können.