Fonds

Das sind die Risiken swapbasierter Fonds

in Devisen-Monitor zum Thema Fonds
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In der gestrigen Ausgabe haben wir gesehen, dass Equity Swaps Grundlage zahlreicher börsenhandelbarer Fonds (ETFs) sind. Da Swaps einem Emittenterisiko unterliegen, holen sich Fondskäufer also ausgerechnet das Risiko wieder ins Depot, das sie durch den Kauf eines Sondervermögens ausschließen wollten.


ETFs sind gegen Emittentenausfälle geschützt - theoretisch

Grundsätzlich stellen Fonds, auch börsenhandelbare Fonds (ETF), Sondervermögen dar. Das heißt, dass sie vom Vermögen des Emittenten getrennt sind. Eine Insolvenz des Fondsemittenten berührt daher den Fondswert nicht. Das ist ein Vorteil gegenüber Zertifikaten, die im Falle einer Emittentenpleite nahezu wertlos werden.

Mit Swaps kommt das Emittentenrisiko zurück

Mit der Entwicklung immer ausgefallenerer ETFs und dem zunehmenden Preiskampf kommt das Emittentenrisiko jedoch durch die Hintertür wieder zurück. Dann nämlich, wenn der Emittent den Fonds mit einem Equity Swap ausstattet.

Statt die Aktien oder Anleihen zu kaufen, deren Wertentwicklung der Fonds abbilden soll, schließt der Emittent einen Swapkontrakt ab. Oft ist der Kontrahent das Mutterhaus des Emittenten. Dieser Swap bildet die Wertentwicklung des gewünschten Wertpapierkorbes ab. Im Normalfall kann es Ihnen als Anleger egal sein, wie der Fondsverwalter Ihren Wunschindex abbildet. Wichtig ist für Sie nur, dass der ETF sich genauso im Wert entwickelt wie der Index.

Geht der Swapkontrahent Pleite, hat der Fonds ein Problem

Schwieriger wird es, wenn der Swapkontrahent Insolvenz anmelden muss und seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Denn in diesem Fall würde der ETF nicht mehr den zugrunde liegenden Basiswert abbilden können.

Ein Extrembeispiel: Sie setzen auf einen Goldpreisanstieg und kaufen daher einen ETF, der den Goldpreis abbildet. Sie haben Recht, es gibt eine zweite Finanzkrise und der Goldpreis verzehnfacht sich.

Leider haben Sie davon nichts. Denn der Verwalter Ihres Gold-ETFs hat einen Swap mit einer Bank abgeschlossen, die Pleite ging. Der Fondswert reduziert sich dann auf die in ihm enthaltenen Bestände, zum Beispiel Bargeld. Der Wert wird damit wahrscheinlich wesentlich niedriger sein als der Wert des Goldes.

 

Schutzmechanismen können die Risiken nicht gänzlich neutralisieren

Das Problem haben die Anbieter erkannt und Gegenmaßnahmen entwickelt. Um das Kontrahentenrisiko zu reduzieren, kann ein täglicher Ausgleich der gegenseitigen Forderungen mit dem Swappartner vereinbart werden. Das Risiko reduziert sich dann auf die verpasste Kursentwicklung eines einzigen Tages. Nachteil ist, dass durch die täglichen Zahlungen die Verwaltungskosten steigen. Niedrige Kosten waren es aber, die überhaupt erst Swaps die Tür öffneten.

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, dass der Swapkontrahent Sicherheiten hinterlegt. Im Falle einer Insolvenz des Swapkontrahenten kann der Fondsanbieter die Sicherheiten einziehen und dem Fondsvermögen gutschreiben. Ob die Sicherheiten bei ihrem Verkauf ausreichend Erlöse bringen, um den Fondswert zu stabilisieren, ist aber nicht klar.

Augen auf beim Fondskauf

Trotz neuer Schutzmechanismen bleibt ein Restrisiko bei swapbasierten ETFs bestehen. Daher gilt für Anleger die Maxime: Augen auf beim Fondskauf. Bestmöglichen Schutz gegen einen Emittentenausfall bieten nach wie vor nur diejenigen ETFs, die die Fondsbasiswerte auch wirklich physisch kaufen. Viele Broker geben inzwischen von sich aus Auskunft darüber, ob der Fonds die Basiswerte physisch oder mittels Swap abbildet.


von
Thomas Kallwass
Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert und langfristig erfolgreicher als der Gesamtmarkt.


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Kommentar von FS

Ein sehr schlechter Artikel, der zwar die mit Swap-ETFs verbundenen Risiken darstellt, jedoch falsch.

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