Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert und langfristig erfolgreicher als der Gesamtmarkt.
Thomas Kallwaß in Devisen-Monitor
vom
Australien und die australische Notenbank kamen unbeschadet durch die Finanzkrise. Die Immobilienpreise in Australien fielen kaum, die Bankenlandschaft blieb intakt. Lediglich am Devisenmarkt musste zur Kursglättung interveniert werden. Mit einer Bilanzsumme, die keine 10% des Bruttoinlandsprodukts entspricht, hat die Notenbank genügend Spielraum, um geldpolitisch auf die jüngsten Herausforderungen zu reagieren.
Australien hat jetzt seine eigene Immobilienkrise
Zwar kam Australien gut durch die von den USA ausgehende Immobilienkrise. Dafür entwickelt sich nun möglicherweise eine eigene auf dem Kontinent. Schon seit dem Jahr 2010 fallen die Immobilienpreise. Inzwischen sind die Preise stärker gefallen als zwischen 2008 und 2009.
Hoher Wechselkurs drückt auf die Nachfrage
Dazu gesellen sich Probleme der Industrie, die unter dem hohen Wechselkurs des australischen Dollars leidet. Zwar verkauft die Notenbank fast ununterbrochen seit 15 Jahren australische Dollar am Markt, die langfristige Aufwertung konnte damit jedoch nicht gestoppt werden.
Seit 2007 wertete der australische Dollar gegenüber den Sonderziehungsrechten (SDR) des Internationalen Währungsfonds (ein Währungskorb bestehend aus mehreren Währungen) um rund 33% auf und verteuerte damit Exporte.
Zwar stieg die Inlandsnachfrage so schnell wie seit vier Jahren nicht mehr, der Gesamtoutput stieg aufgrund der nachlassenden Auslandsnachfrage jedoch langsamer als in der Vergangenheit.
Dazu gesellen sich handfeste Probleme auf dem Immobilienmarkt. Der kam zwar 2009 sehr schnell aus der Krise heraus. Schon im Spätsommer 2009 wurden neue Preishochs erzielt. Doch bereits ein Jahr später stoppte der Aufwärtstrend. Seitdem gehen die Preise zurück, in manchen Gegenden um mehr als 15%.
Nach Preisverdreifachung folgt die Ernüchterung am Immobilienmarkt
Das dürfte für viele Immobilienbesitzer ein handfestes Problem sein. Denn seit 2002 haben sich die Preise in manchen Städten verdreifacht, im Mittel acht großer Städte immerhin verdoppelt. Genauso wie in den USA wurden daher in den vergangenen Jahren zahlreiche Immobilien in Erwartung weiter steigender Preise mit hohen Kreditsummen finanziert. Kreditsummen, die nun allmählich nicht mehr vom Wert der Immobilien gedeckt werden.
Noch begnügt sich die Notenbank mit Senkung des Leitzinses
Von einem regelrechten Crash wie in den USA, der auch Banken reihenweise in Bedrängnis bringt, ist Australien noch weit entfernt. Daher musste die Notenbank auch noch keine Hilfsprogramme auflegen, wie es in den USA 2008/2009 an der Tagesordnung war. Derzeit begnügen sich die Australier noch mit dem Senken des Leitzinssatzes, der seit November 2010 um 100 Basispunkte auf jetzt 3,75% zurückging.
Die Bilanz lässt viel Luft für Interventionen
Sollte auch die australische Notenbank gezwungen sein, am Wertpapiermarkt zu intervenieren oder den Banken direkt Kredite zuzuweisen, so bestünde dafür zumindest ausreichend Spielraum. Der Wechselkurs ist den Australiern ohnehin zu kurz, so dass ein nachgebender Dollar kein Hinderungsgrund für das Anwerfen der Notenpresse wäre. Und auch die Bilanzsumme der Notenbank war in den vergangenen fünf Jahren selten kleiner als jetzt. Sie könnte verzehnfacht werden und wäre dann in Relation zum BIP nur so groß wie die Bilanzsumme der Schweizer Notenbank.