Flucht in Sachwerte
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 13. Dezember 2010, 08:30 Uhr
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mit dem Anschlag von Stockholm am Samstag ist der Terror zurück in Europa, deutsche Banken fürchten um über 400 Milliarden Euro an vergebenen Krediten in europäische Krisenstaaten, Irland kommt nicht aus den Schlagzeilen – eigentlich sind das keine Meldungen, von denen man unbedingt Kursauftrieb an den Börsen erwartet. Bislang hindern solche und ähnliche Nachrichten den DAX allerdings nicht im Geringsten am steigen. Warum?
Einen starken Trend müssen Sie sich vorstellen wie einen Supertanker: Je länger und schneller er bereits läuft, umso schwieriger ist ein Stopp oder gar ein Richtungswechsel. Mit Rationalität oder Vernunft hat das Ganze spätestens in der Endphase dann rein gar nichts mehr zu tun. Aber das sehen Sie ja schon seit einiger Zeit. Die Welt wurde mit leeren Versprechungen „gerettet“, aber stört das momentan irgend jemand? Nach uns die Sintflut! Haben Sie sich einmal Gedanken gemacht, was hinter den Rettungspaketen steht? Nicht etwa ein gut gefüllter Topf mit Steuergeldern – nein, es ist rein gar nichts. Garantien von Staaten, die Pleite sind, für andere Staaten, die restlos Pleite sind. Dennoch funktioniert es, zumindest momentan.
Flucht in Sachwerte, scheint wohl die Devise zu lauten. Edelmetalle gehen durch die Decke, Rohstoffpreise explodieren, Aktienkurse steigen in ungeahnte Höhen, nur Immobilien laufen nicht so richtig, da sie im Bedarfsfall nicht so schnell liquidierbar sind. Die Stimmungsindikatoren am Aktienmarkt erreichen immer neue „Bestmarken“. Dennoch funktioniert dieser Kontraindikator seit Monaten nicht in gewohnter Weise. Eine neue Börsenwelt? Sicher nicht. Aber auch nicht mehr die gewohnte. Man kann Märkte auch „zu Tode retten“. Den Ausgang dieses Experiments werden Sie im Lauf der nächsten Jahre persönlich miterleben. Ich hoffe, es geht gut für uns alle aus. Ein gut zusammen gestellter Mix aus den oben genannten Sachwerten dürfte nicht die schlechteste Idee sein, alles zu überstehen, was da vor uns liegen möge. Allemal besser als möglicherweise einmal wertloses Papiergeld.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hartmut Fischer (13.12. 2010 10:05 Uhr):
Was soll an dem sicheren Endpleiteausgang "gut" gehen können, wenn sämtliche Wohlstands-, Wachstums- und Wohlfahrtsversprechen gegenüber einer Anspruchs-verwöhnten Gesellschaft liquidiert werden müssen? Was passiert, wenn nur Andeutungen davon realisiert werden, sieht man in den Mega-Schuldenstaaten Geichenland, Irland, Portugal usw.. anhand der dortigen Demonstrationen und Unruhen, und das ist erst der Anfang vom Ende! Derweilen appellieren die (ehemaligen) EUphoriker Juncker, Asselborn etc. an die "Solidarität" der Deutschen. Aber wer hat diese denn in krimineller und leichtfertigster Weise verletzt, um seine Wählerschaft auf Kosten anderer ungerechtfertigt zu verwöhnen? Diese ganze Eierei und Konkurs-Verschleppungstaktik kann doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Euro und damit vorerst auch die EU gescheitert sind, und die belasteten Bürger werden sich auf Dauer nicht mit dem "Solidartäts"-Gefasel abfinden! Beim Geld hört sämtlicher Spaß und auch die Freundschaft auf! Hartmut fischer
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