Flohzirkusdompteure im Stress
Till Kleinlein in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 26. Oktober 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
alle Blicke richten sich heute nach Brüssel. Mehr und mehr setzt sich die Meinung durch, dass heute nicht die erhoffte Lösung für die Euro-Krise präsentiert werden kann. Auf konkretere Einzelheiten muss man sich aber auf dem Euro-Gipfel einigen können, sonst müssen sich die Politiker eingestehen, gescheitert zu sein. Die Interessen vieler Euro-Staaten sind heute unter einem Hut zu bringen, was faktisch unmöglich sein wird, doch das ist die sportliche Aufgabe. Frau Merkel und Herr Sarkozy sind dabei die Dompteure des Flohzirkus. Zuvor gibt unsere Kanzlerin im Bundestag noch eine Regierungserklärung ab, und wird das Mandat für die Gipfelverhandlungen bekommen. Um 18.00 Uhr beginnt dann das eigentliche Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel mit offenem Ende, aber sicher wird es auch Verlautbarungen des einen oder anderen Politikers bereits im Vorfeld geben - die können nicht anders.
Da das US-Verbrauchervertrauen gestern negativ überraschte und auch einige US-Unternehmen pessimistisch in die Zukunft blicken, konnten die Bullen den extrem guten Wochenstart nicht bestätigen. Der Dax hielt die Verluste aber klein, nachdem er zwischenzeitlich schon klar die 6.000er-Marke nach unten verlassen musste. Das weniger wichtige EU-Finanzministertreffen wurde abgesagt, was die Finanzmärkte kurz in Panik verfallen ließ - ein Vorgeschmack, von dem, was uns auch heute wieder treffen kann. Heute ist wieder so ein Tag, an dem einzig der Blick auf den Nachrichtenticker die Kursbewegungen beeinflusst. Extreme Zurückhaltung beim Traden bleibt daher das Gebot der Stunde. Wenn das Musterdepot dennoch Rekordstände erreicht: Umso besser! Vier Wochen kostenlos den Instinkt Trader testen!
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,14% |
| Dow Jones: | -1,74% |
| EuroStoxx50 | -1,06% |
| EUR/USD: | +0,09% |
| Gold: | +2,83% |
| Silber: | +4,45% |
| Öl (Sorte Brent): | -0,36% |
EUR/USD: an der Aufwärtstrendlinie abgestoßen
Kurz dachten die Marktteilnehmer, der EU-Schuldengipfel wäre abgesagt worden, dabei ging es nur um das Treffen der EU-Finanzminister, welches einfach überflüssig geworden war. Die Folge: Der Euro sackte ab, konnte aber an der 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) wieder aufgefangen werden. Seitdem ist es ein Hin und Her an der 1,39er-Marke. Heute werde ich, nicht nur bei diesem Währungspaar, nur an den Extrempunkten im Chartbild aktiv werden. Je nachdem, ob Euphorie oder Panik die Märkte ergreifen werden, was letztlich in Brüssel entschieden wird, schlage ich mich dann auf die Seite der Bullen oder Bären.
Geht es über die Widerstandszone bei 1,3955/60, so gehe ich long. Geht es aber unter das gestrige Tief bei 1,3850, werde ich short gehen. Zwischen diesen Extremwerten werde ich wohl nicht aktiv werden. Grundsätzlich gilt: Kommt ein überzeugender Lösungsansatz auf den Tisch, wird der Euro die 1,40er-Marke locker überwinden.
EUR/USD - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
EUR/USD: Um die 1,39er-Marke
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
08:00 DE: Destatis, Import-/Exportpreise September Importpreise
Prognose: +0,6% gg Vm/+7,0% gg Vj; zuvor: -0,7% gg Vm/+6,6% gg Vj
12:00 DE: Deutscher Bundestag, Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel zum Europäischen Rat am 26. Oktober in Brüssel, Berlin
13:00 Ford Motor (0,45) Quartalszahlen
13:30 Boeing (1,09) Quartalszahlen
14:00 ConocoPhillips (2,19) Quartalszahlen
14:30 US: Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter September
Prognose: -1,0% gg Vm; zuvor: -0,1% gg Vm
16:00 US: Neubauverkäufe September
Prognose: +1,7% gg Vm; zuvor: -2,3% gg Vm
16:30 US: DoE, Rohöllagerbestände (Woche)
Bei den Angaben zu den Unternehmenszahlen stehen die Analystenschätzung für einen Gewinn oder Verlust je Aktie in Klammern.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur Instinkt Trader
