Fliesst nun verstärkt Kapital vom Rentenmarkt ab?
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 6. September 2010, 17:00 Uhr
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Die Blasenbildung der Rentenmärkte zeigt sich in deren Charts, z.B. im Euro Bund Future, und kann eigentlich nur als Fahnenstange bezeichnet werden. Oder als gigantische Übertreibungsphase, wenn man sich einen Zinschart wie den der Umlaufrendite ansieht. Seit Jahren fallen die Anleiherenditen immer schneller in den Keller, was nur mit der Unsicherheit der Anleger und der berüchtigten Flucht in Qualität erklärt werden kann. Fünfjährige Bundesanleihen notieren bei etwa zwei Prozent und es ist für mich nur eine Frage der Zeit, wann smarte Investoren dort Gelder abziehen und wieder verstärkt in Dividendentitel investieren. Da die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen von langfristigen Investoren mit Adleraugen beobachtet werden und internationale Kapitalströme beeinflussen, zeige ich hier deren Chart. Der besseren Skalierbarkeit wegen wird der jeweilige Zinssatz mit dem Faktor zehn multipliziert. Die aktuelle lange 0-Spalte bei 25 deutet also auf ein Zinsniveau von 2,5 Prozent. Der deutliche Duck auf die Zinsen im Juli und August (Ziffern 7 und 8) nach der Ankündigung der FED von weiterhin ungewöhnlichen Maßnahmen", ist an der o-Spalte ganz rechts gut zu erkennen.
Bitte beachten Sie, dass im April (Ziffer 4) dieses Jahres die zehnjährigen noch bei 4,0 Prozent notierten. Vor Ausbruch der Finanzkrise musste die Staatskasse ihre Gläubiger noch mit 5,5 % entlohnen, Anfang der Woche allerdings nur noch mit 2,5 %. Damit wurde annähernd das Niveau vom Höhepunkt der Finanzkrise erreicht. Das nenne ich eine Blase! Die Verwalter großer Vermögen suchen also nach wie vor in angeblich sicheren US-Staatspapieren Schutz und missachten deren Risiken. Die Frage der Aktionäre lautet also, wann beginnen die Manager Gelder aus Zins- in Dividendentitel umzuleiten. Meiner Meinung nach haben wir uns diesem Zeitpunkt sehr stark angenähert. Grundsätzlich entspricht der Preis für langfristige Staatsanleihen dem BIP-Wachstum plus der Inflationsrate. Beim aktuellen Wachstum von 1,5 % und einer Inflation von einem % passt die Rechnung ganz gut. Erhöht sich aber nur eine der beiden Variablen etwas, gehen die Anleihekurse in den freien Fall über.
Wenn sich jetzt die konjunkturellen Nachrichten nur leicht verbessen, und sich die Inflationserwartung nur ein klein wenig erhöht, dann will ich nicht in Bonds investiert sein. Ein Umschichten von Kapital aus Renten in günstige Aktien ist meiner Meinung nach nur eine Frage des wann" und nicht des ob". Davon sollten natürlich vor allem die konjunktursensiblen Nebenwerte profitieren. Konkrete Hinweise für den lukrativen Einstieg in die aussichtsreichsten kleinen Aktien erhalten Sie im NebenwerteInsider.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl
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