Flatex zieht Börsengang erfolgreich durch
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 2. Juli 2009, 17:00 Uhr
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Ich schreibe heute etwas ausführlicher über die Maschinenbau-Branche, da sie in Deutschland nicht nur eine Million Beschäftigte zählt, sondern der deutsche Maschinenbau zu den wichtigsten Industriezweigen des Landes zählt und mittelbar auch im SDAX gut vertreten ist. Nach einem fast fünf Jahre andauernden Boom gehen nun die Aufträge aber kontinuierlich zurück. Repräsentativ ist diese Branche aber auch aus einem anderen Grund, den ich hier schon mehrfach angeschnitten habe. Der Maschinenbau ist nämlich von den Banken abhängig wie ein Süchtiger von seinem Stoff. Hier setzt meine Kritik ein, denn immer häufiger hört man die Klagen der Unternehmer aus verschiedenen Branchen, dass sie von den Banken nicht mit nötigen Krediten versorgt würden. Einerseits bestreiten die Banken vehement diese angebliche Unterversorgung. Auf der anderen Seite werden die Klagen aber immer lauter, dass vor allem die kleinen Firmen mit ihren Kreditwünschen hingehalten und mit immer neuen Prüfungen schikaniert werden. Und das obwohl die Banken mit Milliarden von den Notenbanken und Regierungen gestützt werden und grundsätzlich genug Geld zur Verfügung steht.
Endlich mal wieder ein Börsengang
Neben einigen guten fundamentalen Nachrichten wie z.B. dem erwähnenswerten Neuauftrag für Aixtron, oder die Meilensteinzahlung an Morphosys, gab es jüngst endlich mal wieder einen Börsengang zu verfolgen. Der Online-Broker Flatex" sammelte zwischen dem 17. und dem 24. Juni 800.000 Zeichnungsscheine ein für auf den Inhaber lautende Stückaktien aus einer Kapitalerhöhung. Dadurch erhöhte sich das Grundkapital der Flatex AG von 8,5 auf 115 Mio. Euro. Damit will die Firma ihre Expansion nach Österreich sowie den Ausbau der inländischen Aktivitäten finanzieren. Das Unternehmen erwirtschaftete 2008 ein Ergebnis vor Steuern von 1,1 Millionen Euro, was eine Steigerung von etwa 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Die Kundenzahl wurde um 61 Prozent auf rund 45.000 erhöht. Bis Ende April zählte Flatex etwa 53.000 Kunden. Flatex ist das erste deutsche Unternehmen, das in diesem Jahr an die Börse geht. Allerdings wagte diesen Schritt bereits die US-Biotech-Firma Hepa-Hope im April des Jahres.
Analysten kritisierten bei Flatex die geringe Transparenz und die hohe Bewertung der Aktie. Als Bumerang wie in den besten" Zeiten des Neuen Marktes könnte sich auch der Umstand beweisen, dass für den Großteil der Altaktionäre keine Haltefrist vereinbart wurde. Allerdings hat der Großaktionär Bernd Förtsch, als einer der Hauptmatadoren des Neuen Marktes altbekannt, eine Haltefrist von 12 Monaten freiwillig zugesagt. Mal sehen ob es hilft!
Mit sommerlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl