Finanzmarkt-Transaktionssteuer, ein ungelegtes Ei
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 18. August 2011, 08:30 Uhr
die Enttäuschung über das deutsch-französische Krisentreffen war am Ende doch zu groß. Der Dax versuchte es ernsthaft, konnte sogar nach der morgendlichen Schwäche kurz in die Gewinnzone zurückkehren, doch am Ende des Handelstages hatten wieder die Bären die Zügel fest in der Hand. Dieses ständige Auf und Ab zehrt an den Nerven der Anleger. Das ist ja grundsätzlich super interessant, und es ergeben sich ständig neue Einstiegsmöglichkeiten (wenn auch unter erhöhtem Risiko), doch auf Dauer von Wochen geht das einfach an die Substanz. Es war zwar schon lange so geplant, doch es gibt wohl kaum einen besseren Zeitpunkt, als nächste Woche den Urlaub anzutreten. Die Freude darauf ist dennoch dieses Mal gedämpft, denn es ist noch nicht klar, ob wir krankheitsbedingt auch die geplante Italien-Reise antreten können. Drücken Sie uns die Daumen!
Während des Urlaubs werden Sie wie gewohnt Theorie-Ausgaben der Kolumne erhalten. Nun aber zurück zur Praxis: Für uns Trader ist die geplante Einführung der Finanzmarkttransaktionssteuer ein ernstzunehmendes Thema. Vor über einem Jahr wurde dies schon einmal diskutiert, damals war es aber noch ein deutscher Vorstoß, dem es an Unterstützern fehlte. Die Fangemeinde ist nun aber aufgrund der Zuspitzung der Euro-Krise angewachsen, nur London hält dankenswerter Weise kräftig dagegen. Bevor hier aber über die Auswirkungen einer derartigen Steuer lamentiert wird: Es sind noch ungelegte Eier, und außerdem gibt es bislang auch keinen konkreten Vorschlag, wie hoch diese Steuer ausfallen soll. Dennoch: Noch nie war die Gefahr so groß, dass diese unsinnige Steuer auch kommt, denn die Ideenlosigkeit der Politiker zwingt sie ja dazu irgendetwas zu machen, und da ist eine Randgruppe, die bösen Trader, ein gefundenes Fressen. Auch wenn der Artikel nun schon über ein Jahr alt ist, hat er dennoch nichts an seiner Aktualität verloren: Luftablassen - Finanzmarkt-Transaktionssteuer und andere Ärgernisse.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,77% |
| Dow Jones: | +0,04% |
| EuroStoxx50 | +0,32% |
| EUR/USD: | +0,60% |
| Gold: | +0,35% |
| Silber: | +1,36% |
| Öl (Sorte Brent): | +1,10% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind. Hier gibt es die Trade-Aktivitäten in Echtzeit: Instinkt Trader.
Dax (DAX.I): vorbörsliche Schwäche schon fast normal
Gestern gab es einen kleinen Fehlausbruch aus dem Dreieck, der ein paar Punkte über der oberen Begrenzungslinie (rot) punktgenau von der 200er-Durchschnittslinie (lila) abgefangen wurde. Heute morgen wird mal wieder eine Eröffnungslücke nach unten gerissen. Der Dax verlässt damit das Dreieck, welches sich in dieser Woche ausgebildet hat. Die Aussagekraft von Dreiecken ist nicht besonders hoch, können sie doch sowohl trendbestätigenden, als auch trendbrechenden Charakter haben. Genau diese neutrale Sicht ist aber ohnehin das derzeitige Credo beim Traden: Die Märkte sind ein Spielball der Politik geworden, und damit nimmt die Technische Analyse an Wert ab. Ich freue mich schon wieder auf die Zeiten, an denen es wieder anders sein wird - leider wird dies wohl noch eine Weile dauern. Zu zaghaft und sprunghaft sind die Mittel, mit denen die Baustelle „Schuldenkrise" beackert wird.
Eine Rückeroberung der 5.900er-Marke wird die verbliebenen Marktteilnehmer wieder etwas mutiger werden lassen und andere Anleger reaktivieren - ich werde beim Eintreten dieses Ereignisses eine Long-Position aufbauen. Wird aber das vorbörsliche Tief bei 5.830 Punkten unterschritten, so gehe ich short - zumindest bis an die 5.800er-Marke sollte es dann gehen (nicht nur bei diesem Trade, werde ich versuchen den Stopp baldmöglichst in die Gewinnzone nachzuziehen, denn sprunghaft ist derzeit nicht nur die Politik, sondern auch die Kurse). Ein weiterer Short-Einstieg bietet sich an, wenn auch noch die Unterstützung bei 5.780 Punkten nach unten verlassen wird.
Kommt der deutsche Leitindex aber wieder auf die Beine und startet eine intraday-Gegenbewegung - ist ja schon fast alltäglich -, dann gehe ich long, wenn es auch über den Widerstand bei 5.960 Zählern geht, sowie bei einem Durchbrechen der 200er-Durchschnittslinie (verläuft gegenwärtig knapp über der 6.000er-Marke). Entpuppt sich eine Stärkephase aber erneut als Strohfeuer, gehe ich short - etwa wenn die 6.000er-Marke nach zuvor deutlich höheren Notierungen nach unten verlassen wird, oder es auch noch unter die Kurszone um 5.960 Punkte geht.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 11 Dax-Punkte
Übrigens: Gestern kam es zu einem neuen Allzeithoch beim Instinkt Trader-Musterdepot.
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Die Unsicherheit entweicht einfach nicht.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden. Bei Trades mit überschaubarem Kursziel ziehe ich den Stopp aber auch enger an.
