Finanzmarkt-Kompass: Ein kurzer Blick auf EUR/USD

Alexander Hahn in Investoren Wissen zum Thema Devisen
vom


 

 

Liebe Leser,

jede Ausgabe von Investoren Wissen enthält täglich einen Überblick über ein paar gängige Bereiche der weltweiten Finanzmärkte.

Hierbei zeige ich grob auf, wie ich die Lage aufgrund der von mir verwendeten Indikatoren und Analysemethoden einschätze. Die folgenden Angaben verstehen sich nicht als ausschließlich, sondern sind bewusst als tendentiell und verallgemeinernd gedacht, um Ihnen einen schnellen Überblick zu bieten (in anderen Worten: Auch in gelben und roten Kategorien kann es spezielle einzelne, interessante Ecken geben).


 

1.) Aktuell interessante Anlageklasen

 Rohstoffe
 Devisen
 Aktien
 Anleihen

(grün = interessante Anlageklasse  /  gelb = selektiv interessant  /  rot = unattraktiv bzw. Vorsicht angeraten)

 

 

2.) Bevorzugte Strategien für bzw. Kommentare zu den obigen Anlage-Klassen

 Rohstoffe Besonders interessante Gebiete für die nächsten Jahre (aus fundamentaler Sicht): Agrarrohstoffe, Edelmetalle
 Devisen Selektives Trading interessant; Sie sollten sich jedoch gut mit den Devisenmärkten auskennen und genau wissen, was Sie tun.
 Aktien Die Aktienmärkte sind zur Zeit mittelfristig nicht unerheblich überkauft und zeigen auf technischer Basis bereits eine ganze Reihe an Warn-Signalen. Ich rate zur Vorsicht (siehe auch Punkt 3)
 Anleihen Erscheinen mir in einem mittel- bis längerfristigen Umfeld von steigenden Zinsen und einer weltweiten Schuldenkrise tendentiell eher uninteressant. Ich empfehle besonders, US-Staatsanleihen zu meiden.

 

3.) Breiter US-Aktienmarkt (nicht Leitindizes!): Zeithorizont und Trenderwartung

 Kurzfristig (Tage bis Wochen)
 seitwärts, abwärts
 Mittelfristig (Wochen bis Monate)
 abwärts
 Langfristig (Monate bis Jahre)
 abwärts

4.) Ausgewählter Kommentar: Devisen (EUR/USD)

Die Frage, wie sich der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter entwickeln wird, beschäftigt sicher nicht nur Sie und mich, liebe Leser.

Wird der Dollar gegenüber dem Euro wieder steigen? Oder nicht?

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu sehr über die Zukunft spekulieren. Gerade in diesem Wechselkurs-Verhältnis EUR/USD gibt es m.E. im Moment mehr als genug Variablen, welche vernünftige, langfristige Prognosen sehr schnell wertlos machen können.

Sehen wir uns stattdessen doch einmal den Ist-Zustand an. Um Ihnen auch einen vernünftigen Point&Figure Chart zeigen zu können, greife ich hierbei auf einen preisabbildenden ETF von EUR/USD zurück. Die Notierung des ETFs entspricht dem Hundertfachen der tatsächlichen Wechselkursrate. In anderen Worten: Steht der ETF z.B. bei 140, so entspräche dies einem Kurs von EUR/USD bei 1,40.


Aktueller P&F Chart Tracker-ETF EUR/USD 

Abb.: Aktueller P&F Chart des Preis-Tracker-ETFs für EUR/USD

Wie Sie im obigen Chart sehen können, ist der Euro gegenüber dem US-Dollar - rein technisch gesehen - nach wie vor in einem langfristigen Aufwärtstrend und das mittelfristig bis längerfristige technische Preisziel liegt aktuell bei ca. 1,70. Dennoch habe ich meine Zweifel an der Nachhaltigkeit dieser Bewegung, denn es ist keinesfalls so, dass der Euro fundamental gesehen problemfrei wäre (Dazu kommt natürlich auch, dass hinter dem US-Dollar nur ein Land steht und hinter dem Euro eine ganze Sammlung).

Die Situation im "herkömmlichen" Chart:

Chart des Preis-Tracker ETFs für EUR/USD 

Abb.:  Chart des Preis-Tracker ETFs für EUR/USD

Auffällig ist hier das Verkaufssignal im MACD. Der EMA(20) hat jedoch erst einmal gehalten.

Gleichzeitig sehen wir allerdings auch im US-Dollar-Stärkenindex ein paar kleinere Andeutungen von Lebenszeichen. Kommt der US-Dollar also kurzfristig gegen die wichtigen internationalen Währungen etwas zurück? Mich würde es aktuell nicht wundern. Auch vom Sentiment her könnte es ganz gut passen, denn es gibt kaum noch US-Dollar Bullen im Moment.

Langfristig halte ich den US-Dollar jedoch für auf dem stark absteigenden Ast und gehe davon aus, dass diese Währung in den nächsten Jahren immer mehr ihren Status als Weltreserve-Währung verlieren wird. Außer zum Trading würde ich keine nennenswerten bzw. ungesicherten US-Dollar-Positionen langfristig halten wollen.

 

 

Nützliche Methoden und Herangehensweisen an die aktuelle Marktlage:

 

Pair Trades, risikoreduzierte Short-Strategien (z.B. Bear-Line-Trades) , Absicherung von Long-Positionen, Profitmitnahmen, enge Stop Loss Marken, Covered Calls.

 

5.) Konkrete Empfehlungen und weitere Hintergrundinformationen zu den aktuell interessanten Anlageklassen

 Rohstoffe  Rohstoff Investor, Rohstoff Signale
 Devisen  Devisen Signale

 




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