Finanzkrise: Rettung oder Vertagung?
Tom Firley in Investors Daily
vom 22. September 2008, 18:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leser,
Sie haben es am Wochenende sicherlich mitverfolgt: Die US-Regierung will mit etwa 700 Milliarden Dollar die zuvor ausufernde Finanzkrise im Zaum halten. Das liest sich erstmal recht trocken. Allerdings: Die US-Regierung entscheidet damit einmal mehr, was mit den Steuergeldern der US-Bürger passiert.
G7 machen nicht mit
„Richtige Entscheidung, Beruhigung der Märkte", sagen die einen. „Vertagung der Finanzkrise" sagen wiederum andere. Mit welchen Folgen noch zu rechnen sein wird, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück laut Berichten, dass die G7-Partnerländer der USA eine Beteiligung an dem US-Rettungspaket ablehnen. Damit wird auch klar:
Finanzwerte geben einen Teil der Gewinne wieder ab
Die augenscheinliche Entspannung an den Märkten ist gepaart mit offensichtlich gebliebener Anspannung. Heute zum Beispiel geben die Finanzwerte im Dow Jones (JP Morgan, Bank of America, Citigroup) erst einmal einen Teil der Gewinne vom Donnerstag und Freitag der Vorwoche wieder ab.
Prozyklisch oder antizyklisch?
Was tun in solchen Märkten? Ich schrieb es Ihnen bereits des öfteren: Agieren Sie vorsichtig und gehen Sie - wenn überhaupt - mit der Hälfte Ihrer für Blue Chips geplanten Investitionen in den Markt. Und dabei ist es meines Erachtens egal, ob Sie sich prozyklisch eine Mc Donalds-Aktie...
oder antizyklisch eine Pfizer anschauen.
Bleiben Sie vorsichtig.
Viel Erfolg an der Börse wünscht
Ihr
Tom Firley
PS: Am Wochenende habe ich einen herausragenden Vortrag (natürlich zum Thema Börse) gehört. Hierbei wurde meine Meinung bestätigt, gerade jetzt - im Hinblick auf die Abgeltungssteuer - in einige handfeste Titel (oder zum Beispiel in den Dax als Index) zu investieren. Wie gesagt: Noch würde ich kleine Brötchen backen, ein paar Wochen zum Jahresende haben wir ja noch Zeit...
Letzte Meldung: Die japanische Großbank Mitsubishi UFG (Marktkapitalisierung: 61 Milliarden Euro) steigt bei Morgan Stanley (Marktkapitalisierung ca. 22 Milliarden Euro) ein. Wie die Bank mitteilte, sollen zwischen 10 und 20 Prozent an Morgan Stanley aufgekauft werden.
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