Finanzieller Erfolg – John Templeton's 5 Punkte Plan
Von Dr. Mark Skousen in Investoren Wissen
vom 08. November 2005 16:00 Uhr
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Ich bin seit langem ein Fan vom Fondsmanager John Templeton. Ich habe ihn immer wieder bei verschiedenen Anlässen getroffen, beispielsweise auch in den 80er Jahren, als ich auf den Bahamas lebte.
Vor 3 Wochen sah ich Sir John – er wurde 1992 von Queen Elizabeth geadelt – in der Aufzeichnung von einer Finanzkonferenz in London. Er ist jetzt 93 Jahre alt. Er wirkt noch sehr fit und obwohl er mehr Zeit mit Religion und karitativer Arbeit verwendet, ist er immer noch ein begeisterter Investor.
Ich muß zugeben, ich war schockiert über seine Antworten auf einige Fragen ...
Terrorismus hält er für keine ernsthafte Bedrohung.
Die Skandale an der Wall Street sind für ihn kein wirkliches Problem.
Inflation macht ihm keine Angst und bei Gold gibt es seiner Meinung nach keinen Bullenmarkt.
Auch befürchtet er keine Dollar Krise.
Beim Wirtschaftswachstum sieht er keine Gefahren, ja sogar die Chance, dass es uns am Ende des Jahrhunderts 100 mal besser gehen könnte, als heute. Das einzige, was ihm Sorgen macht, ist der schleichende Sozialismus und die Regulierungswut der Regierungen überall auf der Welt.
So lange ich John Templeton kenne, war er immer ein unverbesserlicher Optimist – weder der 11. September, noch die Staatsverschuldung oder die jüngsten Inflationstendenzen konnten ihm seinen Optimismus rauben.
Ich bin eigentlich auch eher ein Optimist und bin bullish eingestellt, wenn es um Amerika geht. Der Banker J.P. Morgan sagte übrigens immer: "Wer in Hinblick auf die USA bearish ist, wird möglicherweise pleite gehen."
Auf jeden Fall wird die Zukunft von vielen kurzfristigen Ereignissen, die jetzt in der Gegenwart stattfinden, vorherbestimmt. Für Investoren ist es deshalb schwer, die gegenwärtigen Probleme zu ignorieren: Eine Börse, die in den letzten 5 Jahren seitwärts lief, Rekorde im Handels- und Haushaltsdefizit, steigende Inflation und Leitzinsen, Terroranschläge und Naturkatastrophen.
Wann wird die Sonne über der Wall Street wieder scheinen?
Während wir geduldig warten, können wir folgendes von Templeton lernen ...
Hier ist Templetons 5-Stufenplan für finanzielle Unabhängigkeit. Er basiert auf fast 100 Jahren Erfahrung.
1. Gehen Sie überschaubare Risiken ein. Templeton begann sein Geschäft dagegen mit großen Risiken. Er war schon ein guter Pokerspieler an der Universität. 1939 lieh er sich von seinem Chef 10000 $ und setzte auf 100 Aktien an der New Yorker Börse, die weniger als 1 $ kosteten. Ein großer Teil dieser Firmen stand kurz vor der Pleite, aber Templeton dachte, sie würden sich im 2. Weltkrieg erholen.
Und tatsächlich verkaufte er nach 4 Jahren alle Aktien, bezahlte die Schulden und hatte einen Gewinn von 40000 $ in der Tasche. Das war der Anfang seiner Erfolgsgeschichte.
2. Sparen, nicht konsumieren. Templeton begann in sehr ärmlichen Verhältnissen. Aber durch Sparsamkeit und harte Arbeit kam er voran. Als er heiratete hatten er und seine Frau das Ziel, die Hälfte ihres Einkommens zu sparen. Er vermied es, auf Pump zu leben.
Sein erstes Haus beispielsweise bezahlte er in bar. Diese Lebensweise behielt er auch später bei. Ich traf Sir John einmal auf den Bahamas mit seinem Rolls Royce. Er sagte mir sofort, dass er ihn nur gebraucht gekauft hätte.
Er arbeitete immer hart – meist 60 Stunden die Woche. Er würde dem Milliardär J. Paul Getty zustimmen, der sagte: "Verdienen Sie erst einmal Geld ... dann erst überlegen Sie, wie Sie es ausgeben können."
3. Kaufen Sie werthaltige Investments. Templeton investierte in unterbewertete Anlagen. "Der langfristige Anlagehorizont erfordert Geduld." In seinem Templeton Growth Fund, den er 50 Jahre leitete, bevor er ihn an die Franklin Gruppe abgab, lagen die Aktien im Durchschnitt 6 bis 7 Jahre.
Er suchte auf der ganzen Welt nach Aktien, die günstig bewertet waren und einen sehr guten langfristigen Ausblick hatten. "Es ist nicht einfach, aber wenn Sie die besten Schnäppchen kaufen wollen, dürfen Sie sich nicht nur auf eine Branche oder ein Land konzentrieren.", sagt Sir John.
Unter Templeton schaffte der Templeton Growth Fund über 50 Jahre lang einen Zuwachs von durchschnittlich 14 % im Jahr. Dabei lehnte Templeton die technische Analyse ab. "Man muß auf Fundamentaldaten setzen, um im Markt wirklich Erfolg zu haben.", war eine seiner Erkenntnisse. Dem stimme ich zu. Die besten technischen Anleger machen die besten Trades bei Firmen mit guten fundamentalen Daten.
4. Profitieren Sie von den weltweit liberalen Märkten. Für ihn war ein freies Unternehmertum die Voraussetzung um in einem anderen Land zu investieren. Er mied stark sozialistisch orientierte Länder und solche mit einer hohen staatlichen Regelungsdichte.
Seiner Meinung nach gibt es prosperierende Geschäfte nur bei einem ausgeprägten freien Unternehmertum. Seine Vorbilder sind die Ökonomen Ludwig von Mises, Friedrich Hayek und Milton Friedman. "Die Regierungen sollten damit aufhören das zu unterbinden, was die Bürger machen wollen.", ist eine der Forderungen von Templeton.
1936 machte Templeton eine Weltreise. Die Armut in Indien und Hong Kong blieb ihm im Gedächtnis haften. Als er 40 Jahre später wieder dorthin fuhr, bemerkte er einen starken Unterschied. "Der Lebensstandard in Hong Kong hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als verzehnfacht, der Standard in Kalkutta hat sich dagegen kaum verändert. Der Hauptgrund dafür liegt im Unterschied zwischen freiem Unternehmertum und Sozialismus. Die indische Regierung reguliert fast alles. Deshalb gibt es dort so gut wie keinen Fortschritt. Im Gegensatz dazu hält sich die Regierung in Hong Kong aus den meisten Dingen heraus."
Allerdings: Seit der Reise Templeton's im Jahr 1976 haben sich die Dinge stark verändert. In Indien gibt es inzwischen eine ziemlich unternehmerfreundliche Politik. Dementsprechend hat Indien heute einen der vielversprechendsten Aktienmärkte überhaupt.
5. Minimieren Sie Ihre Steuern. In den 60er Jahren traf Templeton eine sehr umstrittene Entscheidung: Er entschloss sich, seine US-Staatsbürgerschaft aufzugeben und zog auf die Bahamas. Dort gibt es keine Einkommensteuer oder Steuern auf Kapitalerträge. Er wurde ein britischer Staatsbürger und ist jetzt ein Bürger der Bahamas. Er zahlt keine Steuern.
Erstaunlicherweise verbesserte sich die Performance seiner Anlagen deutlich, nachdem er sich um die Steuern keine Sorgen mehr machen musste. Wegen der steuerfreien Geschäfte ist Templeton heute mehrfacher Milliardär und einer der reichsten Menschen weltweit.
Templeton empfiehlt trotzdem, seinem Beispiel nicht zu folgen und in ein Steuerparadies wie die Bahamas zu ziehen. Aber er rät den Anlegern, alle Steuervorteile zu nutzen, die es gibt.
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