Feuer!
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 26. August 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Der Montag hatte ganz gut angefangen. Ich schaute morgens um sechs aus meinem Schlafzimmerfenster. Das Feld hinter dem Haus stand in Flammen.
Frankreich ist vollständig ausgetrocknet. In vielen Departements ist ein Wassernotstand ausgerufen worden, darunter auch in diesem. Man darf den Rasen nicht mehr sprengen. Hubschrauber fliegen herum und halten Ausschau nach den grünen Wiesen der Gesetzesbrecher. Zumindest wird das behauptet.
Die Felder sind so trocken, dass eine einzige Zigarette ausreicht ein Feuer zu entfachen. Vor kurzem habe ich aus der Normandie erfahren, dass ein Heuschober brannte.
Es war eine Nachricht auf dem Telefon:
"Hallo, hier ist Jean Baptiste. Einer der Heuhaufen neben der Hauptscheune qualmt. Soll ich die Feuerwehr anrufen?"
Als ich die Nachricht bekam, war eh schon passiert, was passieren musste. Deshalb habe ich mir darüber keine weiteren Sorgen gemacht. Aber ich war gewarnt.
In der Zwischenzeit will ich ein bisschen über Geld reden.
Wir befinden uns gegen Ende einer Spekulationsblase, glaube ich ... Sie ähnelt dem Fluch aus dem Jahr 1999, als der Aktienmarkt so ausgetrocknet war, dass er drohte jeden Augenblick in Flammen aufzugehen. Wir haben die Sache beobachtet und gewartet. Lange Zeit ist gar nichts passiert.
Die Leute haben Briefe an mich geschickt, in denen stand, ich sei ein alter Miesmacher und einfach nur eifersüchtig, weil ich den Boom bei den Technologieaktien verpasst habe. Dann sind die Technologieaktien zwischen Januar und März 2000 doch in die Luft gegangen. Aber noch ehe das Feuer vollständig außer Kontrolle geraten konnte, ist Alan Greenspan mit dem fettesten Löschfahrzeug aufgetaucht, das die Welt je sah. Niemals zuvor ist so viel Liquidität in die Weltwirtschaft gepumpt worden. Nach nur wenigen Monaten war der gesamte Planet triefend nass.
Die Wirkung davon war, dass es eine weitere schlechte Ernte bei den Investitionen gab – wodurch noch mehr Brennmaterial für ein noch größeres Feuer geschaffen wurde. Heute sind es die Immobilienspekulanten, die mir Briefe schreiben. Sie sind immer noch zuversichtlich und selbstgerecht, sie meinen, dass sie mit der Sache durchkommen werden. Und diesmal ist es nicht nur der Aktienmarkt, der eine Blase erlebt, sondern die gesamte Wirtschaft.
Im Zentrum dieser neuen Blase stehen die Bauunternehmer. Es sah so aus, als könnten sie die Häuser gar nicht so schnell errichten wie die Nachfrage stieg. Ihre Aktien stiegen in den Himmel. Wenn diese Blase irgendwann zu Ende geht, dann werden diese Aktien nichts mehr wert sein. Sie sind schon jetzt auf dem Weg nach unten – könnte das Ende der Blase greifbar nah sein?
Nun, ich weiß es nicht. Ich habe schon eine Weile damit gerechnet. Die Leser haben vielleicht den Eindruck, dass ich es durchgängig erwarte. Und dass es vielleicht nie kommen wird, so weit ich weiß. Dennoch, ich habe immer ein "Hab ich es euch nicht gesagt", in der Hinterhand, nur für den Fall der Fälle.
Fortsetzung siehe unten!