Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Derivate
vom
Mehrere Faktoren treffen unglücklich zusammen
Wie ich oben angedeutet habe, sind hier gleich mehrere unglückliche Faktoren zusammengekommen.
1. Bund Future entwickelt sich in die falsche Richtung
In erster Linie ist es natürlich auch für mich ungemein ärgerlich, dass sich der Bund Future ganz klar in die für mich (und wohl offensichtlich auch für einige Leser und Leserinnen) in die falsche Richtung entwickelt. Doch dies ist nicht einmal das größte Problem an der oben geschilderten Situation.
2. Börsenanfängerin setzt auf spekulative Produkte
Das eigentlich viel größere Problem ist, dass eine Börsenanfängerin mit hochspekulativen Produkten hantiert, offenbar ohne das Risiko korrekt eingeschätzt zu haben oder gar die Funktionsweise vollständig verstanden zu haben (dies ist nur eine Vermutung und kann aus den Aussagen des Lesers nicht herausgelesen werden).
Die Knock-Out-Schwelle liegt laut den Angaben des Lesers bei ca. 149. Das Problem bei Knock-Out-Produkten ist jedoch, dass die KO-Schwelle durch die Finanzierungskosten im Zeitablauf immer näher rückt. Also nicht nur dass der Bund-Future mit seinem Kursanstieg sich dieser Schwelle nähert, die Schwelle kommt dem Bund-Future auch noch mehr und mehr entgegen.
3. Warnungen ignoriert oder den Wave Daily nicht kontinuierlich verfolgt
Genau vor dieser Systematik habe ich jedoch bereits mehrfach gewarnt. Am 15. März gab ich ganz konkret folgendes zu Papier:
"Die Wahl des richtigen Trading-Instruments ist entscheidend
Durch die Geldpolitik und die Situation in Europa ist Deutschland zum letzten verbliebenen sicheren Hafen mutiert. Die Staatsanleihen des Bundes werden zu irrwitzig niedrigen und teilweise sogar negativen Renditen quasi aus der Hand gerissen. Irgendwann wird diese Übertreibung enden. Bis dahin muss man sich leider in Geduld üben und einen ganz wichtigen Punkt beachten: Setzen Sie auf das richtige Trading-Instrument!
Schon mehrfach, zuletzt im August letzten Jahres, hatte ich Beispiele dafür gebracht, wie entscheidend die Wahl des richtigen Trading-Instruments ist. Bei dem Bund Future-Trade sind es Instrumente, bei denen der Faktor Zeit nur eine untergeordnete Rolle spielt. Gerade bei Optionsscheinen spielt die Zeit zum Beispiel eine große Rolle und eindeutig gegen Sie. Aber auch bei Knock-Out-Zertifikaten rückt die KO-Schwelle durch die Finanzierungskosten im Zeitablauf immer näher. Dies sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie diesen Bund Future-Short-Trade begleiten wollen."
Am 20. Februar hatte ich sogar eine entsprechende sehr konkrete Leser-Frage aufgegriffen und ein von ihm verwendetes Knock-Out-Produkt analysiert. Auch dabei bin ich zu dem Fazit gekommen, dass dieses Produkt nicht geeignet ist. Lesen Sie sich die Beiträge durch einen Klick auf die Links an dieser Stelle am besten noch einmal durch.
Entweder hat die Leserin diese Warnung also ignoriert oder den Wave Daily nicht kontinuierlich verfolgt. Ich möchte dies der Leserin an dieser Stelle auch gar nicht vorwerfen. Vielmehr führe ich das alles hier so detailliert auf, um Sie alle, lieber Leser und Leserinnen, vor derartigen Fehlern zu warnen.
4. Ohne Erfahrung, Unterstützung oder Begleitung "drauf los getradet"
Sie sollten weder Empfehlungen von mir aus dem Kontext reißen noch diese eigenständig und/oder ohne entsprechende Erfahrung oder Begleitung umsetzen. Insbesondere, da ich hier ja keine Angaben über entsprechende Produkte mache, mit denen man Trades sinnvoll umsetzen kann. Woher sollen Sie also wissen, womit Sie einen solchen Trade zum Gewinn bringen können?!
Der Tipp lautet also, nicht einfach drauf los zu traden. Handeln Sie erst, wenn Sie genug Erfahrung haben.
Der Verlag bietet Ihnen genügend Dienste an, in denen Sie konkrete Produkte genannt bekommen, die geeignet sind, entsprechende Trades umzusetzen. Dabei werden Sie von den jeweiligen Redakteuren professionell begleitet, haben die Möglichkeit Fragen zu stellen und teilweise sogar an Leser-Sprechstunden teilzunehmen. Werfen Sie doch einfach einmal einen Blick auf die Produktwelt des Investor Verlag.
Auch ich hatte hier stets angegeben, dass Sie mir jederzeit all Ihre Fragen stellen können. Natürlich kann und darf ich dabei keine individuelle Anlageberatung vornehmen, doch kann ich immer versuchen, ganz allgemein zu formulieren. Also noch einmal der Appell an Sie, diese Möglichkeit rege zu nutzen.
5. Tradingkapital muss frei sein
Es gibt aber noch diverse Fehler, die ich aus dem Leser-Kommentar bzw. der Vorgehensweise der Leserin herauslesen kann. Zum Beispiel wurde hier offenbar Geld verwendet, welches nicht zur freien Verfügung stand bzw. auf welches man im Verlustfall nicht angewiesen ist.
Wenn Sie mit Geld traden, auf das Sie nicht verzichten können, baut sich automatisch Druck auf, der Sie am erfolgreichen Traden hindert.
6. Fehlendes Money- und Risikomanagement
Zudem scheint hier kein Geld- und Risikomanagement vorzuliegen. Die Position scheint einen Großteil des Gesamtdepots einzunehmen, wenn es nicht sogar die einzige Position im Depot ist.
Es gibt beim Trading und auch beim Investieren die Regel, dass einzelne Positionen, je nach eigener Risikoneigung, nicht mehr als 5 oder 10% des Depots ausmachen sollten. Keinesfalls sollte man alles auf eine Karte setzen. Diversifikation ist das Stichwort.
Fazit
Es gibt noch sehr viel mehr Regeln, die es zu beachten gilt. Dies würde für heute allerdings zu weit führen, alle in diesem Zusammenhang aufzuzählen. Sie sehen aber mit dem heutigen Beitrag, worauf Sie ganz allgemein achten sollten und welche Fehler Sie zwingend vermeiden sollten.
Zudem haben ich Ihnen noch einmal vor Augen geführt, was es im speziellen bei dem Bund-Future-Tradingansatz zu beachten gilt. Gehebelte Produkte, egal ob Optionsschein oder Zertifikat, sind wegen der Zeitkomponente nicht oder nur begrenzt geeignet.
Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus
- Kommentar von weber
lieber herr weisenhaus, ich habe ihre warnungen vor KO-Produkte und Optionsscheinen zum Bund-Short-Trade gelesen. Könnten sie evtl. auf ein sinnvolles Produkt für diesen trade eingehen? ich hatte selbst mit einem KO-Zertifikat (KO 150) in gedanken gespielt, leider aber kein produkt gefunden. vielen dank
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus:
Guten Tag! - - - Habe Ihren Kommentar heute aufgegriffen (siehe http://www.investor-verlag.de/welche-produkte-sind-beim-bund-future-geeignet/113132581/). Hier (http://www.investor-verlag.de/wie-man-die-uebertreibung-im-bund-future-ohne-grosse-verluste-durchhaelt/113132582/) sollten Sie Antworten auf Ihre Frage finden. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Kommentar von PS
Ihre Warnung in allen Ehren. Aber dann nur Werbung zu betreiben und auf die kostenpflichtigen Dienste zu verweisen, ist auch nicht ganz fair. Wenn Sie schon Optionsscheine oder Zertifikate als nicht geeignet darstellen, hätte ich zumindest erwartet, dass Sie auf die Produktklasse eines grundsätzlich geeigneten Wertpapiers verweisen - es erwartet keiner die Nennung einer konkreten WKN. So lässt der Artikel den Leser etwas ratlos zurück und scheint wohl in erster Linie zu Ihrer persönlichen Rechtfertigung gedacht.
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus:
Guten Tag! - - - Sie haben völlig Recht - es ist nur begrenzt hilfreich zu sagen, wie es nicht funktioniert. Von solchen wenig konstruktiven Beiträgen erhalte ich selbst genügend. Vielmehr macht es Sinn zu sagen, wie es denn nun richtig gehen kann. - - - Ich habe Ihren Kommentar heute aufgegriffen (siehe http://www.investor-verlag.de/welche-produkte-sind-beim-bund-future-geeignet/113132581/) und im folgenden dargestellt (http://www.investor-verlag.de/wie-man-die-uebertreibung-im-bund-future-ohne-grosse-verluste-durchhaelt/113132582/) welche Produkte geeignet sein könnten. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus