Fed-Sitzung
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 22. September 2010, 08:30 Uhr
ENL5454
was hat sie denn nun gesagt, die US-Notenbank auf ihrer gestrigen Sitzung, auf die die Märkte so gespannt gewartet hatten? Wie erwartet bleibt der Leitzins unverändert bei einer Spanne von 0 bis 0,25 Prozent. Und er soll weiterhin „für einen ausgedehnten Zeitraum" dort bleiben. Im begleitenden Kommentar führen die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses an, dass sie sich Sorgen um eine mögliche Deflation machen und auf dem Sprung stünden, ihre Geldpolitik weiter zu lockern, um dieses Szenario zu verhindern. Die Inflationsrate befindet sich unter dem Niveau, das mit der Preisstabilität im Einklang stehe. „Der Offenmarktausschuss wird den wirtschaftlichen Ausblick und die finanziellen Entwicklungen genau im Auge behalten und ist darauf vorbereitet, der wirtschaftlichen Erholung mit weiteren Maßnahmen unter die Arme zu greifen und die Inflationsrate im Laufe der Zeit wieder auf das erforderliche Niveau zu bringen."
Hört, hört, die Inflation ist zu niedrig, lasst sie uns mit ein paar Billionen ankurbeln. Stellt sich die Frage, für wen oder was denn Inflation erforderlich ist. Soll die Fed nicht eigentlich für Preis- und Geldwertstabilität sorgen? 99 Prozent Kaufkraftverlust des US-Dollars seit Gründung der Fed sind ja eine „beeindruckende" Leistungsbilanz dieser Notenbank.
An den Aktienmärkten wurde gestern auch nur kurz gejubelt. Die Aussicht auf eine neue Runde Geldschwemme war erhofft worden, aber wohl bereits eingepreist. Außerdem kommen diese Maßnahmen erst in der Zukunft bei einer weiteren wirtschaftlichen Verschlechterung zum Tragen. Dieser Wermutstropfen störte die Aktienmärkte wohl etwas. Nur der Dollar sackte direkt ab in den Keller. Er notiert jetzt an einer letzten Unterstützung, die ihn noch vor einer neuen Abwertungsrunde bewahren kann. Grundsätzlich ist das gut für den Aktienmarkt. Aber eben nicht für die Geldwertstabilität. Auch nicht für die hiesige. Denn damit könnte ein neuer Abwertungswettlauf zwischen den Währungen losgetreten werden. Einer schwachen (exportorientierten) Wirtschaft hilft man am besten mit einer schwachen Währung auf die Füße. Der Preis dafür ist aber importierte Inflation. Na dann Prost...