Fed-Entscheidung
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 15. Dezember 2010, 08:30 Uhr
ENL5454
die Sitzung der US-Notenbank am gestrigen Abend blieb ohne Überraschungen für die Märkte. Der geldpolitische Ausschuss (FOMC) belässt den Leitzins unverändert bei einer Spanne von 0 bis 0,25 Prozent. Weiter wurde das Volumen des Aufkaufprogramms für US-Staatsanleihen in Höhe von 600 Milliarden Dollar bis Mitte 2011 bestätigt.
Wichtiger für den Markt war der begleitende Kommentar der Notenbank. Darin führen die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses an, dass sich die Erholung der US-Wirtschaft fortsetzt. Jedoch reicht der Grad der Erholung nicht aus, um die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Der Markt hatte sich hier wohl einen positiveren Kommentar erhofft. Der Chef der Fed-Filiale von Kansas City, Thomas Hoenig erklärte erneut seine abweichende Meinung. Seiner Ansicht nach könnte die erneute Öffnung der Geldschleusen die Inflation anheizen und eine Erholung der US-Wirtschaft abwürgen.
In der Tat ist dieser „Aufschwung“ äußerst merkwürdig, da er nach so langer Dauer noch immer keine neuen Jobs produziert. Von den elf Rezessionen nach dem zweiten Weltkrieg in den USA ist die von 2008 diejenige, die den größten Jobverlust gebracht hat und bisher nach ihrem offiziellen Ende als einzige noch immer keine nennenswerte Erholung am Arbeitsmarkt erkennen lässt. Und das trotz rekordtiefer Zinsen und den mit weitem Abstand größten staatlichen Subventionen aller Zeiten! Wie groß sind da wohl die Chancen, dass sich unter Fortführung der bisher erfolglosen Mittel daran etwas ändert? Etwas ist jedenfalls ganz gewaltig faul hier…
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