FED-Chef unterstützt Goldpreise
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 7. Februar 2012, 20:45 Uhr
ENL5454
In Griechenland nichts Neues - aber irgendwie interessiert es auch gar nicht sooo sehr. Denn irgend etwas wird ja irgendwann mal passieren. Entweder die griechischen Politschkis reißen sich zusammen, setzen Sparforderungen und (was wesentlich das Wichtigste ist) Strukturreformen um und erhalten dafür die nächstes Finanzhilfen von den Zonen-Brüderstaaten oder die Politschkis geben dem Druck der Bürger nach, verlassen die Zone und merken dann, dass sie trotzdem um Strukturreformen und weitere Bemühungen nicht herum kommen werden (wobei es den Bürgern dann trotzdem nicht besser gehen wird).
So oder so - jedes Szenario ist für den Rest der Zone verkraftbar, wichtig ist vor allem, dass man genügend Vertrauen erlangt, um deutlich zu machen, dass vor den wichtigeren Teilen der Zone eine Schutzmauer aufgebaut wird.
Und weil damit Zonen-Land endlich ein bisschen langweilig geworden ist und sich der Rest der Welt ja gar nicht mal so schlecht macht (positive US-Arbeitsmarktdaten [obwohl mit neuen Berechnungskomponenten erstellt..und auch Ben von der FED ist noch nicht ganz überzeugt von wundersam sinkender Arbeitslosenquote, weshalb er bei seiner lockeren Art bleiben wird, was ebenfalls keine Traurigkeit hervorruft] und auch der chinesische Einkaufsmanagerindex ist gestiegen, allerdings warnten die Behörden heute vor einem Rückgang der Industrieproduktion) freuen sich auch die Märkte weiterhin.
Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 30.01.-07.02.2012
Energie
In der vergangenen Woche entwickelten sich Brent und WTI mit entgegen gesetzer Tendenz. Während Brent zulegen konnte, was sich auch zu Beginn dieser Woche fortsetzt, gab WTI dagegen ab.
Brent erhält u.a. Unterstützung durch Angebotsrisiken. So haben die Rebellen in Nigeria wieder einmal damit gedroht, Anschläge auf die Ölinfrastruktur im Nigerdelta verüben zu wollen. Brent gilt als Benchmark für das nigerianische Öl, welches von ähnlicher Qualität ist, wie Brent. Aber auch der Iran-Konflikt sorgt weiterhin für eine Prämie bei Brent, zumal nun China angekündigt hatte, auch im März geringere Importe aus Iran beziehen zu wollen.
Aber auch die generell verbesserte Risikofreude unterstützt die Brent-Preise.
WTI dagegen wird weiterhin durch das Überangebot im US-Markt belastet. So stiegen die US-Rohöllagerbestände in der vorvergangenen um massive 4,2 Millionen Barrel. Und auch die Lager in Cushing verzeichneten einen weiteren Anstieg um 1,5 Millionen Barrel. Die Benzinbestände stiegen um 3 Millionen Barrel.
Am Dienstag dagegen erhält WTI deutlichen Aufwind, nachdem der USD deutlich schwächelt, aufgrund der Aussagen des FED-Chefs Ben Bernanke. Dieser sieht, trotz der letzten Erholungstendenzen, den US-Arbeitsmarkt noch weit entfernt von einer Gesundung und beklagt zudem die Geschwindigkeit der konjunkturellen Erholung. Davon ausgehend ist somit mit einer weiteren Fortsetzung der Lockerungspolitik der US-Notenbank zu rechnen.
WTI zur Lieferung im März notiert aktuell bei 98,79 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im März notiert aktuell bei 116,62 US-Dollar pro Barrel an der ICE.
Ausblick
So lange die Angebotsrisiken Bestand haben und die Umkehrung der Seaway-Pipeline nicht endlich für eine Entlastung von Cushing sorgt, dürfte Brent weiterhin eine Prämie verdienen. Auf dem aktuellen Preisniveau dürften die Ölpreise aber generell gut nach unten abgesichert bleiben.
Edelmetalle
Gold konnte in der vergangenen Woche zunächst weiter deutlich zulegen, als klassischer Safe Haven und in Erwartung der Auswirkungen der internationalen Lockerungsübungen der Notenbanken.
Am Freitag kam es dann zu einer deutlichen Gegenbewegung, ausgelöst u.a. auch durch die positiven US-Arbeitsmarkdaten, wobei Gold hier die typische Negativ-Korrelation zu den übrigen Rohstoff- und Aktienmärkten zeigte.
Am Dienstag können die Goldpreise dann wieder massiv von den Aussagen des FED-Chefs profitieren, der mit wenig Konjunkturoptimismus die Fortsetzung der Lockerungspolitik wahrscheinlich macht. Gold in USD erhält zusätzliche Unterstützung durch den schwächelnden US-Dollar.
Gold in USD notiert aktuell bei 1.746 USD pro Feinunze.
Gold in EUR notiert aktuell bei 1.319 EUR pro Feinunze.
Ausblick
Im aktuellen Nierigzins- und Lockerungsumfeld dürften die Goldpreise auch weiterhin Unterstützung finden, die ebenfalls weiterhin von physischer Seite (steigende chinesische Goldimporte) und mittlerweile auch wieder von Seiten der Spekulanten (Ausweitung der Netto-Long-Position) gegeben ist.
Zum zweiten Teil von: Weizen und der Frost in Europa
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Leo SMERDA (08.02. 2012 12:54 Uhr):
GOLD wird endlich die Bedeutung zugemessen, die es seit Jahrhunderten hat. Nämlich der einzig wahre Schutz vor Inflation/Deflation mit der Sicherheit vor Totalverlust.So wird Gold langsam aber sicher die heimliche Welteährung, die als einziges Zahlungsmittel allen Krisen widerstehen kann. Darüberhinaus hat Gold eine durchschnittliche Wert-steigerung von 12,23% in den letzten 40 Jahren. Wer braucht da noch Zinsen? Demnächst werden nicht nur die Intelektuellen massiv sich mit Gold eindecken (müssen).
Antworten - Kommentar von Anonymus (08.02. 2012 16:13 Uhr):
Du denkst nur an Zonen und Mauern. Was anderes fällt dir nicht ein. Was werden wohl die nachfolgenden Generationen über diesen Irrsinn sagen? Die Spitzenleistungen der EU können auf jeden Fall getoppt werden. Wirtschaften bedeutet an nachfolgenden Generationen denken. In der EU denkt man nicht einmal an morgen. Noch hängt die Finanzlawine am Berg. Weh wenn es los geht.
Antworten - Kommentar von Rainer Stahl (08.02. 2012 17:52 Uhr):
Liebe Frau Kraus, Sie schreiben: "So oder so - jedes Szenario ist für den Rest der Zone verkraftbar..." Ich denke, dass es Unterschiede zwischen so und so gibt, besser: geben muss. 1. Aussage eines Fachmannes vor einiger Zeit: Es wird nicht billiger, wenn Griechenland bankrott geht. 2. Rein von der Psychologie her denke ich, dass es für die weiteren Wackelkandidaten schwerer wird, wenn Griechenland bankrott geht. Wie sehen Sie die Ansteckungsgefahr?
Antworten