Fed Beige Book optimistisch
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 12. Januar 2012, 08:30 Uhr
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die US-Wirtschaft hat nach Einschätzung der US-Notenbank Fed ihre Erholung, unterstützt von starken Geschäftsumsätzen zu Weihnachten gegen Jahresende 2011 fortgesetzt. Gebremst wurde das Wachstum allerdings von der andauernden Schwäche des Immobiliensektors, hieß es in dem aktuellen Konjunkturbericht "Beige Book". Auch die Industrie sei langsamer gewachsen als zuvor. Da die Inflation ebenfalls moderat geblieben sei, habe die Zentralbank den nötigen Spielraum für weitere geldpolitische Stützungsmaßnahmen.
Nach Einschätzung des Präsidenten der Federal Reserve Bank von Philadelphia, Charles Plosser, könnten die konjunkturellen Bedingungen die Notenbank allerdings dazu zwingen, den US-Leitzins bereits vor Mitte des Jahres 2013 zu erhöhen. Die Fed hatte sich ursprünglich dazu verpflichtet, den Leitzins bis dahin nahe Null zu belassen. Plosser zeigte sich relativ optimistisch für den Ausblick für die US-Wirtschaft und sagte für die nächsten zwei Jahre ein jährliches Wachstum von etwa 3,0 Prozent voraus. Dabei solle die Fed die Preisentwicklung sehr genau im Auge behalten. „Inflation entwickelt sich sehr oft Schritt für Schritt, und wenn die Geldpolitik mit einer Antwort zu lange zuwartet, dann kann eine Korrektur sehr teuer kommen" so Plosser weiter. Er verwarf die Ansicht, dass hohe Arbeitslosigkeit die Inflation niedrig halten werde. Dies habe sich seiner Meinung nach in den siebziger Jahren als nicht zutreffend herausgestellt.
Die Entwicklung der Frühindikatoren des renommierten Economic Cycle Research Institutes (ECRI) bestätigen diesen optimistischen Ausblick für die US-Wirtschaft unterdessen nicht, Sie sind zuletzt weiter in den rezessiven Bereich abgerutscht, von -7,6 auf -8,2 Punkte per 30.12.2011. Dieser Konjunkturindikator hat eine außergewöhnlich hohe Trefferquote und wird derzeit kontrovers diskutiert, da er eine gegenteilige Entwicklung zu anderen Indikatoren zeigt. Es wird spannend werden, welche Site schließlich Recht behalten wird. Für die andere Seite könnte der Irrtum teuer werden.