Faszinierende Bilder aus dem Erdinneren
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 4. Juli 2008, 17:00 Uhr
ENL5454
Nach einigen Bohrungen kann dann nachfolgende Grafik eines Projekts in einem frühen Stadium gezeichnet werden, welche die bisherigen Ergebnisse veranschaulicht. Die Bohrungen werden typischerweise schräg in den Boden getrieben, damit sie möglichst verschiedene Schichtungen durchdringen. Wie genau sie gesetzt werden, zeigt einerseits die Erfahrung und das Geschick des Geologen. Natürlich ist aber auch immer ein Quentchen Glück dabei, richtig zu treffen. Denn Sie sehen ja von oben nicht, was da unter Ihnen verborgen ist. Bereits ein etwas anders gewählter Bohrverlauf kann andere Ergebnisse liefern.
Und siehe da, die Vermutung war richtig, der Quarz (hellblau dargestellt) an der Oberfläche lieferte den richtigen Hinweis. Als die genaue Analyse der Bohrkerne aus dem Labor geliefert wurde, war bewiesen, dass sich hier eine stellenweise extrem hochgradige Mineralisierung verbirgt. Mit der Bohrung BTD020 (jede Bohrung erhält eine Nummer, mit der sie genau identifiziert werden kann) in der Bildmitte wurden gleich zwei Mineralisierungen getroffen. Die untere ist stellenweise so hochgradig (mit 68,7 g/t Gold über 0,4 m), dass Sie hier sogar mit bloßem Auge im Bohrkern das Gold erkennen können. Das nennt man dann sichtbares Gold. Es kommt besonders häufig im Umfeld von Quarzgestein vor. Diese Bohrung war also sehr erfolgreich.
Links sehen Sie übrigens eine Bohrung, deren Ergebnisse noch nicht aus dem Labor zurück sind. Sie ist durch einen roten Kopf markiert. Obwohl das genaue Resultat also unbekannt ist, kann sie bereits auf der Grafik eingezeichnet werden, denn ihr Verlauf ist ja aus dem Logbuch bekannt. Auch die gefundenen Gesteinsarten sind bereits farbig markiert. Diese hat der Geologe bei der Ansicht des Bohrkerns identifiziert. Die Goldader ist allerdings noch schraffiert eingezeichnet, denn bisher gibt es für sie noch keinen definitiven Beweis. Er ist erst mit der genauen Analyse aus dem Labor erbracht.
Sichtbares Gold ist noch kein Beweis für eine rentable Mine
Obwohl hier an der einen Stelle zwei Unzen Gold je Tonne liegen, die immerhin einem Wert von bald 2.000 USD je Tonne Gestein entsprechen, ist deshalb noch lange nicht sicher, dass sich ein Abbau auch lohnen würde. Denn es handelt sich ja nur um eine relativ eng begrenzte Stelle von einigen hundert Metern. Dazu muss erst in der Umgebung noch wesentlich mehr gefunden werden, damit eine Produktionsentscheidung getroffen werden kann. Um das nachzuweisen, finden also die weiteren Bohrungen statt, aus denen nach und nach die immer genaueren Ressourcenschätzungen berechnet werden. Warum es bei deren Veröffentlichung auch herbe Enttäuschungen geben kann, werde ich Ihnen in der nächsten Woche berichten.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,
Daniela Knauer