Faszination Gleitende Durchschnitte
Tom Firley in Investors Daily
vom 8. Dezember 2009, 18:00 Uhr
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immer, wenn ich den „faszinierenden" 256-Tage-GD (also einen Gleitenden Durchschnitt über ein Börsenjahr) hier im INVESTORS DAILY bespreche, erhalte ich zahlreiche Leser-Mails von dankbaren Lesern.
Manchmal geht die Faszination so weit, dass die Leser ihr Hauptaugenmerk auf diese Analyse-Form legen wollen. Spätestens dann muss ich ernüchternd eingreifen. Natürlich ist der 256-Tage-GD wichtig. Aber ich rate davon ab, einzig und alleine auf diesen GD für Ein- UND Ausstiege heranzuziehen. Schauen wir uns das an einem einfachen Beispiel an und vergleichen zwei Dax-Werte, Deutsche Börse AG und Henkel.
Chart Deutsche Börse
Der Kurs der Deutschen Börse AG hat seinen 256-Tage-GD im Mai diesen Jahres bei ca. 59 Euro überschritten (schwarz eingekreist). Danach konnte der Kurs zwar noch 10% aufsatteln, doch dann folgte die Ernüchterung. Der Kurs stürzte ab und dümpelt seither um 55 Euro herum. Wer hier keinen Stopp gesetzt hat, liegt also leicht im Minus.
Chart Henkel
Bei Henkel wurde der 256-Tage-GD im Juni bei etwa 22 Euro überschritten (ebenfalls schwarz eingekreist). Danach folgte eine kurze Achterbahnfahrt und dann eine starke Rally, die den Kurs bis auf (brandaktuell) 34,76 Euro führte. Dies entspricht einem Zugewinn von etwa 58% (!).
Was bedeutet dies unterm Strich?
Ganz einfach: Der 256-Tage-GD gibt Anhaltspunkte, wann eher auf steigende Kurse zu setzen ist und wann Aktienkäufe eher mit Vorsicht zu genießen sind. Und wenn sich bei Einzelwerten herausstellt, dass die Strategie falsch war, dann muss eben die Reißleine gezogen werden. Eines ist klar:
Aktien-Anleger sind nicht arm geworden, weil Sie eine falsche Einstiegsstratgie hatten. Arm werden kann der Anleger nur, wenn er zu spät einsieht, dass er in der Tat falsch lag.
Nebenbei: Bei unserer „Investors-Daily-Strategie des Jahres" (erste Käufe wenn die 2008er Tiefs überschritten werden) hat der 256-Tage-GD wunderbar als Bestätigungs-Indikator funktioniert und die Gewinne konnten größtenteils ausgebaut werden. Aber diese Strategie ist nur eine der unzähligen Varianten der Technischen Analyse bzw. der Chartanalyse. Meines Erachtens aber eine wirklich effektive - solange sie mit einer entsprechenden Ausstiegsstrategie gekoppelt ist.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
PS: Bitte beachten Sie folgenden Beitrag. Es geht um eine Umfrage, bei der es auch etwas zu gewinnen gibt.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Willfried Ehrhardt (08.12. 2009 23:01 Uhr):
Das mit der Investors-Daly-Strategie habe ich nicht verstanden.In dem Beispiel Deutsche Börse und Henkel war doch der 2008er Tiefpunkt überschritten und der 256er GD nach oben durchbrochen. Waren das nicht anzeichen für erste Käufe? Mir besten Grüßen für die guten Infos W.Ehrhardt
Antworten - Kommentar von Tom Firley (09.12. 2009 08:41 Uhr):
Genau richtig, Herr Ehrhardt. Einstieg war, als in 2009 die 2008er Tiefs nach OBEN durchbrochen wurden. Diese Strategie stellte ich erstmals am 9. März diesen Jahres vor. Finden Sie hier: http://www.investor-verlag.de/chancen-gibt-es-an-der-boerse-immer/105027041/ Damals noch als kurze Spekulation gedacht, hat sich der Einstiegszeitpunkt auch mittelfristig als genau richtig dargestellt. Viele Grüße Tom Firley
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