Fannie Mae fällt ... Energiepreise ziehen an
unserem Korrespondenten Eric Fry an der Wall Street in Investors Daily
vom 24. September 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Fannie Mae wurde hart getroffen ... am Mittwoch verlor der Titel mehr als 5 Dollar, was den gesamten Aktienmarkt zwang, diesen Schmerz zu teilen. Am Donnerstag fiel sie weitere 1,70 Dollar oder 2,4 %, direkt nach Handelseröffnung. Und der Ölpreis stieg.
Offensichtlich ist Fannie Mae doch nicht der Wohltäter mit weißem Hemd, so wie es die gut bezahlten Manager dieser Gesellschaft darstellen. Laut dem "Office of Federal Housing Enterprise Oversight" (OFHEO) hat Fannie Mae nichts Gutes vor. OFHEO hat die Ergebnisse seiner Untersuchung von Fannie Mae veröffentlicht ... und was für Ergebnisse!
OFHEO hat den bekümmerten Vorstand von Fannie Mae darüber informiert, dass Vorstandsmitglieder zumindest bei einer Gelegenheit den Gewinn schön gerechnet haben, um für Bonuszahlungen relevante Ziele erreichen zu können. Der Bericht kritisierte auch die Unternehmenskultur, die "eine stabile Gewinnentwicklung betont, auf Kosten akkurater finanzieller Buchungen."
OFHEO besteht darauf, dass die Ergebnisse der Untersuchung "ernsthaft sind, und Zweifel an der Gültigkeit der zuvor veröffentlichten Ergebnisse, ... der Qualität der Überwachung des Managements und der gesamten Sicherheit und Zuverlässigkeit (von Fannie Mae) aufkommen lassen."
Die Aktien von Fannie Mae sind um 7 % gefallen, so als ob dieses Ergebnis eine völlige Überraschung gewesen wäre ... aber das war es nicht. Seit Jahren gibt es Gerüchte über bilanzielle Tricksereien bei Fannie Mae. Viele mir bekannte professionelle Short-Seller haben gegen diese Aktie gesetzt – ohne Gewinne zu erzielen. Basierend auf der Idee, dass die unmöglich stetig wachsenden Gewinne dieses Unternehmens genau das sind: unmöglich.
Ich habe auch bereits mehrfach hier im Investor's Daily auf die möglichen Tricksereien bei Fannie Mae hingewiesen.
Während die Aktionäre von Fannie Mae ihre Wunden leckten, rieben sich Erdöl-Investoren ihre Augen ... denn es wurde vermeldet (vom Energy Department), dass die amerikanischen Erdölreserven in der Woche, die am 17. September endete, um satte 9,1 Millionen Barrel zurückgingen. Das war der achte Rückgang in Folge. Die gesamten Vorräte sollen bei 266,7 Millionen Barrel liegen – das ist das niedrigste Niveau seit Anfang Februar, und das niedrigste Niveau seit 28 Jahren ist nicht weit entfernt.
Da der Hurrikane Ivan letzte Woche die Ölimporte aus dem Golf von Mexiko stoppte, hatten die Raffinerien und andere Erdöl-Verbraucher keine Wahl, als sich an den bestehenden Vorräten zu bedienen.
"Die Golfküste muss beten, dass sie keine weiteren Hurrikane oder tropischen Stürme bekommt", so Kevin Kerr, Herausgeber des "Ressource Trader Alert". Seine Leser wissen es – und haben Gewinne damit gemacht –, dass Kevin gegenüber fast jedem Produkt im Energiebereich bullish gestimmt ist. Gerade hat er sich auf den Erdgasmarkt fokussiert. "Die Erdgaspreise werden schneller und stärker steigen, als die meisten erwarten", prognostiziert der Energie-Experte.
Der Preis für Erdgas, Lieferung Oktober, stieg am Mittwoch um 5,7 Cents, auf 5,665 Dollar. Innerhalb von 3 Tagen ist der Preis damit um 20 % gestiegen.