Falsche Vorstellungen vom Kapitalismus
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 11. Februar 2008 07:30 Uhr
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Mir fällt auf, dass die Vorstellung vom Kapitalismus – die trügerische Vorstellung, dass er ganz automatisch zu mehr Wohlstand führt – auch unter der Elite der Welt wach und lebendig ist.
Zum einen fragte ein Forscherteam die Elite in 18 Ländern, welchen Institutionen sie trauen würden. Die Antwort lautete: Der Geschäftswelt. Nicht den Regierungen. Nicht den Medien. Das Geld hat der Politik die Schau gestohlen, wie ich bereits an anderer Stelle festgestellt habe.
Und dann hat Bill Gates – der oberste Unternehmer der Welt und der reichste Kapitalist – zu den Versammelten gesprochen.
“In Märkten, in denen Profite nicht möglich sind, ist die Anerkennung ein Ersatz, wo Profite möglich sind, ist die Anerkennung ein zusätzlicher Anreiz“, sagte er.
Er sprach über etwas, was er als “kreativen Kapitalismus” bezeichnete. Worin sich dieser Kapitalismus von jeder anderen Art von Kapitalismus unterscheiden soll, dass weiß ich nicht.
In jedem Geschäft, gibt es unterschiedliche Arten von Auszeichnungen. Einige Leute betreiben gerne Kunstgalerien – selbst mit Verlusten – weil sie Kunst lieben. Andere wollen in die Filmindustrie, weil sie so viel Ruhm verspricht. Und wer will schon Wohnhäuser in schlechten Gegenden führen und die Mieten von Drogenabhängigen einsammeln? Nur Leute, die eine hohe Ertragsrate wollen und die sich nicht besonders für Prestige und persönliche Sicherheit interessieren.
Es ist entmutigend, Berichte über Gates Rede zu lesen. Der Mann scheint zu viel Zeit vor einem Computerterminal verbracht zu haben. Er sagte, er möchte eine Möglichkeit finden, „den Aspekt des Kapitalismus, der den Reichen nutzt, auch für die ärmeren Leute nutzbar zu machen.“
Entweder versteht der weltweite Kapitalist Nr. 1 nicht viel von Kapitalismus. Oder er ist einfach nur ein weiterer Dummschwätzer wie der Rest.
Er sollte wissen, dass der Kapitalismus niemandem im Besonderen hilft. Er hilft nur denen, die ihn für sich nutzen… denen die Sparen… denen die erfinden… denen die arbeiten und improvisieren…
Es ist ein Moralsystem, wie ich bereits weiter oben erwähnte, es dient den Sparsamen, den Schnellen und den Klugen… Es ist dem System gleichgültig, wie reich die Leute sind… welche Hautfarbe sie haben… oder welche Sprache sprechen und welcher Fahne sie salutieren.
Der Kapitalismus ist immer kreativ… und immer zerstörerisch.
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