Fair Trade doch nicht so fair?
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 31. Januar 2007 20:45 Uhr
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Zurück zum Fair Trade
Aber liebe Leser, ich muss Sie leider enttäuschen, wenn Sie glauben dass der äthiopische Bauer von den steigenden Kaffeepreisen profitiert.
Denn leider gibt es inzwischen den Fair Trade.
Klingt gut, ich weiß, war sicher auch eine nett gemeinte Idee dahinter, doch die Realität sieht erschreckend anders aus.
Denn tatsächlich haben die liebenswerten Helfer aus dem Westen das genaue Gegenteil bewirkt.
Die Realität ist nämlich, dass die meisten Kaffeefarmer in Äthiopien sich nun zu regionalen Kooperativen zusammengeschlossen haben, mit Vertretern welche die Ernten der einzelnen Bauern einsammeln und als Ganzes direkt an die Abnehmer verscherbeln.
Doch jetzt kommt der Clou: Aufgrund dieses direkten Handels laufen die hierbei erzeugten Preise völlig an den Preisen der Terminbörsen vorbei.
Und das gewollt. Denn die Umgehung der Preise an den Börsen, war genau das was durch den Fair Trade bezweckt werden sollte. Keine Abhängigkeit der Preise von den Preisschwankungen an den Börsen, so lautete die Forderung.
Tja, und nun haben wir das Ergebnis : Steigende Kaffeepreise an der CBOT auf der einen Seite, und einen Einkäufer von Starbucks oder Tchibo in Äthiopien auf der anderen Seite. Da können die Preise an der CBOT machen was sie wollen, der Einkäufer wird sich, bevor er sich mit den Vertretern der Hilfsorganisationen im Sheraton Addis Abeba zum Lunch trifft, immer noch den günstigsten Verkäufer suchen.
Meine Forderung lautet deshalb : Gönnen wir der dritten Welt doch endlich auch ihre freie Marktwirtschaft. Ein bisschen Kapitalismus für jeden. ;-)
Und die Zukunft?
Zwar kann ich leider noch nicht in die Zukunft blicken, dennoch glaube ich an eine starke Nachfrage.
Starbucks ehrgeizige Expansionspläne sind nur ein signifikantes Zeichen für ein stetiges Nachfragewachstum in den Industrienationen.
Doch wirklich interessant wird die ganze Geschichte bei Betrachtung der asiatischen Länder und Russland.
Nicht umsonst erwarten die Kaffeeröster auch hier für die Zukunft ein starkes Nachfragewachstum.
Während meiner Asienreise konnte ich mich persönlich davon überzeugen. Ganz besonders interessant ist China. Noch wird dort lediglich Instantkaffee angeboten, doch das Land des Tees ist dem Geschmack des Kaffees nicht abgeneigt.
Kaffee ist dort in, ein Modegetränk, welches besonders von der jungen verwestlichenden Generation konsumiert wird.
Ich warte gespannt auf den nächsten Schritt, die Einführung der Kaffeeautomaten.
So long……..liebe Leser……..vergessen Sie morgen früh ihren Kaffee nicht !
Ihre Miriam Kraus
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