EZB verfügt über Risikopuffer von fast 400 Mrd. Euro
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 30. Januar 2012, 13:00 Uhr
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Im übrigen muss es tatsächlich gar nicht dazu kommen, dass der deutsche Steuerzahler aufgrund der Haftungsmechanismen zur Kasse gebeten wird. Denn die EZB, genauer gesagt das Euro-System der EZB und der ihr angeschlossenen nationalen Zentralbanken verfügt über gewaltige Risikopuffer.
Risikopuffer von fast 400 Mrd. Euro
So wies das Euro-System Ende Oktober unter der Bilanzposition "Ausgleichsposten aus Neubewertung" einen Betrag von fast 400 Mrd. Euro aus. Darin werden alle unrealisierten Buchgewinne des Euro-Systems aus Gold-, Devisen- und Wertpapiergeschäften erfasst.
Erst wenn diese Reserve restlos aufgezehrt ist, werden Verluste in der Erfolgsrechnung des Euro-Systems sichtbar und können das Eigenkapital angreifen. Das bedeutet zum Beispiel, dass die EZB ihren gesamten Bestand an Griechenland-Anleihen abschreiben könnte, ohne in die roten Zahlen zu geraten.
Ein Bollwerk gegen die Krise
Es müsste also wirklich knüppeldick kommen, bevor über die Haftungsmechanismen die deutschen Steuerzahler in Anspruch genommen werden. Die möglichen Belastungen aus Staatspleiten erscheinen vor diesem Hintergrund tatsächlich beherrschbar. Die am Freitag geschilderten Maßnahmen bilden in Verbindung mit dem Ausgleichsposten also tatsächlich "ein Bollwerk gegen die Krise".
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche
Sven Weisenhaus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von H Köhler (30.01. 2012 13:42 Uhr):
Da haben Sie schnell mal was dahingeschrieben um die Leute zu beruhigen. Ich mache jede Wette, daß von 100 Lesern des o.a. Artikel keiner verstanden hat was Sie da schreiben. Wenn Sie glauben die Bilanz der EZB , oder "das Euro System der EZB" und deren" Risikopuffer" zu verstehen, dann bitte auch zu den Positionen Stellung nehmen, welche den Risikopuffer ganz alt aussehen lassen, nämlich die nicht bewertbaren Schrottanleihen, welche die EZB in nicht bekanntem Ausmaß von den PIGS aufgekauft hat. M.E. ist die EZB unter realistischer Betrachtungsweise real pleite. Ebenso wie die FED und viele andere Banken. Diese werden nur unter Auslagerung des Schrotts in Bad Banks und großzügige Bilanzierungsauslegungen am Leben erhalten. Das ganze System spielt nur auf Zeit. Eine Zeit lang geht das sicher noch gut. Das Ende ist aber nur eine Frage der Zeit.
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (03.02. 2012 20:31 Uhr):
Guten Tag! - - - Insgesamt summiert sich das Volumen der EZB-Anleihekäufe auf aktuell 219 Milliarden Euro. Das Ausmaß ist also sehr wohl bekannt. - - - Selbst wenn sämtliche Anleihen wertlos verfallen, macht die EZB unterm Strich keinen Verlust, da nur der Ausgleichsposten aufgelöst würde. - - - Ich erwarte allerdings vielmehr, dass die EZB langfristig davon profitieren wird. In den USA ist der Fed dieses Kunststück ebenfalls renditeträchtig gelungen. - - - Natürlich wird die Verschuldungsproblematik nur in die Zukunft verschoben. Ich habe auch nichts anderes behauptet. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (03.02. 2012 20:31 Uhr):
- Kommentar von H Köhler (31.01. 2012 12:54 Uhr):
Was ich gerade gelesen habe paßt gut zu Ihrem "Bollwerk", daß ich es hier wiedergebe. Der Analyst der Credit Suisse, William Porter, geht davon aus, daß der nächste 3-Jahres-Tender der EZB zwischen 2 und 10 Billionen Dollar (wohlgemerkt europ. Bill. keine amerikanischen) betragen könnte. Nach seiner Ansicht sind im Prinzip nur noch die großen Banken in der Lage Sicherheiten zu stellen. Deren Werthaltigkeit jedoch mit vielen Fragezeichen zu versehen sind. Die kleineren Banken haben außer Bürostühlen und Bürotischen schon gar keine Sicherheiten mehr zu bieten. Was glauben Sie was vor diesem Hintergrund das "Bollwerk" der EZB noch wert ist?
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (03.02. 2012 20:10 Uhr):
Guten Tag! - - - Solche Aussagen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen. Es gibt genügend Analysten, die sich mit möglichst überzogenen Zukunftsbildern ins Gespräch bringen wollen. Ähnlich ist es auch mit Crashproheten. - - - Natürlich ist eine Summe von 2 Billionen Euro nicht undenkbar. Bezogen auf das Bollwerk würde dies nur zeigen, dass die EZB bereit wäre, die Krise mit unbegrenzten Mitteln zu bekämpfen. - - - Bislang hieß es stets: never fight the Fed. Diesen Spruch kann man wohl nun auch auf die EZB übertragen. - - - Wollen Sie vor diesem Hintergrund gegen die EZB wetten? - - - Viele Grüße - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (03.02. 2012 20:10 Uhr):