EZB lässt Leitzinsen unverändert
Cindy Bach in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 10. Oktober 2007 08:30 Uhr
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Man hatte es ja bereits vermutet: Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins wegen der Unsicherheiten an den Finanzmärkten nicht geändert. Der Schlüsselzins für Kredite an Geschäftsbanken bleibt laut Auskunft der EZB bei 4%. Bereits Anfang September hatte die EZB auf ihre ursprünglich signalisierte Zinserhöhung verzichtet. Um so gespannter schaute man nun auf die Worte von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bei der gestrigen Pressekonferenz nach der Sitzung. Man wartete auf Aufschlüsse über den künftigen Zinskurs für die Euro-Zone. Und über das was er verkündete, waren alle zufrieden.
Zwar betonte er, dass weiterhin Aufwärtsrisiken für die Preise bestünden, gleichzeitig aber bezeichnete Trichet die Geldpolitik - zum ersten Mal seit zwei Jahren - nicht mehr als "akkommodierend". Vor dem Hintergrund eines kräftigen Geldmengen- und Kreditwachstums ist die EZB jedoch bereit, den nach wie vor realen Aufwärtsrisiken für die Preise zu begegnen. Damit hielt der EZB-Chef der Notenbank alle künftigen zinspolitischen Optionen offen. Darüber hinaus verwies er auf die dauerhaft günstigen mittelfristigen Aussichten für die Konjunktur. Hierfür spreche vor allem die gute Entwicklung der Unternehmensgewinne, das kräftige Beschäftigungswachstum und rückläufige Arbeitslosenzahlen.
Der Euro steigt und steigt
Der Euro hat im September die 1,40-Dollar-Marke überschritten, sowohl eine psychologische Marke als auch eine technische Marke. Somit sind die Grundlagen für eine nachhaltige Dollarschwäche unverändert und auch auf mehreren Ebenen gegeben. Denn in den USA hat man nach wie vor mit Belastungen wie dem Handels- und Leistungsbilanzdefizit zu kämpfen, und auch die innen- und außenpolitische Situation ist dort extrem angespannt. Allerdings sehen Analysten beim Hoch von 1,42 US-Dollar für den Euro erst mal eine Grenzmarke, zumindest kurzfristig. Doch man darf nicht aus den Augen verlieren, dass der Euro eine Gemeinschaftswährung wirtschaftlich unterschiedlich starker Partnerstaaten ist, die bei einem weiteren Euro-Kursanstieg schnell einmal hinten runterfallen können, wenn die Fahrt allzu rasant ist. Deshalb wäre eine Pause angebracht.
Ich fasse zusammen: Irgendetwas Gutes muss es haben EU-Mitglied zu sein, sonst wollten nicht so viele dabei sein. Aktuell sind folgende offizielle "Beitrittskandidaten" scharf auf einen Platz in der EU: Kroatien, Mazedonien, Albanien, Bosnien Herzegowina, Serbien, Mazedonien, die Ukraine und die Türkei. Hier kann es jedoch noch einige Jahre dauern, bis dazu eine Entscheidung fällt. Kommen diese Staaten noch hinzu, ist die EU 35 Staaten stark. In diesem Sinne, be cool an think European.
Ihnen ein schönes Wochenende, die Wetteraussichten versprechen nut Gutes, also genießen Sie es.
Ihre
Cindy Bach