EZB: Draghi wirft Politik stabilen Geldes über Bord
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 4. November 2011, 17:00 Uhr
ENL5454
wie ein Jo-Jo hüpfen die internationalen Märkte derzeit je nach Nachrichtenlage auf oder ab. Kurzfristige Charts sehen aus, wie eine Achterbahn. Was kurzfristige Trader freut oder auch verzweifeln lässt (je nach ihrem Können), wirkt auf mittelfristige Trendspieler eher zermürbend. Die Politik dominiert das Geschehen, je nach Nachricht geht es dann eben kurz nach oben oder unten.
Wie Sie gestern an den Charts von Klaus Buhl erkennen konnten, gibt es aktuell noch ein paar Vorteile für die Bullen. Das betrifft nicht nur die Aktienmärkte, sondern auch wichtige Rohstoffe. Einen weiteren Schub über die vorige Konsolidierung hat gestern der Goldpreis erhalten. Auch hierfür war wieder die Nachrichtenlage verantwortlich. Eine neue Ära der Politik ist mit dem Präsidium des Italieners Draghi für die EZB angebrochen. Wie in den angelsächsischen Ländern üblich, scheint nun auch die Europäische Zentralbank die Stützung der Wirtschaft über ihr eigentliches Ziel der monetären Stabilität zu stellen. Hoffen wir, dass diese italienische Führung nicht zu südeuropäischen Zuständen im bisher noch halbwegs stabilen Nordeuropa beiträgt.
Freuen können sich darüber die Anleger, die ihr Vermögen rechtzeitig durch Anlagen in Edelmetallen oder Rohstoffaktien in Sicherheit gebracht haben. Diese Sicherheit kostet zwar dank ihrer Volatilität manchmal viele Nerven. Aber Sie konnten gerade mit dem Gold in den vergangenen Jahren besser abschneiden, als mit vielen anderen Anlagen. Denn das Gold spiegelt die Entwertung der Währungen aus Papier wider. Fallen diese weiter durch die inflationäre Politik der Zentralbanken, können Sie damit Ihr Vermögen wenigstens bewahren.