Extrem überverkaufte Marktlage wird in Kursexplosion münden!
Friedrich Lange in Investors Daily
vom 21. August 2008, 18:00 Uhr
ENL5454
Da sich Tom Firley ein paar Tage (bis 26.8.) Urlaub gönnt, lesen Sie bitte einen Gastbeitrag von Friedrich Lange (Auszug aus der Oxford Club Eildepesche)
Liebe Leser,
Der von mir in der Eildepesche zutreffend prognostizierte Rückgang des Ölpreises ist keine Entwarnung, sondern lediglich eine Atempause. Hier entweicht spekulative Luft aus dem Markt. Die Delle in der weltweiten Konjunktur unterstützt diese Konsolidierung. Und China hatte vor dem Olympischen Spielen in den steigenden Preistrend des schwarzen Goldes auch die Lager aus Gründen einer sicheren Versorgung während der Spiele aufgestockt. Diese entlastende Entwicklung wird nur kurzfristig anhalten. Mittel- und langfristig werden Energiepreise auf hohem Niveau bleiben.
Negative Realzinsen - wichtigster Faktor für den steigenden Goldpreis!
Für Gold bleiben die Realzinsen, in den USA seit geraumer Zeit bei minus 3%, der entscheidende Faktor. Hier gilt die einfache Regel: Negative Realzinsen sind positiv für den Goldpreis - positive Realzinsen negativ! In den meisten Ländern dominieren negative Realzinsen, die USA haben ein Niveau von minus 3%. In der Euroregion ist der Realzins nur minimal positiv.
US-Dollar erholt sich nicht dauerhaft
Die jüngste Erholung der US-Währung wird nicht von Dauer sein. Der US$ reagiert auf die sich abschwächende Konjunktur in der Eurozone. Dahinter steckt die Erwartung, dass jetzt die Konjunktur in der Eurozone stärker abflacht.
Konjunktur im Euroland schwächt sich massiv ab, ...
Ich hatte Ihnen bereits im Frühjahr analysiert, dass die Euroland-Regierungen - und besonders die deutsche Bundesregierung - die wirtschaftliche Situation völlig falsch einschätzen, wenn sie glauben, von der globalen Wirtschaftsdelle nicht betroffen zu sein.
Diese Inkompetenz setzte dann die Europäische Zentralbank (EZB) unter Jean-Claude Trichet mit der falschen Zinsanhebung um 0,25% auf 4,25% fort - obwohl damals seit zwei Monaten die Konjunkturbarometer massiv fielen - und gefiel sich noch in der Rolle des geldpolitischen Falken.
Die Massenmedien lobten Jean-Claude Trichet für seine „Grundsatztreue", und die Finanzmedien titelten von der Venus USA (FED) und dem Mars (EZB).
... was jetzt spät selbst die EZB erkennt
Jetzt wird auch der EZB-Chef kleinlaut und redet von Konjunkturrisiken. Wie schön, dass selbst er die offensichtlichen Fakten nach Monaten doch noch wahrnimmt.
Die Märkte nehmen jetzt die europäische Konjunkturschwäche mit der Erwartung sinkender Zinsen vorweg und setzen auf eine sich schneller als erwartete erholende US-Konjunktur.
US$ zieht nur vorübergehend an
Eine Hausse der US-Währung leite ich daraus nicht ab, zu groß sind die fundamentalen Ungleichgewichte. Es handelt sich um eine technische Erholung im Abwärtstrend.