Exklusives Interview: Art Laffer sagt, der Ölpreis wird unter $ 35 fallen
Investoren Wissen
vom 23. Januar 2007 16:00 Uhr
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Von Mark Skousen
Lieber Leser,
letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, eines der seltenen Interviews mit einem der weltweit genialsten Finanzökonomen in seinem neuen Büro in Nashville zu führen, mit Arthur B. Laffer.
Als ehemaliger Professor an der berühmten University of Chicago ist Art Laffer der Erfinder der „Laffer Kurve“, die in jedem Wirtschaftslehrbuch zu finden ist; sie zeigt, dass Steuerkürzungen die Produktivität ankurbeln können, so dass die Regierung eigentlich mehr Steuern erhält.
Die Laffer Kurve hat sich als richtig erwiesen, insbesondere wenn die Kapitalgewinnsteuern gekürzt werden... Jedes Jahr nach einer Kürzung der Kapitalgewinnsteuer wie 1978, 1986,1997 und 2001 haben sich die Steuereinnahmen bei Kapitalgewinnen erheblich erhöht.
Laffer ist ein gefragter Experte. Sein Büro ist angefüllt mit den Briefen und Fotos berühmter Leute – Alan Greenspan, Ronald Reagan, Jane Fonda, etc.. Während ich in seinem Büro war, bekam er einen Anruf vom ehemaligen Governor Mitt Romney, der für die Präsidentschaft kandidiert, und Steve Moore vom The Wall Street Journal.
Aber er ist auch bekannt als brillanter Moneymanager und für seine Wirtschaftsprognosen. Seit 2000 liegt sein Macro 100 Aktienportfolio 48 Prozentpunkte höher als der S&P 500 Index. Es folgt unser Interview, in dem wir einen Blick auf seinen einzigartigen Top-Down Ansatz für Investments werfen.
Ist die Laffer Kurve eine Freifahrkarte in der Wirtschaft?
Mark Skousen: Ich sehe Ihre Laffer Kurve immer noch in allen Lehrbüchern. Wie fühlt es sich an, berühmt zu sein?
Art Laffer: Ich liebe es. Es ist großartig. Ich bin mit einem Namen gesegnet, der sehr unterhaltsam ist (lacht).
MS: Ist die Laffer Kurve noch aktuell?
AL: Ich brachte sie in den Achtzigern unter Reagan zurück, aber sie ist in der Wirtschaft seit undenklichen Zeiten.Und das ist wahr. Wie kann es Ihnen je schlecht gehen, wenn Sie die Steuern kürzen und mehr Geld bekommen.
MS: Also gibt es eine Freifahrkarte in der Wirtschaft?
AL: Natürlich gibt es eine Freifahrkarte.
MS: Gibt es auch eine für Finanzen? Bekommen die Investoren eine Freifahrkarte, wenn sie Warren Buffets Expertise in Berkshire Hathaway nutzen?
AL: Sicher. Wenn Buffet eine große Anzahl von Wertpapieren erwirbt, weil er Dinge sieht, die wir als kleine Anleger nie zu sehen bekommen, wird es schwierig nicht zu gewinnen. Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Investoren.
MS: Verwalten Sie Geld?
AL: Wir haben zwei Unternehmen: Laffer Associates ist ein Rechercheunternehmen und ein Brokerbüro. Wir haben fast 350 institutionelle Kunden. Und wir haben eine Vermögensverwaltungsfirma, unter Beteiligung von General Electric, ebenso für institutionelle Anleger. Wir beraten die Huntington Fonds bei den Aktien des Macro 100, so dass auch Kleininvestoren Vorteil aus unserem Service durch die Huntington Fonds ziehen können. Wir sind seit 6 Jahren im Geschäft.
Laffers Top-Down Investmentstil
MS: Haben Sie eine einzigartige Strategie?
AL: Unsere Methode ist einzigartig. Wir sehen uns die Welt aus dem Blickwinkel der Makroökonomie an. Zum Beispiel, geht das Öl von 10 Dollar auf 70 Dollar , ist es ziemlich egal, welche Ölfirma Sie kaufen. Der Schlüssel ist, in Sektoren zu investieren, die von der sich ändernden Politik der Makroökonomie profitieren. Wir betrachten die Handels-, Einkommens- und Fiskalpolitik.
MS: Welches ist gerade Ihr bevorzugter Sektor?
AL: Wachstumsaktien, sowohl Haupt- als auch Nebenwerte. Wir denken, wir befinden uns in einem Umfeld mit einem „neutralen Zinssatz“ – wir denken nicht, dass er z. Zt. hoch- oder runtergeht. Wir investieren auch in Unternehmen in einzelnen Staaten, die die Steuern reduzieren und vermeiden Unternehmen in Staaten, in denen die Steuern erhöht werden.
MS: Gibt es Staaten, die die Steuern senken?
AL: Oh ja, z. Zt. mehr als 40. Die Regierungen senken die Steuern wie wahnsinnig und nehmen Pro-Wachstumsstrategien an. Das ist sehr aufregend. Dies ist einer der am meisten übersehenen Impulse in der aktuellen Wirtschaft.
MS: Aber sind die meisten Firmen heutzutage nicht eher global aufgestellt?
AL: Das gilt für McDonald’s und IBM, aber viele Unternehmen befinden sich nur einem Staat, so wie Autoteilezulieferer. Wir machen unsere Aktienanalyse auch Land für Land.
MS: Sind Sie wie die meisten Analysten auch noch bullish, was China und Indien anbelangt?
AL: Ja, aber nicht so sehr wie ich es war. Vor einem Jahr war ich von Japan überzeugt, aber jetzt nicht nicht mehr so. Wir schauen die Geld- und Steuerpolitik jedes Landes an.
MS: Sie investieren nicht in Venezuela?
AL: Nein. Aus Venezuela bin ich aus vielen Gründen draußen. Öl wird im Preis runtergehen.
MS: Tatsächlich? Sie hören sich an wie Steve Forbes, der 35 Dollar ein Jahr zuvor bei einem meiner Interviews vorhersagte.
AL: Aber ja und ohne Probleme noch niedriger über die nächsten zwei Jahre.
MS: Viele meiner "gold bug" Freunde, auch Jim Rogers, sehen einen 20jährigen Bullenmarkt für Rohstoffe. Was denken Sie?
AL: Sie liegen falsch, falsch, falsch! Öl, Kupfer, Gold... alle kommen runter und werden weiter im Preis fallen. Wir haben einen enormen Bullenmarkt bei Rohstoffen gesehen und zur gleichen Zeit sehen wir den Dollar am tiefsten Stand verglichen mit seinen Handelspartnern.
MS: Sehen Sie einen Dollarcrash voraus?
AL: Nein! Er wird steigen. Wenn der Ölpreis fällt, wird das Handelsdefizit – was ich den Kapitalüberfluss nenne – nach unten gehen. Das sind alles Fälle einer Rückkehr zur Mitte.
Positiver Ausblick für die US Aktien
SM: Wie sieht es für den US Aktienmarkt aus?
AL: Ich habe den US Aktienmarkt noch nie so gut positioniert gesehen wie gerade jetzt. Die Aktien sind richtig billig. Laut meiner eigenen Methode Aktien zu bewerten – unter Beachtung der Gewinne im Vergleich zu den Zinssätzen und den Steuern, welche ich „kapitalisierte ökonomische Gewinne“ nenne, war der Markt relativ gesehen noch nie so tief. Ich sehe keine kommende Rezession. Ich sehe keine steigenden Zinssätze. Sagen Sie mir, welche Steuererhöhungen sehen Sie auf dem Wege?
MS: Nun, die Demokraten haben jetzt das Sagen im Congress, sie könnten die Steuern erhöhen.
AL: Ich war besorgt, die Republikaner würden die Steuern erhöhen! Ich liebe das Patchwork am Capitol Hill. Z. Zt. sehe ich keine große Steuererhöhung. Haben Sie bemerkt, dass das Bundesdefizit dramatisch gefallen ist? Die Laffer Kurve funktioniert!
MS: Was ist Ihre Meinung zum neuen Vorsitzenden der Fed?
AL: Ben Bernanke, ein orthodoxer Jude aus South Carolina, ist großartig.
Er mag langweilig wirken, aber er ist vernünftig. Die Fed hat sich der Inflation entgegen gestellt und die Geldbasis wächst fast gar nicht, alles wie Sie es wollen. Der Goldpreis sinkt und der Dollar wird sich 2007 festigen. Das sind nicht die Siebziger. Im Vergleich zu dieser Zeit haben wir eine wundervolle Fiskalpolitik. Wer hätte gedacht, dass seit den Siebzigern die bundesweite Einkommenssteuerrate und die Kapitalgewinnrate von 70 % auf 35 % gefallen sind? Wir haben keine 21 % Zinsen, wir haben heute 4 %.
MS: Sind Sie nicht besorgt über den regulativen Würgegriff des Sarbanes-Oxley-Gesetzes?
AL: Ich denke das Sarbanes-Oxley-Gesetz ist großartig! Es hat die Menge der Regulierungen erhöht, was kleine Unternehmen schädigt, aber ich bin im Aufsichtsrat vieler Firmen, und viele dieser Unternehmen empfinden das Sarbanes-Oxley-Gesetz als sehr hilfreich, weil sie dadurch mehr über ihr Unternehmen erfahren: das Gute ebenso wie das Negative.
MS: Stimmt es, dass Sie immer optimistisch in Hinblick auf den Aktienmarkt und die Wirtschaft sind?
AL: Nein, gar nicht. In den Sechziger und Siebzigern war ich ein großer Pessimist.
MS: Haben Sie den Kollaps des Nasdaq in den frühen 2000ern vorausgesehen?
AL: Aber sicher! Ich warnte Investoren Ende 1999 und 2000, als Inflation und Zinsen extrem stiegen. Ich sagte den Investoren, sie sollten sich in den Keller zurückziehen und warten, bis alles vorüber ist. ( Laffer zeigte mir Kopien der Schreiben, die seine bearishe Sicht in dieser Zeit widerspiegeln.)
Der Kampf gegen den Terror
MS: Sind Sie besorgt über den weltweiten Terror und den Mittleren Osten?
AL: Ich sehe da kein großes Problem. Ich denke, der Mittlere Osten ist furchtbar, aber das war er schon immer. Iran und Irak brauchen das Geld für ihr Öl dringend, aber wenn der Ölpreis stark fällt, und das wird er, wird das die beste Außenpolitik sein, die wir je hatten und so werden wir die Tyrannen im Iran und in Venezuela los. Sicher, Terrorismus ist ein Problem, aber ich erlebte schon die Ära der Fünfziger und Sechziger und die Angst vor den Sowjets war wesentlich erschreckender.
MS: Das ist die letzte Frage, die ich allen meinen Experten stelle: Sie haben ein langes Leben gelebt und viele berühmte Leute getroffen. Was ist die wichtigste Lektion in Ihrem Leben?
AL: Verliere nie die Tatsache aus den Augen, dass du Teil einer Familie bist. Sie wissen, Mark, dass ich 6 Kinder und 10 Enkel habe. Als ich mein erstes Kind sah, wusste ich, dass ich ewig leben würde. Mein Vater war mein bester Freund. Ich war zweimal verheiratet und mein Vater war mein Trauzeuge bei meiner ersten Hochzeit, mein Sohn bei meiner zweiten. Es gibt nichts – überhaupt nichts – was dem nahe kommt, in der Familie als Team zusammen zu arbeiten. Viele meiner Familienmitglieder arbeiten hier. Das ist sehr schön. Ich liebte es, als Berater von Reagan nach Washintogn zu gehen, Professor zu sein und die Laffer Kurve zu erschaffen, aber nichts kommt dem Vergnügen nahe, die beste Familie der Welt zu haben.
MS: Vielen Dank, Dr. Laffer
Art Laffer and Chairman Mark Skousen in front of the Big Three Totem Pole of Economics.
Viel Erfolg
Mark
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