EUR/USD
Alexander Hahn in Investoren Wissen zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 6. August 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
jede Ausgabe von Investoren Wissen enthält täglich einen Überblick über ein paar gängige Bereiche der weltweiten Finanzmärkte.
Hierbei zeige ich grob auf, wie ich die Lage aufgrund der von mir verwendeten Indikatoren und Analysemethoden einschätze. Die folgenden Angaben verstehen sich nicht als ausschließlich, sondern sind bewusst als tendentiell und verallgemeinernd gedacht, um Ihnen einen schnellen Überblick zu bieten (in anderen Worten: Auch in gelben und roten Kategorien kann es spezielle einzelne, interessante Ecken geben).
1.) Aktuell interessante Anlageklassen
(grün = interessante Anlageklasse / gelb = selektiv interessant / rot = unattraktiv bzw. Vorsicht angeraten)
2.) Bevorzugte Strategien für bzw. Kommentare zu den obigen Anlage-Klassen
Rohstoffe:
Besonders interessante Gebiete für die nächsten Jahre (aus fundamentaler Sicht): Agrarrohstoffe, Edelmetalle
Bitte beachten Sie: Rohstoffe können sehr volatil sein. Die grüne Kennzeichnung von Rohstoffen als Anlageklasse bei Investoren Wissen erfolgt aus fundamentalen Erwägungen für langfristige Investoren und nicht als Market-Timing Signal.
Devisen:
Selektives Trading interessant; Sie sollten sich jedoch gut mit den Devisenmärkten auskennen und genau wissen, was Sie tun.
Aktien:
Der NYSE BP Index steht in einer X-Spalte und der VIX fällt. Fundamental bleibt allerdings weiterhin Vorsicht angesagt. Technisch steht kurzfristigen und mittelfristigen Engagements am Aktienmarkt zur Zeit nicht viel im Weg. Beachten Sie hierbei jedoch bitte auch den NYSE BPI, der bereits überkaufte Marktzustände anzeigt.
Anleihen:
Erscheinen mir in einem mittel- bis längerfristigen Umfeld von steigenden Zinsen und einer weltweiten Schuldenkrise tendentiell eher uninteressant. Ich empfehle besonders, US-Staatsanleihen zu meiden.
3.) Breiter US-Aktienmarkt (nicht Leitindizes!): Zeithorizont und Trenderwartung
Kurzfristig (Tage bis Wochen):
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Mittelfristig (Wochen bis Monate):
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Langfristig (Monate bis Jahre):
4.) Ausgewählter Kommentar: Chartbetrachtung EUR/USD
Wie bereits angekündigt, werfe ich heute einen Blick auf EUR/USD. Ist der Dollar nun wieder auf neuer Talfahrt? Oder sehen wir hier nur eine Überdehnung des Kurses?
Beginnen wir doch einmal mit der Betrachtung des EUR/USD-Kurses. Hierfür verwende ich den Währungs-ETF US:FXE, der EUR/USD folgt (Kurs des ETFs = EUR/USD x 100)
Sehen wir uns zunächst einmal den Point&Figure-Chart des ETFs an:
Abb.: Aktueller P&F Chart des EUR/USD-Tracker-ETFs (FXE)
Wie Sie im obigen Chart sehen können, ist der Aufwärtstrend des Euros, welcher aus Sicht des obigen Charts im Januar 2008 begann, immernoch intakt. Aus technischer Sicht ergibt sich hier durch das letzte Kaufsignal (Mai 2009) gar ein relativ hohes Preisziel von über 1,70 für EUR/USD, denn das Kaufsignal war recht stark. Ich rechne jedoch nicht damit, dass das schnelle Erreichen hiervon (wenn überhaupt) sehr wahrscheinlich ist.
Betrachten wir zum Vergleich einmal den Wochenchart des obigen ETFs:
Abb.: Aktueller Wochenchart des EUR/USD-Tracker-ETFs (FXE)
Auch dieser Chart sieht insgesamt schön bullisch aus; der RSI nähert sich allerdings dem überkauftem Territorium, was Rücksetzer bzw. Korrekturen immer wahrscheinlicher werden lässt.
Sehen wir uns doch einmal an, wie die kurzfristigere Lage aussieht, und werfen einen Blick auf den Tageschart:
Abb.: Aktueller Tageschart des EUR/USD-Tracker-ETFs (FXE)
Auch dieser Chart sieht schön bullisch aus, doch auch hier bewegt sich der RSI bereits in erhöhten Zonen.
Befragen wir doch noch den US-Dollar-Stärken-Index, welcher die Stärke des amerikanischen Dollars gegen einen Korb von international bedeutenden Währungen misst, was er zur aktuellen Lage zu sagen hat.
Beginnen wir auch hier mit dem Point&Figure-Chart
Abb.: Aktueller P&F Chart des USD-Stärke-Index
Wie zu erwarten ist der USD-Stärke-Index seit Jahren im Rückgang. Interessant ist aktuell jedoch, dass der Index an einem alten Widerstand sitzt, an dem er auch im Dezember 2008 wieder drehte. Auch ein Bruch würde nicht allzu viel neuen Spielraum geben, da der nächste Widerstand bereits bei 76 sitzt.
Sehen wir uns die Lage im "herkömmlichen" Chart an:
Abb.: Aktueller Chart des USD-Stärke-Index
Auch dieser Chart ist ziemlich negativ. Der MACD ist auf klarem Verkaufssignal und auch der Schnitt aus EMA(20) und EMA(40) ist bärisch. Auffällig ist jedoch der RSI, welcher nahe an der 30er-Zone und somit im überverkauften Bereich notiert.
In Kombination mit dem Widerstand, der aus dem P&F Chart ersichtlich ist, deutet dies für mich eher auf ein Ende des Euro-Höhenflugs zugunsten einer Dollar-Korrektur hin.
Hierzu passen ebenfalls die erhöhten RSI-Werte des oben abgebildete Tracker-ETFs sowohl im Tages- als auch im Wochenchart. Auch der P&F Chart des Tracker-ETFs steht von seiner Formation her einer Korrektur nicht im Weg (Eine X-Säule aus sieben Boxen ist durchaus ansehnlich).
Vergleichen wir diese technischen Befunde doch einmal etwas mit der Stimmung, die durch die Medien und Märkte geht. Natürlich glaubt jeder, nachdem der Dollar nun gefallen ist, müsse dies schon wieder ewig so weitergehen und reißerisch aufgemachte Artikel wie "Währungesexperten erwarten den Dollar-Crash" versuchen, das journalistische Sommerloch zu füllen.
Im entsprechenden Kommentar-Echo zum Artikel liest sich auch das breite Nicken der Leserschaft relativ klar.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Auch ich bin fundamental und langfristig sicher nicht bullisch auf den US-Dollar (eigentlich auf gar keine Papierwährung - gemessen an realen Werten. Aber das ist ein anderes Thema...), doch wenn ich momentan auf eine der beiden Währungen setzen müsste, der Euro wäre es wohl eher nicht.
5.) Börsendienste mit weiteren Hintergrundinformationen zu den aktuell interessanten Anlageklassen:
Rohstoffe:
Rohstoff Investor, Rohstoff Signale
Devisen:
Aktien: Verschiedene Dienste




