EUR/USD: zwischen Griechenland und EZB
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 11. Mai 2011, 12:00 Uhr
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Am vergangenen Wochenende ist Griechenland ja bekanntlich erneut stark in den Fokus geraten. Halb-geheime Krisentreffen und Spekulationen über einen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone, haben EUR/USD, nach der EZB-Sitzung in der letzten Woche, wo der EZB-Chef einen offenbar von vielen unerwarteten Ton anschlug, noch weiter unter Druck gesetzt. Doch aktuell hält sich das Währungspaar relativ stabil um die Marke bei 1,4400, hin und her gerissen zwischen Griechenland auf der einen Seite und deutschen Inflationsdaten, sowie den Erwartungen an die EZB auf der anderen Seite.
An Griechenland scheiden sich die Geister
Griechenland ist und bleibt der ewige Problemfall. Das Land ächzt unter den harten Sparprogrammen, seiner Rezession, der hohen Arbeitslosigkeit und dem gleichzeitigen Inflationsdruck. Als dann am Freitag erste Gerüchte aufkamen, bezüglich eines geheimen Krisentreffens der EU-Offiziellen und eines möglichen Ausstiegs der Griechen aus der Eurozone, war das Chaos wieder einmal perfekt. Trotz vehementer Dementis von allen Seiten, verlässt das Gerücht die Märkte nicht gänzlich.
Dann aber gab es gestern weitere Gerüchte in Bezug auf eine mögliche Aufstockung der Finanzhilfen für Griechenland, woraufhin EUR/USD allerdings nur ein wenig zulegen konnte. Dagegen dann schließlich wieder ein Dementi von deutscher Seite. Zunächst wolle man erst einmal Griechenlands tatsächliche Lage prüfen, bevor man da etwas entscheide. Gänzlich verschwunden sind dagegen nun die halboffiziellen Überlegungen hinsichtlich einer Umschuldung.
Eine derartige "mal Hü mal Hott"-Taktik, bzw. das Ausbleiben wirklich verwertbarer Informationen ist nicht gerade dazu angetan dem Markt die Nervosität zu nehmen, geschweige denn diesen in Sicherheit zu wiegen. Da wäre es wohl besser gewesen, die Öffentlichkeit hätte erst gar nicht erfahren, dass man in Eurolanden schon wieder nicht weiß, wie man mit dem griechischen Problemfall eigentlich umgehen soll. Und so lange hier keine konkreten Lösungsansätze vorliegen, wird die Unsicherheit bleiben und EUR/USD sich immer wieder unverhoffter Schwankungen erfreuen dürfen.
Deutsche Inflation und China-Daten
Heute dagegen kann sich das Währungspaar ein bisschen beruhigen und stabilisiert sich im Moment um die Marke bei 1,4400. Aus Deutschland wurde ein Anstieg der Inflationsrate von 2,3% im März auf 2,7% im April gemeldet. Das weckt nun wieder Hoffnungen auf eine weitere Zinsanhebung der EZB im Juli, bzw. eine entsprechend geäußerte (und gegenüber der letzten Woche veränderte) Sprache seitens der EZB im Vorfeld, was dem Euro ein wenig Unterstützung bescheiden kann.
Zuvor wurde aus China ein weiterer Anstieg der Inflationsrate auf 5,3%, ein Wachstum der Industrieproduktion von 13,4% und ein Einzelhandelswachstum von 17,1% für April gemeldet. Obgleich alle diese Daten gegenüber den Erwartungen zwar leicht enttäuschend ausfielen, sind es dennoch starke Daten. Zudem wurde gestern von offizieller chinesischer Seite verlautbar, man wolle zwar der Inflation entgegen wirken, zugleich aber aus der Kapitalnachfrage entgegen kommen um das Wirtschaftswachstum zu unterstützen. Man plane die Binnennachfrage weiter anzukurbeln und die Importe zu steigern. Solche Aussagen stimmen versöhnlich und können dem Euro zwischenzeitlich ebenfalls leichte Unterstützung bieten.
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,4391. Vorerst dürfte EUR/USD generell anfällig für weitere Schwankungen bleiben. Je nachdem ob neue Hiobsbotschafen hinsichtlich der Griechenlandfrage entstehen, könnte zwischenzeitlich weiterer Druck auf der Einheitswährung lasten. Eine erste starke Unterstützung ergibt sich hierbei allerdings im Bereich um 1,4250-1,4235. Erst wenn dieser Bereich nach unten durchbrochen wird, besteht weiteres Abwärtspotenzial bis 1,4155 und schließlich 1,4095. Nach oben dürfte dagegen der Bereich um 1,4450-1,4470 interessant werden. Sollte dieser Bereich nach oben durchbrochen werden, besteht erneut weiteres Aufwärtspotenzial bis 1,4615 und schließlich 1,4700.
EUR/USD (30 Minuten)
Quelle: CFX-Broker
