EUR/USD zurück in Range
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 4. November 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Nachdem EUR/USD gestern aus seiner bisherigen Range nach unten ausbrechen konnte und im Verlauf bis auf 1,4626 fiel, ist das Währungspaar inzwischen wieder in seine Range zurückgekehrt.
Zwei Erklärungen
Zum einen bewegt sich EUR/USD ja immer gerne in Korrelation zu den Aktienmärkten. Also, wenn die Aktienmärkte steigen, dann bedeutet dies einen erhöhten Risikoappetit und damit Druck auf den USD. Und umgekehrt, wenn die Aktienmärkte fallen, dann steigt die Vorsicht und der USD legt zu. Dies wäre eine Erklärung für die Bewegungen im EUR/USD in den letzten Tagen. Denn die Aktienmärkte gewannen wieder leichten Auftrieb, was EUR/USD in seine Range zurückpresste.
Zum anderen steht für heute wieder einmal das FED auf dem Plan! Es ist mir zwar schleierhaft warum Marktteilnehmer, nach durchweg dovishen Kommentaren anderen Zentralbanken in der vergangenen Woche, tatsächlich auf einen etwas hawkisheren Ton des FED setzen konnten, doch dies scheint mittlerweile sowieso wieder überholt. Inzwischen ist sich der Konsens doch wieder einig darüber, dass das FED heute mit Sicherheit nicht den Leitzins anheben und vermutlich auch nicht mit einer starken Änderung der Wortwahl zu rechnen ist. Ich selbst gehe davon aus, dass mit einer Änderung der Politik der niedrigen Zinssätze, wohl mindestens bis zum 2.Quartal des kommenden Jahres nicht zu rechnen sein dürfte. Interessanter als die anstehenden FED-Kommentare dürften wohl eher die nächsten US-Arbeitsmaktdaten am Freitag werden.
Doch eine Frage beschäftigt mich...
Wie nervös ist der Markt tatsächlich in Bezug auf die USD-Entwicklung?!
Trotz der Bewegungen im Spotmarkt (3%-Abschwächung der US-Währung gegenüber den G10-Währungen seit Ende August) haben sich die Risk Reversals letzthin deutlich stärker zugunsten der USD-Calls bewegt (gestern auch deutlicher Anstieg der Volas bei längeren Laufzeiten - obgleich die Volas heute schon wieder herunterkommen).
Dies könnte natürlich zum einen an einer steigenden Partizipation an USD-Verkäufen liegen und damit an steigenden Hedging-Aktivitäten. Doch es könnte auch ein Anzeichen von wachsender Nervosität in Bezug auf die USD-Entwicklung sein und möglicherweise auch eine Veränderung in der Erwartungshaltung bedeuten. Diese Überlegung wiederum sollte dann zur Vorsicht mahnen, in Bezug auf die Verfolgung weiterer Schwäche im US-Dollar.
Nun ja, man wird sehen, ob der USD mittelfristig neue Stärke findet. Aktuell jedenfalls befindet sich EUR/USD - wie gesagt - wieder in Range und notiert aktuell bei 1,4749. Eine starke Widerstandszone ergibt sich ab 1,4810. Nur ein Bruch des Widerstands bei 1,4850 nach oben dürfte die EUR-Bullen unterstützen. Unterstützung ergibt sich bis in den Bereich um 1,4610. Sollte EUR/USD allerdings erneut nach unten ausbrechen und die 1,46 nachhaltig unterschreiten, liegt das nächste Ziel im Bereich um 1,4450.
Quelle: CFX-Broker
