EUR/USD: zu früh ausgestiegen
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 10. Juni 2010, 08:30 Uhr
Ein paar Pips konnte ich gestern mit der Trading-Idee einsammeln, die an der 1,20er-Marke ausgerichtet war. Bevor ich aber eine Long-Position eröffnete, wartete ich noch das Überwinden des „langen" Durchschnitts ab. Das Chancen-/Risioverhältnis bei diesem Trade wäre sonst ungünstig gewesen - was es mit dem CRV zu tun hat, können Sie hier erfahren: Video „Das Chance-/Risikoverhältnis - Trades profitabel planen". Als die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) schließlich übersprungen wurde, ging ich long (bei 1,2020). Bei 1,2045 holten sich die Euro-Bullen am Nachmittag ständig eine blutige Nase. Da ich gestern wieder Tai Chi hatte, und deswegen zeitlich nicht flexibel war, nahm ich früh Gewinne mit. Zu früh! Kurz nach meinem Ausstieg bei 1,2033 wurde die nächste Kursrakete gestartet. Bis 1,2070 trug die Erholungsbewegung den Euro dann noch nach oben. Pech? Sollte ich mich ärgern, nur wenige Minuten zu früh ausgestiegen zu sein? Nein! Das passiert eben. Das ist Börse!
Neben charttechnischen Gründen kann als Grund der gestrigen Stärke die gelungene Platzierung drei- und zehnjähriger Staatsanleihen des „wackligen" Portugals angeführt werden.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 13 Pips
EUR/USD - 30-Minuten-Chart
EUR/USD: Die Seitwärtsbewegung wurde nach oben aufgelöst.
Mit der Schwäche an der Wall Street, begann auch der Euro zu schwächeln. Frau Merkel hatte dabei - wie schon erwähnt - den Stein ins Rollen gebracht. Es hat natürlich Auswirkungen auf den Wechselkurs, wenn Sie äußert, dass mit dem Rettungsschirm für den Euro nur Zeit erkauft worden sei. Ob das nötig war? Die Wogen haben sich mittlerweile jedoch wieder geglättet. Im asiatisch geprägten Handel wurde die 1,20er-Marke bereits wieder zurückerobert.
Wird das gestrige Tageshoch überwunden, so kaufe ich die europäische Gemeinschaftswährung. Das Ziel ist dann der Widerstand bei 1,2150. Dann muss die Lage neu überdacht werden, da mit einem Sprung über diese Barriere der Short-Modus vorerst deaktiviert wird. Halten die Euro-Pessimisten aber dagegen und prallt der Euro bei 1,2150 ab - gleiches gilt für die 1,21er-Marke -, löse ich Long-Positionen auf und gehe short. Ebenfalls short steht auf meiner To-Do-Liste, wenn wieder die 200er-Linie und die 1,20er-Marke nach unten verlassen werden. Eine Haltezone ist dann die 1,19er-Marke. Dreht hier der Euro wieder nach oben ab, mache ich bzw. meine Positionen es ihm nach. Auch das Abprallen an der 1,20er-Marke (oder der 200er-Linie) beantworte ich mit einem Long-Einstieg.
Spätestens der Fall unter das letzte signifikante Tief, das Vierjahrestief bei 1,1875, verschärft den aktuellen Short-Modus. Dann gehe ich Short-Positionen ein oder verstärke vorhandene Positionen.
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
08:00 DE: Verbraucherpreise Mai
09:00 EU: EZB Ratssitzung
10:30 GB: BoE Ratssitzung
13:00 GB: Bank of England - Zinsentscheidung
13:45 EU: EZB Sitzungsergebnis - Zinsentscheidung
14:30 US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Woche
14:30 US: Handelsbilanz April
16:30 US: EIA Erdgasbericht Woche
17:00 US: Ankündigung 3- und 6-monatiger Bills
19:00 US: Auktion 30-jähriger Bonds
20:00 US: Staatshaushalt Mai
22:30 US: Wochenausweis Geldmenge
22:30 US: Fed Balance Sheet
Soviel zur heutigen Vorbereitung. Jetzt gilt es die Eröffnung mit Spannung abzuwarten. Allen Lesern wünsche ich viel Glück.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne
